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So kommen die Fische übers Spreewehr

Vor allem für junge Tiere gibt es in der Bautzener Spree ein großes Hindernis. Das ändert sich nun.

Die neue Fischtreppe in der Bautzener Spree besteht aus mehreren Stufen. Gebaut wird sie von der Ebersbacher Straßen- und Tiefbau GmbH.
Die neue Fischtreppe in der Bautzener Spree besteht aus mehreren Stufen. Gebaut wird sie von der Ebersbacher Straßen- und Tiefbau GmbH. © SZ/Uwe Soeder

Von Anne Semlin

Bautzen. Am Fuße der Alten Wasserkunst wird eine Fischaufstiegsanlage gebaut. „Das ist Barrierefreiheit für Fische", sagt André Wucht von der Stadtverwaltung Bautzen. So soll die Treppe den Fischen in der Spree den Aufstieg am Wehr ermöglichen. Die Bauarbeiten dafür laufen bereits seit Dezember letzten Jahres und sollten Ende Juni abgeschlossen sein. 

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Bauamtsleiter Falko Wendler erklärt, warum hier immer noch gebaut wird: "Dreimal ist durch Starkregen die Baugrube geflutet worden und die Baustraße durch die Spree war nicht mehr befahrbar", sagt er. Außerdem habe man im Zuge der Baumaßnahmen gleich weitere notwendige Arbeiten an diesem Abschnitt der Spree erledigt. Dazu zählen die Sicherung der Uferböschung und die Erneuerung der Ufermauer und des Staubalkens am Wehr. 

Darüber hinaus habe auch das Einsetzen der Corona-Pandemie für Verzögerungen gesorgt. Jetzt sind die Bauarbeiten in den letzten Zügen. "Bis Ende September soll der Bau abgeschlossen werden", sagt Wendler.

Bessere Lebensbedingungen für die Fische

Hintergrund für den Bau ist die Europäische Wasserrahmenrichtlinie von 2000. Sie sieht vor, dass Gewässer ökologisch durchgängig gemacht werden. Dazu gehört, dass die darin lebenden Fische sich frei bewegen können. Dadurch verteilen sie sich besser im gesamten Fluss und die Vermehrungschancen werden erhöht.

Bisher war dies durch die etwa anderthalb Meter Höhenunterschied am Wehr besonders für schwimmschwache und junge Fische nicht gewährleistet. "So leben die Fische in den Abschnitten zwischen Wehranlagen wie in einem abgeschlossenen Teich", sagt Falko Wendler.

Durch die neue Fischaufstiegsanlage stellt das Wehr für die Fische kein Hindernis mehr dar. Wie bei einer normalen Treppe gelangen die Fische über mehrere Stufen nach oben. Jede Stufe besteht aus einem Becken. Der Höhenunterschied zwischen den einzelnen Becken beträgt maximal 14 Zentimeter. "Hier können sich die schwimmschwachen Fische auch ausruhen", sagt Ulf Möricke vom Planungsbüro.

Leistungsfähigkeit des Wehrs bleibt bestehen

Damit die Fische den Weg über die Treppe finden, wird in einem Kanal direkt daneben eine Strömung erzeugt. Die soll die Spreebewohner in die richtige Richtung locken. Im Mauerwerk aus Naturstein sind außerdem zwei Brutnischen für Wasseramseln eingearbeitet.

Die Leistungsfähigkeit des Wehrs bleibt mit der Fischtreppe bestehen. Insgesamt kostet die Anlage 350.000 Euro, 90 Prozent davon sollen gefördert werden.

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