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Bautzen: Hier lernen Kinder Programmieren und 3D-Drucken

In Bautzen steht momentan ein Doppeldeckerbus auf dem Hauptmarkt - vollgepackt mit neuester Technik. Kinder können dort lernen, wie Virtual Reality funktioniert. Und einiges mehr.

Von Tim Ruben Weimer
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Justus (l.) und Moritz lassen sich auf dem Hauptmarkt in Bautzen von Valena Ammon im Fabmobil zeigen, was alles aus einem 3D-Drucker kommen kann.
Justus (l.) und Moritz lassen sich auf dem Hauptmarkt in Bautzen von Valena Ammon im Fabmobil zeigen, was alles aus einem 3D-Drucker kommen kann. © Steffen Unger

Bautzen. Die neunjährige Amy ist hellauf begeistert: "Ich habe mir eine Villa in den Bergen gebaut, mit ganz vielen Tieren", ruft sie, als es am Mittwochmittag auf dem Bautzener Hauptmarkt für die Kinder vom Hort der Fichte-Grundschule in die Mittagspause ihres Ferienprogramms geht. Auch der zehnjährige Tommy freut sich über die digitale Welt, die er sich vor wenigen Minuten am Laptop gebaut hat.

Kreativlabor tourt durch das ländliche Sachsen

In der Woche vom 8. bis 12. Juli 2024 steht auf dem Bautzener Hauptmarkt ein auffälliger, schwarzer Doppeldeckerbus, das sogenannte Fabmobil. Die beiden Etagen des Busses sind ausgestattet mit diversen Computern, 3D-Druckern und Virtual-Reality-Brillen. Damit sollen Kinder und Jugendliche an digitale Techniken wie zum Beispiel das Programmieren herangeführt werden. Der Bus, der seit 2020 als Kreativlabor auf Vereinsbasis durch den ländlichen Raum Sachsens tourt und auch in Bautzen bereits an mehreren Schulen Halt gemacht hat, ist nun Teil der Bautzener "Mint-mach-Woche" auf dem Hauptmarkt. Die Abkürzung "Mint" steht dabei für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Das Fabmobil steht derzeit auf dem Bautzener Hauptmarkt.
Das Fabmobil steht derzeit auf dem Bautzener Hauptmarkt. © Steffen Unger

In dieser Woche kommen neben den Hortkindern der Fichte-Grundschule auch jene der Kinderinsel Großdubrau in den Genuss, auf dem Hauptmarkt neueste Technik ausprobieren zu dürfen. Was genau die Kinder lernen, erklärt Workshopleiter Benno Brucksch: "In unserem Software-Programm CoSpaces programmieren die Kinder zum Beispiel Escape-Spiele und probieren diesen dann über Virtual-Reality-Brillen aus", erklärt er. Die Kinder können wählen zwischen Stadt, Land, Wüste oder Universum und dort Tiere und Gegenstände platzieren, deren Verhalten sie eigenständig über ein Baukastensystem vorgeben.

Das läuft kinderfreundlich über einfache Befehle, die den Objekten zugeordnet werden können, setzt aber dennoch bereits ein gewisses logisches Denkvermögen voraus. Ältere und fortgeschrittene Kinder können schauen, welche Befehle der Programmiersprache Python sich hinter ihren Baukastenblöcken verstecken.

Eigenes Spiel auf Virtual Reality-Brille spielen

Ausprobieren lässt sich das selbst programmierte Spiel dann auf dem Handy: Der Bildschirm wird zweigeteilt und setzt diese durch die Gläser einer selbst gebastelten VR-Brille aus Holz zu einem 3D-Bild zusammen. So können die Kinder durch ihre eigens erschaffenen Landschaften laufen und mit ihren Figuren interagieren.

Im Fabmobil wird getüftelt.
Im Fabmobil wird getüftelt. © William Veder

Zusätzlich probieren sich die Hortkinder im Fabmobil auch am 3D-Druck aus. Das sei angesichts der Temperaturen von über 30 Grad in dieser Woche allerdings etwas eingeschränkt, gibt Brucksch zu. Die Maschinen drohen im Bus heißzulaufen, programmiert wird inzwischen im Schatten vor dem Bus.

Fabmobil ist am Freitag offen für spontane Besucher

Das Fabmobil ist am Freitag, dem 12. Juli, auch für spontane Besucher offen, die sich die Technik anschauen und sie ausprobieren wollen. Während der restlichen "Mint-mach-Woche", die von der Bautzener Kinder- und Jugendbibliothek organisiert und vom am Technologie- und Gründerzentrum angesiedelten Minos-Projekt unterstützt wird, stehen für spontane Besucher auch die Fahrbücherei und ein Stand verschiedener Projektpartner bereit.

Am Donnerstag und Freitag lassen sich bei Letzterem mit dem Schülerlabor DeltaX vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und dem LernLabor-Farbe der TU Dresden die Farben des Lichts erforschen. Am Anfang der Woche waren auch das Deutsche Zentrum für Astrophysik und die Bautzener Energie- und Wasserwerke vor Ort.

Die "Mint-mach-Woche" und vor allem der offene Freitag im Fabmobil richten sich an Kinder ab neun Jahren. Die Angebote sind kostenfrei und können ohne Anmeldung besucht werden.