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An diesen Sonntagen öffnen in Bautzen die Geschäfte

Der Stadtrat hat beschlossen, wann es künftig in Bautzen Shoppingsonntage gibt. Nicht alle sind mit der neuen Regelung einverstanden.

Von Theresa Hellwig
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Die Parfümerie Thiemann wird an beiden verkaufsoffenen Sonntagen in Bautzen in diesem Jahr öffnen, kündigt Filialleiterin Heike Basler an.
Die Parfümerie Thiemann wird an beiden verkaufsoffenen Sonntagen in Bautzen in diesem Jahr öffnen, kündigt Filialleiterin Heike Basler an. © Steffen Unger

Bautzen. Die verkaufsoffenen Sonntage in Bautzen im vergangenen Jahr fielen aus. In diesem Jahr aber sollen sie wieder stattfinden. Jetzt stehen die Daten fest – für dieses Jahr und auch schon für die nächsten Jahre. Das sorgte im Stadtrat für Debatten.

An welchen Sonntagen dürfen Geschäfte öffnen?

Der Bautzener Stadtrat hat beschlossen, dass in Bautzen künftig an drei Sonntagen im Jahr die Geschäfte öffnen dürfen. Konkret betrifft das zum einen den letzten Sonntag im Mai, im Rahmen des Bautzener Frühlings. Und zum anderen dürfen die Läden zum Wenzelsmarkt künftig zweimal sonntags öffnen, nämlich am ersten und am dritten Advent. In diesem Jahr finden in Bautzen also am 28. November und am 12. Dezember Shoppingsonntage statt.

Warum braucht es die Festlegung überhaupt?

In Deutschland gilt der Sonntag als Ruhetag; er ist verfassungsrechtlich geschützt. Geschäfte dürfen nicht einfach sonntags öffnen. Laut dem Sächsischen Ladenöffnungsgesetz dürfen Städte und Gemeinden aber an jährlich bis zu vier Sonntagen öffnen. Allerdings ist das nur erlaubt, wenn es einen besonderen Anlass gibt. Dazu zählen zum Beispiel Stadt- oder Volksfeste, Messen oder Märkte. Deshalb hat sich die Stadt Bautzen entschieden, die verkaufsoffenen Sonntage an den Wenzelsmarkt und den Bautzener Frühling zu koppeln.

Wie war die Regelung bisher?

Auch bisher durften die Läden in Bautzen an drei bestimmten Sonntagen im Jahr öffnen – allerdings an anderen Sonntagen als jetzt. Bisher durften die Geschäfte am ersten Sonntag im Oktober öffnen. Außerdem durften sie am ersten Adventssonntag öffnen, außer dieser fiel in den November. Dann wurde der zweite Adventssonntag zum Shoppingsonntag. Der dritte Termin war dann der dritte oder vierte Advent.

Nun ist aber eine neue Regelung notwendig, weil die alte ausgelaufen ist. Für die neuen Daten hat sich die Stadt entschieden, um das Ganze etwas zu entzerren. Statt einem im Herbst und zwei im Winter gibt es jetzt den Termin im Frühjahr. Weil die Kirchen mit dem vierten Advent als Shoppingtag unzufrieden waren, so berichtet Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD), hat sich die Stadt für die Zukunft auf das erste und das dritte Adventswochenende festgelegt.

Was sagen die Stadträte dazu?

Mit der neuen Regelung zeigten sich nicht alle Stadträte einverstanden. So erklärte Sieghard Albert, Fraktionschef der AfD, dass er Shoppingsonntage eigentlich generell ablehne. Wenn, dann hätte er aber den vierten Advent – in diesem Jahr etwa eine Woche vor Weihnachten – besser gefunden.

Gunhild Mimuß von der SPD erklärte, dass sie an der alten Regelung gut fand, dass die zwei letzten Einkaufswochenenden immer im Dezember waren – und nicht in den November fielen. Und Carsten Hauptmann vom Bautzener Bürgerbündnis stellte in Frage, ob es überhaupt zwei Shoppingsonntage im Winter brauche – oder ob vielleicht ein Adventssonntag genüge. Er hätte lieber einen weiteren Tag im Herbst, beispielsweise zum Tag des offenen Denkmals, gesehen.

Was wünschen sich die Bautzener Händler?

Auch einige Händler zeigen sich leicht verstimmt zur neuen Regelung. So will Corinna Seiler vom Modegeschäft E.Elle an dem Sonntag im November noch nicht öffnen. „Zum Monatsende haben viele Leute ohnehin kein Geld übrig“, sagt sie. Ihr wären der zweite und der vierte Advent lieber gewesen. Ivo Scholze vom gleichnamigen Juweliergeschäft möchte zwar öffnen, empfindet aber den ersten Advent ebenfalls als noch zu früh und zu weit entfernt von Weihnachten.

Für Bodo Thiemann, CDU-Stadtrat und zugleich Chef der gleichnamigen Parfümerie, geht die Regelung indes nicht weit genug. Er würde am liebsten alle vier Sonntage im Advent öffnen. „Onlinehändler verkaufen 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche“, argumentiert er. Mehr Öffnungen am Sonntag könnten helfen, konkurrenzfähig zu bleiben.