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AfD-Stadtrat bei Neonazi-Demonstration?

Fotos zeigen den Hoyerswerdaer AfD-Stadtrat Toni Schneider im Umfeld einer rechten Kundgebung in Dresden. Er bestreitet, teilgenommen zu haben.

Ein AfD-Stadtrat aus Hoyerswerda besuchte eine Neonazi-Demonstration am 13. Februar in Dresden. Er sagt, er sei wieder gegangen, bevor die Veranstaltung begann.
Ein AfD-Stadtrat aus Hoyerswerda besuchte eine Neonazi-Demonstration am 13. Februar in Dresden. Er sagt, er sei wieder gegangen, bevor die Veranstaltung begann. © dpa

Bautzen/Hoyerswerda. Der Hoyerswerdaer AfD-Stadtrat Toni Schneider ist am 13. Februar, dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens, im Umfeld einer Neonazi-Demonstration fotografiert worden. Auf den Fotos ist er in der Nähe des Dresdener Hauptbahnhofes vor dem Nachtclub Angels zu sehen. An einem der Orte, an dem an diesem Tag Neonazi-Kundgebungen stattfanden. Angemeldet hatte den Protest Dresdens NPD-Chef Maik Müller.

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Fotos des Protests zeigen Banner der „Nationalisten Niederlausitz“, der NPD, der Jungen Nationalisten, Flaggen mit eisernem Kreuz. Auf einem Banner wird der Holocaust relativiert; es ist von „Bombenholocaust“ die Rede.

Toni Schneider: "Habe nicht teilgenommen"

Toni Schneider bestreitet, an der Veranstaltung „teilgenommen“ zu haben oder „mitgelaufen“ zu sein. Er bestätigt aber, vor Ort gewesen zu sein. „Es ist richtig, dass ich dem Aufruf eines Gedenk-Flugblattes gefolgt bin“, sagt er gegenüber Sächsische.de, „leider waren auf dem Flugblatt keinerlei Anhaltspunkte, dass es sich hierbei um eine ‚Neonazi‘-Demo handelt, erkennbar.“

Schneider erklärt, „mit einer Gruppe unserer Parteijugend“ kurz vor Beginn der Veranstaltung vor Ort gewesen zu sein. Als er erkannt habe, dass „es sich bei einigen Teilnehmern offenkundig um Personen der rechtsextremen Szene handelte“, sei er wieder gegangen. Die Banner habe er nicht gesehen. „Ich weiß, dass es keinerlei Bilder gibt, die dokumentieren könnten, dass ich mit solchen Bannern mitgelaufen bin“, sagt Schneider. „Ich hätte mich vor der Veranstaltung besser informieren müssen, dies gebe ich zu.“

Schneider soll Identitärer Bewegung nahestehen

Es ist indes nicht das erste Mal, dass sich Toni Schneider dem Vorwurf aussetzen muss, eine gewisse Nähe zu Rechtsextremen zu hegen. So soll er der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) nahestehen. Es gibt Fotos, die ihn auf entsprechenden Demonstrationen zeigen. „Ich hatte Kontakt mit einigen Mitgliedern der IB, um mir ihre Meinungen und Sichtweisen anzuhören, genauso wie ich es bei jedem tue“, rechtfertigt Schneider das. Die Fotos seien alt. „Eine Mitgliedschaft lag damals nicht vor und liegt es auch heute nicht.“

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