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So geht's mit dem Bahnstrom in der Oberlausitz weiter

Erst ein Rückschlag, nun ein Hoffnungsschimmer: Kohlegeld gibt's für die Elektrifizierung der Strecke Dresden - Görlitz nicht. Trotzdem tut sich jetzt etwas.

Bis zwischen Dresden und Görlitz eine Oberleitung gezogen wird, dürften noch Jahre vergehen. Aber einen wichtigen Schritt für die Elektrifizierung der Strecke hat der Freistaat jetzt eingeleitet.
Bis zwischen Dresden und Görlitz eine Oberleitung gezogen wird, dürften noch Jahre vergehen. Aber einen wichtigen Schritt für die Elektrifizierung der Strecke hat der Freistaat jetzt eingeleitet. © André Schulze

Bautzen. Vergangenen Freitag verkündete Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), dass es für die Elektrifizierung der Bahnstrecken Dresden-Görlitz und Dresden-Zittau kein Geld aus dem sogenannten Kohle-Fonds des Bundes geben wird. Was aber nicht heißt, dass die Strecke nie eine Oberleitung bekommt - die dann aber eben nicht vom Strukturwandel-Konto finanziert wird.

Am Montag legte Kretschmer nach: Bis Ende dieses Jahres muss sich der Bund entschieden haben, ob und wann die Strecken elektrifiziert werden sollen. Der Freistaat Sachsen ist für die Planungen schon mal mit zwölf Millionen Euro in Vorleistung gegangen. Und zu diesen Planungen gehört ein sogenanntes Raumordnungsverfahren für Bahnstrom. Dieses Verfahren hat die Landesdirektion Sachsen am 16. Juni gestartet und an diesem Donnerstag öffentlich gemacht.

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Ohne Bahnstromtrasse später keine Oberleitung

Bahnstrom ist nicht gleichzusetzen mit der Oberleitung, von der die Elektroloks ihren "Saft" bekommen. Die Oberleitung wird von sogenannten Einspeisungspunkten versorgt. Solche Punkte soll es entlang der rund 100 Kilometer langen Bahnstrecke Dresden-Görlitz zwei geben: einen in Arnsdorf, einen in Pommritz. Und zu diesen Einspeisungspunkten soll Bahnstrom in separaten Leitungen fließen.

Der Punkt Arnsdorf soll seinen Strom aus einer schon bestehenden Leitung bekommen, welche die Oberleitungen im Raum Dresden "füttert". Zwischen Arnsdorf und Pommritz aber muss eine neue, etwa 60 Kilometer lange Bahnstromleitung gebaut werden - und für diese startet nun das Raumordnungsverfahren.

Bürger und Gemeinden werden gefragt

In diesem Verfahren soll die beste Trasse für die Stromleitung ermittelt werden. Dazu hat die Landesdirektion die entsprechenden Unterlagen ins Internet gestellt. Bis 8. August kann dort jeder Interessent alles Wichtige nachlesen. Zusätzlich können die von den Trassenplanungen berührten 35 Gemeinden zwischen Arnsdorf und Pommritz diese öffentlich auslegen. "Bis einschließlich 15. August können alle Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen, Anregungen und Hinweise zu den Planungen an die Landesdirektion Sachsen richten. Diese werden auch von den vom Vorhaben berührten Gemeinden entgegengenommen", teilt die Behörde mit.

Parallel zu den Bürgern befragt die Landesdirektion Sachsen die Träger öffentlicher Belange. Zu diesen zählen Behörden des Bundes und des Freistaates Sachsen, die Gemeinden, anerkannte Naturschutzvereinigungen sowie Betreiber von Infrastruktureinrichtungen, zum Beispiel Straßen.

Das Raumordnungsverfahren ist noch kein Startschuss für den Bau der Bahnstromtrasse, geschweige denn der Oberleitung. Aber es ist laut Landesdirektion "die Grundlage für die weitere Planung. Die DB Netz AG wird darauf aufbauend die konkrete Trassenführung wählen und die Feintrassierung erarbeiten."

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