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Bautzen: Gedenken an Opfer des Häftlingsaufstandes

Mit einem Gottesdienst im Dom St. Petri soll an die brutale Niederschlagung der Proteste im Frühjahr 1950 erinnert werden.

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Mit einem Gottesdienst im Dom St. Petri soll am 27. März den Opfern des Häftlingsaufstandes von 1950 gedacht werden.
Mit einem Gottesdienst im Dom St. Petri soll am 27. März den Opfern des Häftlingsaufstandes von 1950 gedacht werden. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Für Sonntag, dem 27. März, lädt das Bautzen-Komitee alle Interessierten zum alljährlichen öffentlichen Gedenken an die Opfer des Häftlingsaufstandes von 1950. Das Gedenken beginnt 10.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde St. Petri, der Gedenkstätte Bautzen, des Bautzen-Komitee und der Stadt Bautzen unter Leitung von Superintendent Tilmann Popp im Dom St. Petri.

12 Uhr gibt es ein Violoncello-Konzert in der Andachtskirche auf dem Karnickelberg. Anschließend findet eine Kranzniederlegung in der dortigen Gedenkstätte statt.

Häftlingsaufstand 1950 von Volkspolizei niedergeschlagen

Im März 1950 kam es in der Haftanstalt Bautzen I zu zwei Aufständen. Am 13. März traten nahezu alle Häftlinge in einen Hungerstreik, um gegen die lebensbedrohlichen medizinischen Bedingungen und die katastrophale Essensversorgung zu protestieren. Nach Verhandlungen mit russischen Offizieren beruhigte sich die Lage zunächst. Als zwei Wochen später noch keine Änderung der Zustände absehbar war, flammte der Häftlingsaufstand am 31. März erneut auf. Mit einer nie dagewesenen Brutalität knüppelten Bereitschaftskräfte der Volkspolizei diesen Aufstand nieder.

40 Jahre nach den Ereignissen schlossen sich die Häftlinge von damals am 31. März 1990 zum Bautzen-Komitee zusammen. Ihr Ziel war und ist die Aufarbeitung der Verbrechen, die in den Bautzener Gefängnissen begangen wurden. Unter anderem auf ihre Initiative entstand auf dem Karnickelberg eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die ungezählten Opfer der beiden Bautzener Haftanstalten. (SZ)