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Bautzen: Ärger um Wenzelsmarkt-Umzug

Der Bautzener Weihnachtsmarkt soll in diesem Jahr auf dem Schützenplatz stattfinden - mit einer Ausnahme. Die sorgt bei vielen Händlern für Unmut.

Die Eisbahn des Bautzener Wenzelsmarktes soll in diesem Jahr auf dem Kornmarkt stattfinden, während alle anderen Händler auf den Schützenplatz ziehen - diese Ausnahme sorgt derzeit für Ärger.
Die Eisbahn des Bautzener Wenzelsmarktes soll in diesem Jahr auf dem Kornmarkt stattfinden, während alle anderen Händler auf den Schützenplatz ziehen - diese Ausnahme sorgt derzeit für Ärger. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Regina Bernstein hat mit den kürzesten Weg auf den Bautzener Wenzelsmarkt, Michael Juros hingegen die wohl längste Anfahrt. Aber sowohl die Töpferin aus der Spreestadt als auch der ehemalige Bautzener und heutige Winzer in Österreich wollen es sich nicht nehmen lassen, auch 2020 ihre Waren auf Deutschlands ältestem Weihnachtsmarkt feil zu bieten.

Mit dem Umzug des Marktes aus der Innenstadt auf den Schützenplatz sind beide nicht glücklich. „Aber besser als nichts“, sagt Regina Bernstein. „Ja, ich werde mein Büdchen auf dem Schützenplatz aufbauen. Ich kann aber nicht verstehen, warum die Potenziale der Altstadt mit den vielen Plätzen und dem Brunnenhof nicht genutzt werden, auch ohne Corona.“

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Geschäften in der Innenstadt wird Laufkundschaft fehlen

Ähnlich wie Regina Bernstein äußert sich Michael Juros: „Die Verteilung der Händler in der ganzen Stadt wäre doch auch eine Option gewesen. Die Stände könnten weiter auseinander stehen, dann wären die Abstände größer. Und auch für die Geschäfte in der Innenstadt wäre es besser, wenn sie den Weihnachtsmarkt mit viel Laufkundschaft vor der Tür hätten.“ Trotzdem werde er mit seinen flüssigen Köstlichkeiten aus Österreich auf den Schützenplatz kommen.

Eines aber stößt dem Winzer bitter auf: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass es eine Ausnahme für die Eisbahn gibt.“ Die Bahn für Schlittschuhfahrer lockte im vergangenen Jahr erstmals auf den Buttermarkt zwischen Reichenturm und Finanzamt, in der kommenden Adventszeit soll sie auf dem Kornmarkt stehen. Michael Juros findet das nicht gut: „Wenn schon auf den Schützenplatz, dann alle!“

Am Montag soll Gespräch mit der Stadt geben

Das sieht auch Steffen Heintze aus Oderwitz so. Im Sommer ist sein Geschäft als Softeis-Heintze bekannt, im Advent steht er traditionell mit seiner Glühwein-Pyramide auf dem Bautzener Wenzelsmarkt. Aber ob er die Pyramide auch auf dem Schützenplatz aufbaut, lässt er im Moment noch offen. „Wir werden vertrieben, aber die Eisbahn und die Buden ringsum dürfen im Zentrum bleiben“, ärgert er sich. „Das ist alles ohne uns Händler entschieden worden.“

Wegen der Extrawurst für die Eisbahn hätten sich mehrere Händler zusammengetan und die Stadtspitze um ein klärendes Gespräch gebeten, berichtet Heintze. Rathaussprecherin Laura Ziegler bestätigt den Eingang des Schreibens von 24 Händlern. Das erbetene Gespräch soll es am kommenden Montag geben.

Stadt verteidigt Extrawurst für die Eisbahn

Der Schützenplatz sei mit den Händlern bereits ausgelastet, dort gebe es für die Eisbahn keinen Platz, erklärt Laura Ziegler gegenüber Sächsische.de. Auch auf den Buttermarkt könne die Bahn in diesem Jahr nicht, dort seien die Hygieneauflagen nicht erfüllbar. „Daher geben wir dem Betreiber die Möglichkeit, die Eisbahn auf dem Kornmarkt zu platzieren. Hier können entsprechende Abstandsregelungen eingehalten und die Besucherinnen und Besucher bestmöglich geschützt werden.“ Wie im Vorjahr dürfe der Betreiber zwei gastronomische Stände aufstellen. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das kein zweiter Weihnachtsmarkt, sprich keine Konkurrenz zum Wenzelsmarkt.

Während Steffen Heintze für seine Pyramide noch überlegt, steht für Fleischermeisterin Claudia Wätzlich aus Rammenau fest: Sie wird ihren Stand auch auf dem Schützenplatz aufbauen. Sonst stand sie zur Wenzelszeit immer direkt am Hauptmarkt, aber „dieses Jahr ist alles etwas anders“, sagt sie. „Jedenfalls finde ich es sehr gut, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden soll, ob auf dem Schützenplatz oder im Stadtinneren. Ich bin überzeugt davon, das die Menschen ihren Weihnachtsmarkt lieben und brauchen. Es ist Tradition und es werden viele Leute kommen, egal wo er nun stattfindet.“

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