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Bautzen: Förderverein kündigt Krone-Vertrag

Noch bis Jahresende finden Veranstaltungen in der Stadthalle statt. Die Wohnungsbaugesellschaft hat jetzt verschiedene Lösungen im Blick.

Die Bautzener Wohnungsbaugesellschhaft hat in der Krone in den letzten Monaten Brandschutzarbeiten durchführen lassen. Das Gebäude ist fit für den Neustart - doch ab Januar könnten die Türen erst einmal geschlossen bleiben.
Die Bautzener Wohnungsbaugesellschhaft hat in der Krone in den letzten Monaten Brandschutzarbeiten durchführen lassen. Das Gebäude ist fit für den Neustart - doch ab Januar könnten die Türen erst einmal geschlossen bleiben. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Noch ziemlich frisch scheint die Nachricht: Ja, der Probebetrieb in der Krone ist möglich. Die Stadt zahlt einen Mietzuschuss an den Förderverein, dieser vermietet das Gebäude für einzelne Abende an Vereine, Konzertveranstalter oder Schulen weiter. In der Zwischenzeit sind auch die Brandschutzertüchtigungen abgeschlossen, teilt die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) mit, der das Gebäude gehört. Nun ist bekannt geworden: Der Krone-Förderverein hat den Mietvertrag für Bautzens ehemalige Stadthalle zum Jahresende gekündigt. Die Geschäftsführerin der BWB, Kirsten Schönherr, bestätigt das auf Anfrage von Saechsische.de. Sie habe davon vor etwa einer Woche erfahren.

„Das Ziel des Vereins war es, die Krone zu retten“, sagt Utta Winzer, Vorsitzende des Krone-Fördervereins. „Das ist zum Greifen nah; unser Wunsch, das Haus zu beleben, wird mit den ersten Veranstaltungen bald erfüllt“, sagt sie. Dennoch – der Verein habe keine andere Wahl gesehen, als den Mietvertrag zu kündigen. „Die Betreibung ist ehrenamtlich einfach nicht zu leisten“, sagt sie. Damit meint sie zum einen, dass viele der Vereinsmitglieder berufstätig sind – die Organisation zeitaufwendig.

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Krone ist ein Zuschussobjekt

Utta Winzer spricht aber auch von Gutachten eines Wirtschaftsprüfers zur Krone. Dieses wie auch andere Kulturhäuser seien eben Zuschussobjekte. Die Betreibung der Krone sei kostendeckend nicht möglich. „Die Frage ist: Wer zahlt die Differenz?“, so Utta Winzer. Der Verein hafte dafür; das könne er nicht leisten. Zum einen seien Anfragen von professionellen Veranstaltern in diesem Jahr coronabedingt zurückgezogen worden. Und vor allem: Es sei unklar, wie es mit dem städtischen Zuschuss weitergehe.

Für den Probebetrieb der Krone, so ist es mit der Stadt vereinbart, soll der Verein drei Jahre lang jeweils einen Zuschuss zur Miete bekommen. Laut Kirsten Schönherr von der BWB geht es dabei im kommenden Haushaltsjahr um 50.000 Euro. Dem muss aber der Stadtrat im Rahmen der jeweiligen Haushaltsplanung erst zustimmen. Die Miete für das Gebäude liegt bei 70.000 Euro; die Differenz muss der Verein einspielen. Außerdem muss der Verein Kosten übernehmen, wie die für einen Hausmeister, einen Veranstaltungstechniker oder auch die Reinigung des Gebäudes. Mit möglichen Veranstaltern müssten die Vereinsmitglieder schon jetzt für das nächste Jahr Verträge abschließen. Das alles sei dem Verein zu unsicher.

Einige Veranstaltungen sollen trotzdem stattfinden

Was aber bedeutet das alles jetzt? Fest steht: Die Jugendweihen sollen in diesem Jahr Mitte Oktober wie geplant stattfinden, auch andere Veranstaltungen sollen bis Ende des Jahres noch möglich sein. Ab Januar, sagt Kirsten Schönherr, ist offen, wie es weitergeht: „Es gibt noch keinen neuen Betreiber.“ Die BWB selber – so viel steht fest – kann das Gebäude nicht vermieten, zumindest nicht für einzelne Abende. Das ist aus steuerrechtlichen Gründen nicht möglich.

Aber die BWB will sich um einen neuen Betreiber kümmern und hat bereits mehrere Lösungen im Blick. Eine davon – diese Idee wünscht sich der Förderverein – ist die Idee einer Tochtergesellschaft der BWB, die sich mit der Krone befassen könnte. „Dafür wäre aber ein Stadtratsbeschluss notwendig“, sagt Kirsten Schönherr, und bisher sei das nicht gewollt gewesen. Außerdem würde es länger dauern, bis eine solche Tochtergesellschaft gegründet wäre. Einen Eventmanager sehe die BWB jedenfalls nicht als Betreiber, denn das verfehle das Problem. „Die Nachfrage, die Krone für Veranstaltungen zu mieten, ist ja da“, sagt Schönherr – es gehe vielmehr um Aspekte, wie Geld für einen Techniker, einen Hausmeister, Sicherheitsleute und mehr.

Wohnungsbaugesellschaft sucht Lösung

Es gebe aber auch noch eine andere Möglichkeit für ein Betreibermodell, über das die BWB jedoch noch nicht sprechen möchte. „Es müssen jetzt erst einmal beide Seiten prüfen, ob das möglich ist“, sagt Kirsten Schönherr nur. Noch in dieser Woche wolle sie darüber mit dem Oberbürgermeister reden.

Wie sieht es nun also aus mit dem städtischen Zuschuss? „Der städtische Zuschuss ist ein durch Stadtrat und Stadtverwaltung Bautzen ausgehandelter Kompromiss, an dem die Stadt zunächst festhält“, erklärt Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD). Eine konkrete Summe nennt er nicht. Auch zu weiteren Schritte will er nichts sagen; es gelte nun, Gespräche mit der BWB und dem Stadtrat zu führen.

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