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Bautzen: Was wird aus der Allendeschule?

Seit Jahren wird über die Modernisierung der Oberschule diskutiert. Doch einen Termin für den Baubeginn gibt es noch immer nicht - stattdessen neue Pläne.

Die Allende-Oberschule in Bautzen ist sanierungsbedürftig. Jetzt hat die Stadt neue Pläne für die Modernisierung vorgestellt.
Die Allende-Oberschule in Bautzen ist sanierungsbedürftig. Jetzt hat die Stadt neue Pläne für die Modernisierung vorgestellt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Sie ist die letzte städtische Schule in Bautzen, die noch nicht saniert worden ist: die Dr.-Salvador-Allende-Oberschule. Seit Jahren wird über die geplanten Bauarbeiten diskutiert. Sie sind eine der größten Investitionen der Stadt Bautzen in den kommenden Jahren.

Während der Haushaltsdebatte für 2020 war verkündet worden, dass ab 2021 gebaut werden soll. Doch dieser Zeitplan ist nicht einzuhalten, das wurde schon Anfang vorigen Jahres bekannt. Am Mittwoch waren die Pläne nun wieder Thema im Stadtrat – mit einer neuen Wendung, die nicht nur die Schülerinnen und Schüler betrifft.

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Wie sehen die Pläne für die Sanierung jetzt aus?

Neu ist, dass die Stadt eine Mensa außerhalb des Schulgebäudes bauen möchte. Entstehen soll die im Zusammenhang mit dem Neubau der Turnhalle – dort, wo die jetzige Halle steht. Wie das aussehen könnte, dafür gibt es mehrere Varianten. Zwei sind in der engeren Auswahl.

So könnten Mensa und Sporthalle nebeneinanderstehen. Dann würde die Sporthalle über zwei Geschosse verfügen und die Mensa über ein Stockwerk. Eine Glaswand könnte die Gebäudeteile voneinander trennen. Beide Teile könnten zusammen oder getrennt voneinander genutzt werden.

Es könnte aber auch ein dreistöckiges Gebäude entstehen, in dem sich unten die Mensa und darüber die Sporthalle befindet. Letztere würde sich über zwei Stockwerke erstrecken. Auch bei dieser Variante ließen sich Mensa und Sporthalle getrennt voneinander oder zusammen nutzen. Dieses Gebäude wäre dann sogar höher als die Schule daneben.

Fest steht: Sporthalle und Mensa können, wenn sie einen eigenen Zugang haben, „außerhalb des Schulbetriebes bei Bedarf von Dritten genutzt werden“, erklärt Bautzens Baubürgermeisterin Juliane Naumann. Eine Möglichkeit wäre etwa ein Treffpunkt für den Stadtteil.

Für die Sanierung des Schulgebäudes bedeutet das: Die Räume im Keller, die bislang als Speiseräume fungieren, können künftig anders genutzt werden. Zum Beispiel als Klassenräume. Im Zuge der Sanierung soll außerdem ein neuer Eingangsbereich für die Schule geschaffen werden; an der Westseite des Gebäudes. Außerdem stehen Bauarbeiten am Schuldach, an der Fassade und an den Fenstern an.

Welche Variante favorisiert die Stadtverwaltung?

Die Stadtverwaltung möchte, dass die Schule nach der Sanierung keine Speiseräume mehr enthält – sondern Mensa und Turnhalle separat von der Schule bestehen. Sie spricht sich für die Variante aus, bei der die Turnhalle in den beiden Etagen über der Mensa errichtet wird.

Was soll die Sanierung kosten?

Kalkuliert hatte die Stadt einst mit Baukosten von etwa 5,8 Millionen Euro. Wie man es auch dreht und wendet: Dabei wird es nicht bleiben. Die nun veranschlagten Kosten variieren dabei von Variante zu Variante. Wird die Schule ohne Kantinenräume saniert, geht die Stadt nur für die Bauarbeiten am Schulgebäude von etwa 7,7 Millionen Euro aus. Für das dreigeschossige Mensa-Turnhallen-Gebäude käme noch eine Summe von etwa fünf Millionen Euro dazu.

Von 5,8 Millionen Euro war die Stadt zunächst ausgegangen, weil sie Durchschnittswerte anderer Schul- und Turnhallensanierungen herangezogen hatte. Aber der Umbau der Kellerräume sei zum Beispiel recht aufwendig. Auch die allgemein gestiegenen Baupreise seien ein Grund für die höheren Kosten, erklärt Juliane Naumann. Und natürlich die neue Mensa.

Wie will die Stadt die Bauarbeiten finanzieren?

Die enormen Baukosten stellen die Stadt vor Schwierigkeiten, sagt Bautzens Finanzbürgermeister Robert Böhmer. Die Verwaltung hofft auf Fördermittel aus dem Strukturfonds. Auch nach weiteren Fördermittelquellen werde derzeit gesucht.

Was sagen die Stadträte zu den Plänen?

Für die Idee eines Stadtteilclubs spricht sich Linken-Stadträtin Andrea Kubank aus. „Das würde genutzt werden“, ist sie überzeugt. FDP-Stadtrat Mike Hauschild zeigt sich überrascht, dass auf einmal der Plan, eine separate Mensa zu bauen, in den Fokus gerückt ist. Und er wünscht sich, dass in der Turnhalle auch Sitzplätze für Zuschauer entstehen.

Außerdem gibt er der Stadtverwaltung noch mit auf den Weg, dass vier Umkleiden benötigt würden – je zwei für Jungen und Mädchen. Sonst könnte es in den Schulpausen eng werden, wenn sich zwei Klassen parallel umziehen müssen. Sieghard Albert von der AfD erklärte, dass für ihn die teure Variante nur infrage kommt, wenn es auch tatsächlich Fördermittel gibt.

Wann soll die Sanierung losgehen?

Von einem Baubeginn ist die Stadt noch weit entfernt. Zunächst einmal plant sie die Arbeiten und begibt sich auf Fördermittel-Suche. Dann muss der Stadtrat einen Baubeschluss fassen. Wenn es schließlich losgeht, soll zuerst das Mensa-Turnhallen-Gebäude errichtet werden, die eigentliche Schulsanierung ist später dran. „Ein Baubeginn ist ab 2023 realistisch“, sagt Juliane Naumann.

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