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Bautzen: Erste OB-Kandidaten begeben sich in die Spur

Im nächsten Jahr steht in Bautzen die Oberbürgermeisterwahl an. Was jetzt schon zu Bewerbern bekannt ist.

Wer sitzt im Bautzener Rathaus künftig auf dem Chefsessel? Noch knapp ein Jahr ist es hin bis zur Oberbürgermeisterwahl. Doch so langsam begeben sich die ersten Kandidaten in die Spur.
Wer sitzt im Bautzener Rathaus künftig auf dem Chefsessel? Noch knapp ein Jahr ist es hin bis zur Oberbürgermeisterwahl. Doch so langsam begeben sich die ersten Kandidaten in die Spur. © Symbolfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Um einen neuen Stadtrat und einen neuen sächsischen Landtag zu wählen, ging es für die Bautzener im Jahr 2019 zur Wahlurne. In diesem Jahr ruft die Bundestagswahl. Und auch das kommende Jahr bleibt nicht wahlfrei: Dann dürfen die Bautzener ihr Kreuzchen setzen, um einen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin zu wählen.

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Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat das Sächsische Innenministerium empfohlen, die Wahl am 12. Juni 2022 durchzuführen. Auch für die Landratswahl und etwaige andere Bürgermeisterwahlen in Sachsen sei das Datum empfohlen worden. Ob die Bautzener aber tatsächlich an jenem Tag für die Wahl eines Oberbürgermeisters zur Urne schreiten werden, darüber muss der Stadtrat noch entscheiden.

OB-Wahl in Bautzen soll im Juni 2022 stattfinden

Dennoch: Während die Tinte für das Bundestagswahlkreuzchen noch nicht einmal zu Papier gebracht worden ist, begeben sich in Bautzen bereits die ersten Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in die Spur. Am wenigsten überraschen dürfte die meisten jene Kandidatur, die über die Pressestelle der Stadtverwaltung verkündet worden ist: Bautzens amtierender Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) kann sie sich vorstellen, eine zweite Amtszeit anzutreten.

„Wenn man das erste Mal für eine Amtszeit antritt, wächst man erst mit der Zeit in entscheidende Netzwerke hinein“, sagt Alexander Ahrens. Er habe einige Projekte angeschoben und warte nun auf ihre Umsetzung. „Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren“, sagt er. „Ein Oberbürgermeister muss die Stadt nach außen vertreten und von innen heraus entwickeln. Beides möchte ich in einer zweiten Amtszeit fortführen“, so Ahrens.

Will noch eine weitere Legislaturperiode Bautzens Oberbürgermeister bleiben: Alexander Ahrens (SPD).
Will noch eine weitere Legislaturperiode Bautzens Oberbürgermeister bleiben: Alexander Ahrens (SPD). © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Was er damit konkret meint? Er wolle sich dafür einsetzen, dass das „LAB – Lausitz Art of Building“ nach Bautzen kommt. Im Zuge des Strukturwandelprozesses soll ein Großforschungszentrum in der Lausitz entstehen – und gefördert wird es vom Bund. Drei Projekte sind für die Lausitz noch im Rennen; eines davon ist jenes, um das es dem Oberbürgermeister geht und das sich mit dem Bauen in der Zukunft befasst. Ob und wo es umgesetzt wird, ist derzeit aber noch offen.

Ein weiteres Ziel, das Ahrens verfolge, sei die Einrichtung zweier Jugendtreffs im Allende-Viertel und im Gesundbrunnen. Der Ausbau des Rundweges um den Stausee sei ihm ebenso wichtig wie der Wiederaufbau des Reichentors. Und: Alexander Ahrens will den Durchgangsverkehr in der Innenstadt abschaffen. Der Lauengraben und die Steinstraße sollen künftig nur noch Zu- und Abfahrtsstraßen sein, wenn es nach ihm geht. Wie er das erreichen will, lässt er offen.

