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Bier to go zum Männertag

Wegen Corona sind zu Himmelfahrt große gesellige Runden nicht erlaubt. Wo Wanderer im Landkreis Bautzen trotzdem Bier und Bratwurst bekommen.

Auf der Männertagswanderung Rast machen bei einem frisch gezapften Bier: Geht das auch in diesem Jahr? Sächsische.de hat sich im Landkreis Bautzen umgehört.
Auf der Männertagswanderung Rast machen bei einem frisch gezapften Bier: Geht das auch in diesem Jahr? Sächsische.de hat sich im Landkreis Bautzen umgehört. © dpa

Bautzen. Katrin und Phil Dils blicken hoffnungsvoll auf Himmelfahrt am Donnerstag. "Bei uns ist ganz normal Essen und Getränke ‚to go‘ geplant. Daneben vermieten wir Bierbänke auf der großen Gemeindewiese weit hinter dem Restaurant. Was die Leute dort damit machen, müssen sie selbst wissen", sagt die Chefin der Alten Wassermühle in Obergurig.

Bis zu 25 Bierbank-Garnituren wollen die Beiden mit ausreichendem Abstand zueinander aufstellen, damit die Leute dort eine Pause einlegen können. Mit klassischer Außengastronomie, die aufgrund der Corona-Schutz-Verordnung untersagt ist, habe das nichts zu tun.

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Katrin und Phil Dils von der Alten Wassermühle in Obergurig wollen zum Männertag ein paar Sitzplätze zur Verfügung stellen sowie Getränke und Essen to go anbieten.
Katrin und Phil Dils von der Alten Wassermühle in Obergurig wollen zum Männertag ein paar Sitzplätze zur Verfügung stellen sowie Getränke und Essen to go anbieten. © SZ/Richard Walde

"Es ist eine Möglichkeit für die Menschen, den Männertag corona-konform wahrzunehmen und unter den gegebenen Beschränkungen etwas zu machen", fügt ihr Mann an. Man nutze lediglich eine Möglichkeit, um die Kosten ein bisschen zu decken.

Bei Verstößen drohen hohe Strafen

Klassisches Kellnern werde es deshalb auch nicht geben, weil es sich um ein reines Mitnahme-Angebot handele. "Vor das Restaurant stellen wir einen Bierwagen, wo sich die Leute ihre Getränke selber abholen müssen, denn bedient wird hier niemand. Und an der Küchentüre stellen wir eine kleine Holzbude hin, wo wir Essen zum Mitnehmen anbieten", erklärt Katrin Dils.

Sollte allerdings ein "örtlicher Zusammenhang von Verkauf und Verzehr" festgestellt werden, kann es schnell teuer werden, heißt es aus dem Landratsamt Bautzen. Dann "müssen sich Wirt und auch Gäste auf entsprechende Anzeigen und Bußgelder einstellen. Diese können beispielsweise für den Wirt bei bis zu 25.000 Euro liegen", betont Sprecherin Mandy Noack.

Polizei und Ortspolizeibehörden würden kontrollieren, ob alles gesetzeskonform läuft. Denn nur Abholung und ein Kiosk-Betrieb seien erlaubt. Katrin Dils versichert aber, dass sie sich ausreichend informiert habe, das Angebot erlaubt sei und Gäste vorbeikommen könnten.

Was beim Ziehen um die Häuser zu beachten ist

Wer am Männertag unterwegs sein möchte, muss einiges beachten. Denn es gelten weiterhin die Regelungen der sogenannten "Bundesnotbremse" in Verbindung mit der Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen. Demnach dürfen sich Personen eines Haushaltes mit genau einer anderen Person treffen. Drei Freunden aus unterschiedlichen Haushalten ist es also nicht erlaubt, gemeinsam unterwegs zu sein. Kinder unter 14 Jahren werden allerdings nicht mitgezählt. Mehr Freiheiten gibt es auch für vollständig Geimpfte und von einer Corona-Infektion genesene Personen.

Des Weiteren gilt die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Auch gibt es im Landkreis Bautzen einige Orte, an denen der Konsum von alkoholischen Getränken ausdrücklich verboten ist. An den zum Männertag typischen Anlaufpunkten ist das aber nicht der Fall, womit viele Restaurantbetreiber ihre Verkaufsstände öffnen dürften.

Hier gibt's Essen und Getränke

Offen sein wird unter anderem ein Imbiss am Berggasthof Pichobaude. Dort sollen Besucher Bier vom Fass, Fischsemmeln und Bratwürste bekommen. "So ab 10 Uhr werden wir auf jeden Fall öffnen", sagt Geschäftsführerin Annette Grundmann. Ein ähnliches Angebot bietet auch Frank Fuhrmeister von der Hutberggaststätte in Kamenz.

Anders sieht es am Schwedenstein in Steina aus. "Wir bieten nur Kuchen und Eis an, aber beispielsweise keine Bratwürste", berichtet Silvio Fischer, Inhaber des Bergrestaurants. Geöffnet sei zwischen 11 und 16 Uhr.

Wer sowohl Eis als auch eine Bratwurst verzehren möchte, kommt in der Gaststätte am Stausee in Sohland auf seine Kosten. "Unser Imbissangebot reicht von Bratwurst und Wienern über einen Burger bis zu zahlreichen Getränken und einen Eisbecher zum Mitnehmen", sagt Antje Schumann. Speisen und Getränke gibt's ab 10 Uhr durch das "Eisfenster" auf der Hinterseite des Restaurants.

Wo Gäste mit Musik begrüßt werden

Wer etwas musikalische Begleitung haben möchte, sollte beim Klosterstübel in Panschwitz- Kuckau vorbeischauen. "Ein Saxophon-Spieler begrüßt die Gäste nett, damit wenigstens ein bisschen Stimmung aufkommen kann", erzählt Betreiberin Milena Vettraino und stellt klar: "Die Leute müssen sich das Essen holen und sich dann vom Acker machen – das ist unsere traurige Realität, aber so sind eben die Vorgaben." Im Angebot sei die komplette Speisekarte - vom Lammkotelett bis zu gefüllten Auberginenröllchen.

Auch der Berggasthof auf dem Bischofswerdaer Butterberg hat etwas Besonderes im Angebot - den sogenannten Butterberg-Topf. Das ist ein Hackfleischtopf mit Champignons, Paprika und Kartoffeln. "Wir bieten seit mehreren Wochen unser gewohntes und tolles Imbissangebot ‚to go‘ an", erzählt Inhaber Karl-Heinz John. Daneben sorge man für ein "zum Männertag typisches Getränkeangebot".

Ähnlich wird es auf dem Czorneboh laufen. "Wir haben ein normales Imbissangebot vorgesehen, so wie wir es immer Sonnabend und Sonntag anbieten", erzählt Elmar Ladusch, der den Berggasthof betreibt.

Wer zwischen Großpostwitz und Wilthen unterwegs ist, kann am Jägerhaus eine Pause einlegen. Die Ausflugsgaststätte wirbt mit Imbiss vom Grill, Bierwagen und Musik. Die Mönchswalder Bergbaude bleibt dagegen geschlossen.

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