merken
Bautzen

Mättig-Stipendium für Nachwuchswissenschaftler

Mit der Unterstützung untersucht Gerald Grajcarek das Tischlerhandwerk um 1500. Historiker Max Grund sieht sich die Kamenzer Stadtbücher genauer an.

Max Grund (links) und Gerald Grajcarek sind die neuen Stipendiaten der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung.
Max Grund (links) und Gerald Grajcarek sind die neuen Stipendiaten der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung. © Miriam Schönbach

Bautzen. Gerald Grajcarek und Max Grund sind die neuen Stipendiaten der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung. Anlässlich des Festgottesdienstes haben die Nachwuchswissenschaftler jeweils die einmalige Zuwendung in Höhe von 1.200 Euro erhalten. „Beide Arbeiten sind wichtige Beiträge zur regionalen kulturellen Identität der Oberlausitz, beide Ausgezeichnete kommen aus der Oberlausitz“, sagte Stiftungsratsvorsitzender Uwe Koch anlässlich der Stipendienverleihung am Sonntag.

Anzeige
Sie bringt Maschinen zum Singen
Sie bringt Maschinen zum Singen

Ab April 2022 ist Esmeralda Conde Ruiz die neue Residenzkünstlerin des Schaufler [email protected] Dresden. Was sie vorhat, gab es so bisher noch nie.

Gerald Grajcarek erforscht die Konstruktionsgeschichte von spätmittelalterlichen Altarretabeln der Oberlausitz. „Ich nehme den Altaraufsatz als Zeugnis der Produktion eines Tischlers und betrachte den Stand der Technik im Tischlerhandwerk um 1500“, sagt der gebürtige Bautzener.

Erforschung mittelalterlicher Stadtgeschichte

Das Mättig-Stipendium will er für die Ausweitung seines Forschungsprojekts an der Universität Bamberg nutzen und eine vergleichende Studie zur Konstruktionsentwicklung des Tischlerhandwerks im einstigen Kulturraum Oberlausitz, Schlesien und Franken anfertigen. „Dabei geht es um die Erforschung des Innovationstransfers bei den Tischlern“, sagt der gelernte Möbeltischler. Als studierter Restaurator ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden.

Ausgangspunkt der Forschungen des Historikers Max Grund sind die Kamenzer Stadtbücher. „Diese Aufzeichnungen rechtlich verbindlicher Anordnungen kleiner Städte können dabei helfen, ihre mittelalterliche Geschichte zu rekonstruieren. Oft sind die Stadtbücher neben Urkunden die einzigen Quellen“, sagt der Wissenschaftler. Diese Überlieferungen seien von unterschiedlichstem Inhalt zur Wirtschafts- und Alltagsgeschichte.

Mättig-Stipendiaten treffen sich

Bei seiner Promotion zu „kleinstädtischen Wirtschaften im Spätmittelalter“ will er unter anderem nach regionalen Spezifika der Stadtbücher schauen. Das Stipendium soll dem Kamenzer helfen, weitere Archive zum Beispiel in Zittau, Görlitz und Dresden aufzusuchen. Max Grund ist Wissenschaftler am Historischen Seminar der Kieler Universität.

Seit 2009 wurden 14 Mättig-Stipendien vergeben. Auf Initiative einstiger Stipendiaten und der Mättig-Stiftung hat sich im Rahmen des Mättig-Festwochenendes erstmals der Alumni-Kreis der Mättig-Stipendiaten getroffen. Dieses Absolvententreffen soll künftig immer am letzten September-Wochenende in Bautzen stattfinden. Vorstellbar ist, dass die jungen Wissenschaftler bei einem Vortrag ihre aktuellen Forschungsarbeiten vorstellen, auch um die Verbindung mit der Region und der Mättig-Stiftung zu halten. „Es besteht der Wunsch auf ein regelmäßiges Format immer am Vorabend der Stipendienvergabe, gekoppelt mit einer öffentlichen Veranstaltung“, sagt Uwe Koch.

Weiterführende Artikel

Mättig-Brot kommt zurück in die Regale

Mättig-Brot kommt zurück in die Regale

Mit drei Projekten will die Mättig-Stiftung in diesem Jahr an den Bautzener Stifter erinnern. Bei einem davon kann jeder mit Genuss Gutes tun.

Bautzen: Mättig-Epitaph wird eingeweiht

Bautzen: Mättig-Epitaph wird eingeweiht

Vor zehn Jahren begann die Restaurierung des Denkmals im Petri-Dom. Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen. Allerdings kann das nicht wie geplant gefeiert werden.

Die Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung zählt zu den ältesten Stiftungen in Sachsen. Gegründet wurde sie Mitte des 17. Jahrhunderts durch den Bautzener Ratsherrn und Mediziner Gregorius Mättig (1585 - 1650). Die von ihm begründeten Stiftungen förderten fast 300 Jahre Bildung und Wissenschaft in der Oberlausitz. Mehr als 1.000 jungen Menschen ermöglichten sie ein Studium oder den Schulbesuch. Von seinem Tod bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestand die Stiftung ohne Unterbrechung fort.

Mehr zum Thema Bautzen