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Bautzen: Gesundbrunnen soll sauberer werden

Immer wieder klagen Anwohner im Stadtteil über herumliegenden Müll. Jetzt plant der Quartiersmanager Aktionen - und hofft auf Mithilfe.

David Remetter vom Quartiersmanagement im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen plant Müllsammelaktionen, damit es im Viertel wieder sauberer wird.
David Remetter vom Quartiersmanagement im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen plant Müllsammelaktionen, damit es im Viertel wieder sauberer wird. © Steffen Unger

Bautzen. Mindestens fünf große blaue Müllsäcke, Planen, ein Einkaufswagen – all das lag vor Kurzem zwischen den Bäumen an der Max-Planck-Straße im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen. „Ekelhaft“, fand Michaela Apel aus Bautzen und postete ein Foto von dem Müllhaufen auf Facebook. Und sprach damit offensichtlich vielen anderen Anwohnern aus der Seele.

„So etwas passiert leider viel zu oft“, schrieb jemand unter das Foto. „Der Einkaufswagen liegt schon lange. Einfach eine Sauerei“, kommentierte jemand anderes. „Das sah schon schlimmer aus“, urteilte wiederum eine andere Person und schrieb ernüchtert: „Aber das interessiert keinen.“

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Passiert ist das Ganze Mitte März. Es ist aber nicht das erste Mal, dass sich Anwohner in Gesundbrunnen über Müll ärgern. An der Stelle, an der Michaela Apel die blauen Tüten entdeckte, lag nicht zum ersten Mal Müll, sagt sie. „Mir ist die Stelle länger bekannt. Dort ist es immer wieder zugemüllt“, sagt sie. „Das macht mich wütend. Vor allem, wenn ich an die Tiere denke, bricht es mir das Herz. Die können sich in den Tüten verfangen und ersticken – oder sie fressen Dinge, die nicht für sie vorgesehen sind, und verenden elendig.“ Auch um die Umwelt sorge sie sich. „Was, wenn da Flüssigkeiten wie Öl in den Mülltüten sind, die in den Boden versickern?“, fragt sie.

Umfrage in Gesundbrunnen: Leute ärgern sich über Müll

Oft waren Müllablagerungen in Gesundbrunnen auch schon Thema in der Sächsischen Zeitung. Und auch eine neue Umfrage unter Anwohnern zeigt, dass Unrat in dem Viertel die Gemüter erhitzt.

Die Umfrage, bei der es insgesamt um die Lebensqualität im Stadtteil ging, hat Quartiersmanager David Remetter durchgeführt. Etwa 60 Leute haben daran teilgenommen. Sie fanden Lob: Etwa ein Drittel der Befragten freute sich über eine gute Infrastruktur; nannte die Nähe zu Einkaufsläden, Ärzten und Schulen. Es gab aber auch Kritik. Auf die Frage, was ihnen an ihrem Stadtteil nicht gefällt, tauchte eine Antwort besonders häufig auf: die mangelnde Sauberkeit. Ob Hundehaufen, Zigarettenstummel auf Spielplätzen oder auf den Wegen – das empfinden viele Bewohner als Problem.

Blaue Müllsäcke und Planen hatten Unbekannte im März in einem Waldstück in der Max-Planck-Straße im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen abgeladen.
Blaue Müllsäcke und Planen hatten Unbekannte im März in einem Waldstück in der Max-Planck-Straße im Bautzener Stadtteil Gesundbrunnen abgeladen. © Michaela Apel

Immer wieder, berichtet David Remetter, kommen deshalb auch Leute zu ihm. „Illegale Mülldeponien“, sagt er, „sind dabei eher die Ausnahme.“ Es handele sich eher um ein Flächenproblem, echte Schwerpunkte gebe es nicht. „Es geht zum Beispiel um Müll, der einfach über den Zaun geworfen wird“, erzählt er. Sorgen bereiteten vielen Familien die Spielplätze. „Sie berichten von Zigarettenkippen oder Glasscherben, an denen sich die Kinder verletzen könnten“, sagt Remetter. Und: Immer wieder gehe es um Hundehaufen. „Viele Anwohner wünschen sich einen Hundespielplatz“, erzählt er.

Müllberg in der Max-Planck-Straße schnell weggeräumt

Auch wegen des Müllbergs in der Max-Planck-Straße meldeten sich Bewohner des Viertels beim Quartiersmanager. „Ich habe daraufhin die BBB angerufen“, berichtet er, also die Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen. Die ist für die Stadtreinigung zuständig. „Die Mitarbeiter haben den Müll dann weggeräumt“, sagt David Remetter. Kurz nach dem Facebook-Post von Michaela Apel war dieses Problem damit beseitigt.

Eine Sache, die sich schnell erledigen ließ. David Remetter wünscht sich deshalb, dass sich die Anwohner frühzeitig bei ihm melden, wenn sie ähnliche Müllablagerungen entdecken.

Damit sich die Situation aber auch nachhaltig verbessert, will der Quartiersmanager noch mehr tun. Vor allem will er ein altes Projekt wieder aufleben lassen. Im Sommer 2019 begannen Anwohner damit, Müll zu sammeln – zunächst auf den Spielplätzen in dem Stadtteil. Rund 20 Leute nahmen an der ersten Aktion teil, die Maxi Hoke, damals Projektleiterin der Bewohnerselbstorganisation in Gesundbrunnen, ins Leben gerufen hatte. Auch damals bereiteten den Anwohnern vor allem Glasscherben auf den Spielflächen Sorgen.

Erste Aktion ist zusammen mit der Oberschule geplant

David Remetter organisiert jetzt eine neue Müllsammelaktion. „Gerade besorgen wir Müllbeutel und Handschuhe – und organisieren, wie und wo wir den Müll entsorgen können“, berichtet er. Wenn er von „wir“ spricht, dann meint er das Mehrgenerationenhaus und die Oberschule in Gesundbrunnen. In dieser Konstellation soll der erste Termin stattfinden.

Später möchte David Remetter Vereine und Anwohner dazuholen. Beginnen will die Gruppe dann, wie schon 2019, auf den Spielplätzen. Nur einen Haken gibt es noch: „Der Termin ist noch offen“, sagt David Remetter. „Wir müssen das von der Corona-Situation abhängig machen. Wenn es möglich ist, wollen wir die erste Aktion spätestens Anfang Juni durchführen.“

Dass es auch vonseiten der Anwohner Interesse an solchen Aktionen gibt, zeigt sich übrigens auch unter dem Facebook-Foto zu den Müllsäcken in der Max-Planck-Straße. Kurz nachdem das Foto gepostet wurde, schlug eine Frau vor: „Ich weiß, es behebt die Ursache des Problems nicht. Aber vielleicht hat ja jemand Lust und Zeit: Wir räumen das gemeinsam weg, und zack ist‘s hübscher.“ In diesem Fall kamen der Quartiersmanager und die BBB ihr und den anderen zuvor. Bei den Müllsammelaktionen können sich dann aber alle Bereitwilligen einbringen.

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