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750 Unterschriften gegen rechten Treff

Die Unterzeichner wenden sich gegen die Pläne des rechtsextremen Musikers Chris Ares in Bautzen. Es ist nicht die einzige Aktion.

Im Haus an der Wendischen Straße 1 in Bautzen hat der rechtsextremistische Musiker Chris Ares ein Gewerbe angemeldet. Dagegen wenden sich zwei Petitionen.
Im Haus an der Wendischen Straße 1 in Bautzen hat der rechtsextremistische Musiker Chris Ares ein Gewerbe angemeldet. Dagegen wenden sich zwei Petitionen. © Steffen Unger

Bautzen. 750 Einwohner von Bautzen haben sich in einer Petition gegen die Pläne des rechtsextremen Musiker Chris Ares ausgesprochen. Dieser will in Bautzen gemeinsam mit einem Geschäftspartner ein Tattoo-Studio eröffnen. Das Geschäft soll zugleich als Anlaufpunkt für die rechte Szene dienen. Ares kündigte zudem an, sich gemeinsam mit Gleichgesinnten im Landkreis Bautzen anzusiedeln.

Der frühere Rektor des Bischof-Benno-Hauses, Peter-Paul Straube, übergab die Unterschriften am Sonnabend im Theater Bautzen an Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD). Anlass war die Premiere der zehnteiligen Dokumentation des TV-Senders Arte über Bautzen.

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Straube sagte, die Stadt dürfe keine Bühne für Hass und Gewalt sein. Dabei gehe es nicht nur um das Außenbild. Ziel der Aktivitäten von Ares sei es, Jugendliche für rechtsextremes Denken zu gewinnen. Dies gelte es zu verhindern.

„Werden Ares nichts durchgehen lassen“

Oberbürgermeister Ahrens verwies auf eine zweite Petition, die von der SPD initiiert worden war. Sie wurde von 2.700 Menschen unterzeichnet. Damit hätten sich in kurzer Zeit Hunderte Bautzener gegen die Pläne des rechtsextremen Musikers gewandt. Auch die Stadtverwaltung habe dessen Aktivitäten genau im Blick. „Wir werden ihm nichts durchgehen lassen“, kündigte Ahrens an.

Ares – der eigentlich Christoph Aljoscha Zloch heißt - hatte Ende Juni angekündigt, im Raum Bautzen einen „Patriotischen Jugendtreff“ und ein Wohn-Projekt zu gründen. Dabei machte er mehrfach unterschiedliche Angaben zum Charakter und zum Standort des Vorhabens. So wollte er ursprünglich nach Bischofswerda ziehen. Dort sprachen sich der Oberbürgermeister und der Stadtrat jedoch klar gegen das Vorhaben aus.

Gewerberäume in Bautzen angemietet

Mitte Juli wurde bekannt, dass Ares gemeinsam mit einem Geschäftspartner ein Gewerbe in Bautzen angemeldet hat. Die „Ares & Fautz Art Company UG“ will Tätowierungen anbieten sowie Kleidung und Tonträger verkaufen. Dazu hat die Unternehmergesellschaft Geschäftsräume in der Wendischen Straße 1 in der Bautzener Altstadt gemietet.

In der Facebook-Gruppe „Das ist Bautzen“ nannte Ares vor wenigen Tagen den 14. September als Eröffnungstermin, schrieb jedoch auch, dass der Laden zehn Minuten außerhalb Bautzens liege.

Peter-Paul Straube regte am Sonnabend im Theater an, das Haus in der Wendischen Straße künftig als offenen Jugendtreff zu nutzen. Dies passe sehr gut zu seiner Geschichte als Geburtshaus des Bautzener Stifters Gregorius Mättig (1585-1650), der sich vor allem für das Schulwesen und die Bildung einsetzte. Die Pläne von Ares stünden dieser Tradition hingegen konträr entgegen.

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