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Bautzen: Ein brennender Carport und Vandalismus

Trotz Einschränkungen wurde zum Jahreswechsel im Kreis Bautzen einiges Feuerwerk gezündet. Polizei war im Einsatz und spricht von relativ ruhigem Verlauf.

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Am Silvesterabend rückte die Feuerwehr auch zu einem Carport-Brand im Kamenzer Ortsteil Gelenau aus. Die Polizei ermittelt nun, ob ein technischer Defekt vorlag oder eine Straftat die Ursache für das Feuer war.
Am Silvesterabend rückte die Feuerwehr auch zu einem Carport-Brand im Kamenzer Ortsteil Gelenau aus. Die Polizei ermittelt nun, ob ein technischer Defekt vorlag oder eine Straftat die Ursache für das Feuer war. © xcitepress

Bautzen/Kamenz. Zur Polizeibilanz des Jahreswechsels gehörte ein brennender Carport und Zerstörungswut in unterschiedlicher Form. Die Polizeidirektion Görlitz, Feuerwehren in Bautzen und Kamenz und auch die Rettungsleitstelle in Hoyerswerda sprechen bis Sonntagnachmittag aber von einem allgemein ruhigen Einsatzverlauf übers vergangene Wochenende. Denn viele Leute würden sich an die Vorgaben halten, so René Krause von der Polizeidirektion in Görlitz.

So seien weniger Feiern, weniger Probleme mit Trunkenheit und Streit und damit auch weniger Körperverletzungen als in anderen Silvesternächten zu verzeichnen gewesen. Eine Reihe Sachschäden, Anzeigen und Straftaten im Zusammenhang mit Silvester verzeichnete die Polizei trotzdem.

Die Polizei bilanzierte 21 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Notfall-Verordnung. Dazu kommen gut 30 Strafanzeigen: wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz bzw. Sprengstoffexplosionen - meist durch verbotene Böller. So beschlagnahmte die Polizei auch pyrotechnische Erzeugnisse. 45 Einsätze hatte die Polizei wegen unzulässigen Lärms oder um Gefahren abzuwehren zum Beispiel durch verbotene Pyrotechnik.

Gesprengte Briefkästen

So rückte die Polizei übers Wochenende mit dem Jahreswechsel zu gesprengten Briefkästen und anderen durch Böller verursachten Einsätzen aus. Dazu gehörte ein gesprengter Briefkasten auf der Bautzener Schäfferstraße am Neujahrsmorgen. Herumfliegende Teile hätten sogar noch ein Auto beschädigt.

Insgesamt sei ein Schaden von etwa 1.850 Euro entstanden. Bereits am Abend zuvor sprengten bisher unbekannte Täter den Briefkasten eines Einfamilienhauses in Sohland. Die Explosion eines Böllers richtete auch auf dem Bischofswerdaer Altmarkt Schaden an. Die Täter zerstörten damit einen Bodenstrahler an einem Kunstwerk und eine Sicherheitsglasscheibe - Schaden etwa 1.500 Euro. In Schirgiswalde-Kirschau beschädigte die Wucht einer Explosion am Neujahrsmorgen ein Fahrzeug und ein Fenster mit etwa 5.000 Euro Schaden.

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In Gersdorf bei Kamenz stellte die Polizei zwei Jugendliche, die Silvesterknaller gegen eine Haustür geworfen und diese beschädigt hatten. Die Böller stammten aus Tschechien. Verantworten müssen sich die Jugendlichen nun wegen Sachbeschädigung und weil sie gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen haben.

Zu den Auswüchsen von Vandalismus und blinder Zerstörungswut gehörten im Gödaer Ortsteil Seitschen noch zerschlagene Scheiben eines Buswartehäuschens. Rowdys demolierten außerdem einen Telefonverteilerkasten mit über 1.000 Euro Schaden. Im Haselbachtal zerschlugen bisher unbekannte Täter eine Autoscheibe.

Kaninchen bei Brand gestorben

Die Bautzener Feuerwehr musste nur einmal in der Silvesternacht ausrücken zu einem brennenden Altkleidercontainer: Für die Feuerwehr sei es sehr ruhig gewesen, schätzte Martin Kelz von der Bautzener Berufsfeuerwehr ein. Obwohl trotz eingeschränkter Böllerei und des Verkaufsverbots von Pyrotechnik doch ganz ordentlich in der Stadt geknallt worden sei. Auch in Kamenz war der Himmel relativ hell erleuchtet für ein Silvester unter Corona-Beschränkungen, schätzte der Kamenzer Wehrleiter Mirko Schwarz am Sonntag ein.

Die Rettungsleitstelle in Hoyerswerda zählte neun Feuerwehreinsätze im Kreis Bautzen in der Silvesternacht. Insgesamt habe die Leitstelle im Gesamtgebiet der Landkreise Bautzen und Görlitz vom Silvesterabend bis zum Ausklang des Neujahrstages etwa 450 Rettungs-Einsätze koordiniert. Das liege im normalen Durchschnitt, so Schichtleiter Eiko Wunderlich.

Müll- und Papiertonnenbrände

Die Kamenzer Feuerwehr musste zweimal ausrücken. Einmal zu einem Pkw-Brand in Kamenz-Wiesa, der schnell gelöscht werden konnte. Außerdem stand zwei Stunden vor dem Jahreswechsel im Ortsteil Gelenau unmittelbar an einem Wohnhaus ein Carport in Flammen. Eine Ausbreitung des Brandes konnte die Feuerwehr verhindern. Ein Mann hatte sich laut Polizei eine leichte Rauchgasvergiftung zugezogen. Allerdings überlebte ein Kaninchen im angrenzenden Schuppen den Brand nicht. Die Polizei ermittelt zu den Ursachen des Feuers. Der Schaden wird auf 6.000 Euro geschätzt.

Insgesamt habe die Leitstelle im Gesamtgebiet der Landkreise Bautzen und Görlitz vom Silvesterabend bis zum Ausklang des Neujahrstages etwa 450 Rettungs-Einsätze koordiniert. Das liege im normalen Durchschnitt.

Ansonsten gab es am Wochenende noch einige Brände von Müll- bzw. Papiertonnen. In Großnaundorf auch ein Feuer im Bereich des Daches, das schnell im Griff war, ebenso wie ein Schornsteinbrand in Bulleritz, der glimpflich ausging. (SZ/ha)

Dieser Artikel wurde am 2. Januar, 16.50 Uhr überarbeitet.