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Wie weiter am Sorbischen National-Ensemble?

Die bisherige Intendantin, Judith Kubitz, verlässt das Haus im Sommer. Nicht die einzige offene Frage für das SNE.

Intendantin Judith Kubitz ist nur noch bis zum Sommer am Sorbischen National-Ensemble in Bautzen.
Intendantin Judith Kubitz ist nur noch bis zum Sommer am Sorbischen National-Ensemble in Bautzen. © Steffen Unger

Bautzen. Paukenschlag im Sorbischen National-Ensemble in Bautzen: Nach nur drei Jahren ist die Stiftung für das sorbische Volk wieder auf der Suche nach einer künstlerischen Leitung für das Haus. Die bisherige Intendantin, Judith Kubitz, hatte am Freitag mitgeteilt, dass sie ihren Vertrag nicht verlängert. Sie verlässt das SNE zum 31. Juli. Damit geht das Ensemble erneut in eine Phase der Unsicherheit. Denn neben der Intendanz sind auch die Position des Chordirigenten und des Orchesterleiters neu zu besetzen. Auch die alte Debatte um eine Fusion mit dem Bautzener Theater erhält neuen Auftrieb.

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Bereits in den vergangenen Jahren hatte es häufiger Wechsel in der Leitungsebene gegeben. 2015 wurde der Vertrag mit der damaligen Intendantin Milena Vettraino vorzeitig aufgelöst. Anschließend blieb die Stelle der künstlerischen Leitung bis 2018 unbesetzt. In dieser Zeit war die kaufmännische Geschäftsführerin Diana Wagner erste Ansprechpartnerin für Musiker, Tänzer und den Chor.

2018 wurde Judith Kubitz Intendantin des SNE. Die Dirigentin war die Wunschkandidatin des Stiftungsrats. Als wichtigstes Ziel nannte sie bei ihrem Amtsantritt die Steigerung der künstlerischen Qualität. Vor ihrer Zeit am SNE war die Sorbin unter anderem Dirigentin der Philharmonie Baden-Baden, Erste Kapellmeisterin am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und am Staatstheater in Cottbus.

Übergangsregelung ab 1. August

Über die Gründe für ihren Abschied habe sie mit der Stiftung Stillschweigen vereinbart, sagt Judith Kubitz. „Ich habe meine Entscheidung lange abgewogen. Sie ist die richtige im Moment“, betont sie im Gespräch mit Sächsische.de. Die Zeit bis zum Vertragsende will sie vor allem nutzen, um die nächsten beiden Spielzeiten vorzubereiten.

Aktuell kann das SNE wegen des Corona-Lockdowns ohnehin nicht spielen. Ab dem Frühjahr wird sich das jedoch ändern. Dann will sich auch der Stiftungsrat mit der Neubesetzung der Intendanten-Position befassen. Auf der Stiftungsratssitzung im Mai wird das Thema voraussichtlich auf der Tagesordnung stehen, kündigt Stiftungsdirektor Jan Budar an.

Eines ist jedoch schon heute klar: Eine Neubesetzung der Intendanten-Stelle bereits ab 1. August wird nicht möglich sein. Die Frist für das Ausschreibungsverfahren und für die Suche nach geeigneten Bewerbern wäre zu kurz. Über die Lösung für die Übergangszeit will die Stiftung an diesem Mittwoch informieren.

Engere Zusammenarbeit mit Theater?

Ein anderes Thema packt derzeit niemand offiziell auf den Tisch. Klar ist jedoch: Wann immer es um die Zukunft des SNE geht, steht auch die Frage einer engeren Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater in Bautzen im Raum. Pläne für eine Fusion waren 2002/2003 am Einspruch des Bundes gescheitert. Dieser ist Hauptgeldgeber der Stiftung für das sorbische Volk – und damit auch des SNE. Die Beteiligung an einem fusionierten Stadttheater lehnte der Bund seinerzeit ab.

2014 vereinbarten SNE und Theater eine Kooperation bei Werkstätten und Technik sowie gemeinsame Produktionen. Eine solche künstlerische Zusammenarbeit soll es in diesem Jahr auf jeden Fall noch geben. „Wir wollen gemeinsam den Sommernachtstraum auf die Bühne bringen“, sagt Judith Kubitz. Parallel bereitet sich das SNE auf die Sagennacht in Burg im Spreewald sowie auf das Musikfest Schmochtitz vor.

„Am spannendsten aber finde ich jetzt, die Option von Schülerkonzerten auszuloten. Wir sind flexibel und können versuchen, mit kleinen Formationen in die Schulen zu kommen“, sagt die Intendantin. Außerdem hofft sie, dass bald wieder Aufführungen mit Hygieneabstand erlebbar sind. „Wir sind jetzt total gefordert, kreativ mit den neuen Umständen umzugehen. Das ist eine große Herausforderung. Aber genau deshalb sind wir Künstler.“

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