Andere Parteien halten sich bedeckt

Der Bautzener CDU-Stadtverband will sich noch nicht zu konkreten Zielen äußern. Nach Informationen von Sächsische.de führt aber auch die Partei bereits konkrete Gespräche mit einem möglichen Kandidaten. So könnte für die Partei nach jetzigem Stand Karsten Vogt ins Rennen gehen. Der Schulleiter und neue Präsident des Bautzener Lions-Clubs hat als langjähriger ehemaliger CDU-Stadtratsfraktionschef bereits Erfahrungen in vorderer Reihe gesammelt. Seinen Rücktritt vom Fraktions-Chefposten hatte er 2019 mit der beruflichen Belastung als Leiter des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums in Bautzen begründet. Die Kandidatur ist nach Informationen von Sächsische.de allerdings noch nicht durch eine Mitgliederversammlung bestätigt worden.

Gegenüber der Redaktion möchte Karsten Vogt den Wunsch zu kandidieren, noch nicht bestätigen. Auch der Stadtverband hält sich noch bedeckt. „Wir haben den Wunsch, die Oberbürgermeisterwahl mit einem guten Kandidaten zu bestreiten“, sagt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Christoph Mehnert nur. „Und uns ist dabei an einem gemeinsamen Prozess mit Partnern gelegen.“ Was er damit meint? Die Partei hoffe auf Unterstützung anderer Parteien oder Gruppierungen – konkrete Namen will Mehnert aber auch hier noch nicht nennen. Nur so viel auf Nachfrage: Die AfD oder die Linken seien nicht gemeint.

Nach Informationen von Sächsische.de ist Karsten Vogt als CDU-Kandidat für die Bautzener Oberbürgermeisterwahl im Gespräch.
Nach Informationen von Sächsische.de ist Karsten Vogt als CDU-Kandidat für die Bautzener Oberbürgermeisterwahl im Gespräch. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Wäre das Bautzener Bürgerbündnis so ein möglicher Unterstützer – oder will es einen eigenen Kandidaten stellen? Bürgerbündnis-Fraktionschef Steffen Tech antwortet darauf ausweichend. Es habe schon Gespräche gegeben, sagt er. Aber es müsse intern noch einiges abgestimmt werden. „Wir wollen zuerst schauen, welche Kandidaten mit welchen Schwerpunkten antreten“, so Tech. „Dann werden wir entscheiden, ob wir einen eigenen Kandidaten aufstellen oder einen anderen Bewerber unterstützen.“

Wie sieht es bei den anderen Parteien aus? Um die meisten verhält es sich still. Der AfD-Stadtratsfraktionschef Sieghard Albert, zum Beispiel, will nichts verraten. Und vom AfD-Kreisverband gibt es ebenso bislang keine Antwort auf eine entsprechende Anfrage von Sächsische.de.

Auch die FDP hält sich zurück. Zwar geben der FDP-Stadtverbandsvorsitzende Sirko Rosenberg und sein Stellvertreter, Mike Hauschild, eine gemeinsame Erklärung ab. Darin heißt es: „Es muss nun wirklich einen Neuanfang geben.“ Ziel sei es, den Oberbürgermeister auf seinem Posten abzulösen, erklärt Mike Hauschild. Mit wem an der Spitze sich die FDP diesen Wechsel vorstellt, dazu sagen die beiden aber noch nichts.

Ziel der Bautzener Linken sei es, „mit einem eigenen, attraktiven Personalangebot in die Oberbürgermeisterwahl 2022 zu gehen“, teilt Linken-Fraktionschefin Andrea Kubank mit. Der Ortsverband wisse aber noch nicht, ob er einen Kandidaten aus Reihen des Ortsverbandes stellen will – oder gemeinsam mit anderen politischen Partnern jemanden nominieren wird. Von den bereits bekannten Kandidaten wolle die Fraktion eher keinen unterstützen.

Recht sicher, dass aus den eigenen Reihen eher kein eigener Kandidat kommen wird, zeigt sich indes Claus Gruhl von den Grünen. „Ob wir jemand anderen unterstützen, wollen wir nach der Sommerpause beraten“, sagt der Stadtratsfraktionschef. Das Ende der Sommerpause, die Zeit nach der Bundestagswahl – es ist der Zeitpunkt, auf den die meisten Angefragten verweisen.

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