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Köstlichkeiten aus aller Welt auf dem Schützenplatz

Beim Streetfood-Festival in Bautzen bieten internationale Köche Spezialitäten aus ihren Heimatländern an. Dabei geht es um mehr als nur das Essen.

Beim Streetfood-Festival auf dem Bautzener Schützenplatz bietet Maureen Schubert Gerichte aus ihrem Heimatland Tansania an.
Beim Streetfood-Festival auf dem Bautzener Schützenplatz bietet Maureen Schubert Gerichte aus ihrem Heimatland Tansania an. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Es ist unruhig am bunt geschmückten Wagen von Maureen Schubert. Gemeinsam mit ihrer Tochter lädt sie verschiedenes Gemüse aus dem Auto und räumt alles an seinen Platz. „Bei mir gibt es ostafrikanische Spezialitäten“, sagt die Betreiberin des Standes „Hakuna Matata“ stolz. In wenigen Stunden wird sie die für Besucher des Streetfoodmarkts auf dem Schützenplatz frisch zubereiten.

Dieses Konzept, Speisen direkt auf der Straße frisch zuzubereiten, gibt es aber schon länger. Vor allem in Ländern Asiens und Afrikas ist es sehr ausgeprägt. In den letzten Jahren entwickelte es sich besonders in den USA zu einem Trend, der sich nun auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreut.

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Maureen Schubert hat sich auf Gerichte aus ihrem Heimatland spezialisiert. „Die Rezepte habe ich von meiner Mutter und Großmutter“, erzählt die gebürtige Tansanierin. So  kocht sie in ihrer kleinen mobilen Küche Speisen wie „Gulasch à la Afrika“ mit Erdnusssauce oder Spinat in Kokosmilch und Erdnussstücken. Die Gewürze für dieses Essen bezieht sie aus Tansania. „Wenn ich einmal im Jahr, in den Wintermonaten nach Hause fahre, dann gehe ich auf kleine Dorfmärkte und hole mir Inspiration für neue Gerichte“, sagt sie.

Von der Schneiderin zur Streetfood-Köchin

Eigentlich war Maureen Schubert Kostümschneiderin in Kenia – bis sie sich in einen Dresdner verliebte und zu ihm zog. Hier hat sie zu Beginn mit der Nähmaschine ihrer Großmutter weiter afrikanische Damenmode genäht und Modenschauen organisiert. Dazu gab es natürlich auch ein paar afrikanische Snacks. Die haben den Kunden so gut geschmeckt, dass sie immer öfter zu Festen eingeladen wurde. „Dann kamen plötzlich so viele Anrufe, dass ich gar keine Zeit mehr zum Nähen hatte“, erinnert sie sich lachend.

Modenschauen macht sie jetzt nur noch selten, stattdessen hat sie sich mit den ostafrikanischen Spezialitäten selbstständig gemacht. Und das mit viel Leidenschaft: „Meine Kunden sind für mich wie meine Kinder. Ich möchte, dass sie glücklich sind“, sagt sie. Das sind sie offensichtlich. Von März bis Oktober Maureen mit ihrem Stand unterwegs – auf Stadt- und Dorffesten, Weihnachtsmärkten oder eben mit „Streetfood on Tour“.

Dafür ist sie gemeinsam mit etwa 40 weiteren Köchen in ganz Deutschland unterwegs und verzaubert die Besucher mit Köstlichkeiten aus aller Welt. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt die 50-Jährige. Durch Auf- und Abbau der Stände verbringen sie oft bis zu fünf Tage am Stück miteinander. Und das 45-mal im Jahr, in 45 verschiedenen Städten.

Zeit für Essen und Genuss

Dabei geht es aber nicht nur um Essen. In einer Ecke des eingezäunten Geländes auf dem Schützenplatz wird gerade die Bühne aufgebaut. Hier treten später die „Flugträumer“ mit einem Programm aus Jonglage, Feuerkunst und Akrobatik auf. In einer anderen Ecke gibt es Kinderschminken. In der Mitte, neben Tischen und Bänken, steht außerdem eine Bungee-Anlage. „Es ist ein Festival für die ganze Familie. Inzwischen kommen auch Oma und Opa und probieren die verschiedenen Gerichte aus“, sagt Alexander Kopke, der das Streetfood-Festival seit fünf Jahren organisiert.

Mit der Veranstaltung verfolgt er eine grundsätzliche Philosophie. „Ich wünsche mir, dass wir uns in Deutschland mal wieder mehr Zeit für unser Essen nehmen und die Lebensmittel auch wertschätzen“, sagt er. Das Streetfood-Festival ist eine Gelegenheit dafür. „Die Leute können hier herkommen, sich einlassen und genießen.“

Er selbst ist großer Fan von gutem Essen und möchte das an die Besucher weitergeben. „Bei uns gibt es kein Fast Food. Das Essen wird vor den Augen der Kunden frisch zubereitet. Das dauert vielleicht etwas länger, aber das ist es einfach wert“, sagt der gebürtige Görlitzer.

Der Stand von Maureen Schubert ist inzwischen fertig aufgebaut. Sogleich fängt sie an das Gulasch und die Erdnuss-Sauce vorzubereiten. „Das Gulasch ist sehr beliebt bei den Kunden“, sagt sie und freut sich auf die ersten Besucher. Auch dann wird es wieder unruhig am bunt geschmückten Wagen von Maureen Schubert sein.

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