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Kreis Bautzen: "Wir haben nochmal Glück gehabt"

Nach dem Hochwasser hat sich Bautzens Landrat Michael Harig am Montag in den betroffenen Orten umgesehen. Gegenüber Sächsische.de zieht er ein erstes Fazit.

Landrat Michael Harig zieht nach einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Orten eine erste Bilanz: "Trotz aller Schäden: Wir haben nochmal Glück gehabt."
Landrat Michael Harig zieht nach einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Orten eine erste Bilanz: "Trotz aller Schäden: Wir haben nochmal Glück gehabt." © Uwe Soeder

Bautzen. Am Montag hat sich Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) gemeinsam mit der Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, Regina Kraushaar, in den vom Sonnabend-Hochwasser betroffenen Orten umgeschaut. Danach zog er für Sächsische.de ein erstes kurzes Fazit.

Herr Harig, wie schätzen Sie die Lage in den Orten ein?

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Wir haben uns in Wilthen, Neukirch und einigen anderen Orten umgesehen und mit den Bürgermeistern und Einwohnern gesprochen. Ja, es gibt Schäden, in viele Häuser ist Wasser eingedrungen, teilweise bis ins erste Obergeschoss. Es wurden Straßenränder unterspült und Wege überflutet. Aber es gab keine Verletzten, es blieb überall bei Sachschäden. Insgesamt kann man sagen: Wir haben noch einmal Glück gehabt. Katastrophenvoralarm musste nicht ausgerufen werden, da die Ereignisse vor Ort beherrscht werden konnten. Dennoch ist die Betroffenheit zum Teil groß, vor allem dort, wo Menschen betroffen sind, die bereits beim Hochwasser 2010 geschädigt wurden.

Stichwort Straßenränder, Wege und einiges mehr: Sehen Sie da jetzt größere Investitionen auf den Landkreis zukommen?

Ja und nein. Was in unserer Verantwortung liegt und was wir reparieren können, werden wir tun. Aber ich habe die Bürgermeister gebeten, uns die Schäden an der kommunalen Infrastruktur mitzuteilen. Das sächsische Kabinett will sich am Dienstag einen Überblick verschaffen und entscheiden, wo eventuell der Freistaat helfen kann und muss.

Seit den Fluten 2010 und 2013 wurde viel Geld in den Hochwasserschutz investiert. Hat sich das jetzt ausgezahlt?

Auf jeden Fall. Es wurden seitdem Stützmauern befestigt und Wehre ertüchtigt, das hat sich jetzt bemerkbar gemacht. Und viele Menschen waren jetzt auch sensibler für eine solche Situation. Das zeigte sich daran, wie gut in den betroffenen Orten noch am Sonnabend gegenseitige Hilfe organisiert wurde und wie besonnen die Gemeindeverwaltungen reagiert haben. Die regionale Leitstelle hat 207 Einsätze koordiniert. Das Landratsamt hat mehrere tausend Sandsäcke nach Neukirch/Lausitz geliefert, die B 98 gesperrt und entsprechende Umleitungen eingerichtet.

Viele Haushalte, die vom Wasser geschädigt wurden, brauchen jetzt Hilfe. Gerät da die Hilfe für Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen etwas aus dem Blickfeld?

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Nein. Die Lage in den dortigen Hochwassergebieten ist viel, viel schlimmer. Das lässt sich überhaupt nicht vergleichen. Wir haben als Landratsamt ein Spendenkonto eingerichtet, überhaupt gibt es viele Möglichkeiten zu spenden. Als seinerzeit die Flut in Sachsen tobte, bekamen wir Hilfe aus dem ganzen Bundesgebiet. Jetzt ist die Zeit, um unsererseits zu helfen. Zurzeit liegt dem Landkreis eine Hilfeanfrage des sächsischen Innenministeriums zur Betreuung von Menschen und für den Sanitätsdienst vor. Der Katastrophenschutzbereich des Landratsamtes hat die Anfrage geprüft und kurzfristige Hilfe mit verschiedenen Einsatzgruppen mit insgesamt 25 Einsatzkräften angeboten.

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