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Wie gefährlich ist die Salzenforster Straße?

Weil viele Laster durch den Ort fahren, haben Anwohner Angst um ihre Kinder. Nun verstärkt ein schwerer Unfall ihre Sorgen.

Daniel Mirtschink (l.) und weitere Anwohner der Salzenforster Straße in Bautzen fordern, dass auf der Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt wird. Erst vor Kurzem hat es an der Kreuzung mit der Handrij-Zejler-Straße einen Unfall gegeben.
Daniel Mirtschink (l.) und weitere Anwohner der Salzenforster Straße in Bautzen fordern, dass auf der Straße eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt wird. Erst vor Kurzem hat es an der Kreuzung mit der Handrij-Zejler-Straße einen Unfall gegeben. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Das Loch in der Hauswand ist bereits repariert worden. Aber es ist noch gut zu erkennen, wo vor ungefähr zwei Wochen ein Auto gegen die Wand des Hauses im Bautzener Ortsteil Salzenforst prallte. Nüchtern klingt, was die Polizei zum Unfall mitteilt: Der Fahrer des Wagens war auf der Handrij-Zejler-Straße in Richtung Autobahn unterwegs. An der Kreuzung mit der Salzenforster Straße übersah der Fahrer offenbar die Vorfahrt eines Autos auf der Salzenforster Straße, berichtet die Polizei. Bei dem Unfall ist die Fahrerin des Wagens auf der Salzenforster Straße schwer verletzt worden. Das Auto des Unfallverursachers prallte gegen die Hauswand; die beiden Insassen erlitten leichte Verletzungen. Die Polizei nennt eine Gesamtschadenssumme von 25.000 Euro.

Weniger nüchtern klingt Daniel Mirtschink, als er davon spricht. „Seit Jahren ändert sich nichts“, sagt er – mit Betonung auf dem Wort „Jahren“. „Der Unfall hat noch einmal gezeigt, wie gefährlich die Situation hier ist“. Der dreifache Vater wohnt mit seiner Familie an der Salzenforster Straße – und schon lange sorgt er sich um seine Kinder. Erst im September hatte er sich deshalb an Sächsische.de gewandt. Der Grund: Täglich brausen unzählige Lastwagen die Straße entlang; es gibt keinen Fußweg. Die Kinder der Anwohner müssen auf dem Grünstreifen zur Bushaltestelle laufen. Und: An den Kreuzungen ist die Sicht schlecht. Auf der Salzenforster Straße droht Gefahr, ist Mirtschink überzeugt.

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Tempolimit und Lkw-Fahrverbot gefordert

Schon lange kämpfen er – und auch einige andere Anwohner – deshalb für ein Tempolimit auf der Straße. Die Anwohner fordern, dass Autos und Lastwagen dort nur noch 30 km/h fahren dürfen. Mirtschinks favorisierte Lösung geht noch einen Schritt weiter: Er wünscht sich, dass die Route für Lkw gesperrt wird.

Aber wie gefährlich ist es dort wirklich? Aus Sicht der Polizei hält sich die Lage an der Kreuzung der Salzenforster Straße mit der Handrij-Zejler-Straße noch in Grenzen. Drei Unfälle hat es in der Zeit von 2018 bis 2020 gegeben; jedes Jahr einen. Bei jedem der Unfälle habe es zwar Verletzte gegeben, teilt Polizeisprecher Kai Siebenäuger mit. Aber: Weder lasse sich aus den Unfallhergängen ein expliziter unfallbegünstigender Einflussfaktor herauslesen, sagt Siebenäuger, noch gebe die Zahl der Verkehrsunfälle über diesen großen Zeitraum Anlass für ein Einschreiten der Unfallkommission.

© SZ-Grafik

Etwas anders sieht es zwei Kreuzungen weiter westlich aus. Dort kreuzt die Salzenforster Straße die S 106, den Zubringer zur Autobahn. „Die ist, aufgrund schwerer Unfälle in der Vergangenheit, eine Unfallhäufungsstelle“, erklärt Siebenäuger. 2017 habe es dort fünf Unfälle gegeben, bei dreien sind Leute verletzt worden. 2018 und 2019 blieb es an der Stelle zwar ruhig, aber auch dort knallte es in diesem Jahr bereits. Drei Unfälle gab es bisher – zwei mit leicht Verletzten, einen mit Sachschaden.

Und was sagt die Stadt dazu? Angesichts des neuen Unfalls – wird sich nun etwas tun? „Dass es an der Kreuzung der Salzenforster Straße mit der Handrij-Zejler-Straße zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen ist, bedauern wir sehr“, teilt Bautzens Pressesprecherin Laura Ziegler mit. „Wir haben festgestellt, dass Unfälle zu einem deutlich überwiegenden Teil auf das Fehlverhalten einzelner Personen zurückzuführen sind.“

Die Sichtverhältnisse von der Zufahrt Handrij-Zejler-Straße nach links und rechts, ist die Stadtverwaltung überzeugt, sind ausreichend. Weiterhin gebe es keine rechtliche Grundlage, um ein Tempolimit einzuführen. Auch, die Straße für den Lastwagenverkehr zu sperren, sei nicht möglich: „Eine solche Regelung kann keine Option sein, da die Kiessandgrube Salzenforst auf den LKW-Verkehr angewiesen ist“, so Ziegler.

Bringt Kieswerk-Erweitung noch mehr Verkehr mit sich?

Lediglich eine Sache ist klar: Die Unfallkreuzung der Salzenforster Straße mit dem Autobahnzubringer, die soll tatsächlich entschärft werden – durch einen Kreisverkehr. Dieser ist für das kommende Jahr geplant, so die Stadt.

Dennoch: Die Lage auf der Salzenforster Straße könnte sich schon bald verschärfen, sorgt sich Daniel Mirtschink. Denn das Asphaltmischwerk Amos, das seinen Sitz an der Straße hat, willsich vergrößern, habe er gehört. Der Verkehr auf der Straße könnte zunehmen, bangt er.

Fahren also künftig mehr Laster die Straße entlang? Tatsächlich, bestätigt Amos-Prokuristin Jana Albrecht, sind Bauarbeiten am Asphaltwerk geplant. Und ja, das bedeute auch eine Vergrößerung. Die Sorge, dass damit mehr Lastwagenverkehr einhergeht, sagt sie, „ist aber unbegründet“. Es solle nicht mehr Material transportiert werden. Durch die Erweiterung solle stattdessen vor allem die Lagerkapazität erhöht werden.

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