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Bautzen: Viele Fragen zu Corona-Tests an Schulen

Was passiert, wenn Schüler positiv getestet werden - was, wenn die Maskenpflicht missachtet wird? Bautzens Amtsärztin erklärt, wie das Gesundheitsamt vorgeht.

Seit Mitte März findet auch an den weiterführenden Schulen wie hier im Schiller-Gymnasium Bautzen wieder Präsenzunterricht statt. Was es im Falle positiver Corona-Tests zu beachten gilt, hat Amtsärztin Jana Gärtner jetzt klargestellt.
Seit Mitte März findet auch an den weiterführenden Schulen wie hier im Schiller-Gymnasium Bautzen wieder Präsenzunterricht statt. Was es im Falle positiver Corona-Tests zu beachten gilt, hat Amtsärztin Jana Gärtner jetzt klargestellt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Mehr als 23.300 Selbsttests – das ist das Ergebnis der ersten Woche Schulunterricht mit Corona-Testpflicht an weiterführenden Schulen in den Kreisen Bautzen und Görlitz. Nach Auskunft des Landesamtes für Schule und Bildung waren davon 25 Tests positiv, also 0,1 Prozent.

Aber was passiert eigentlich, wenn eine Schülerin oder ein Schüler positiv getestet worden ist? Geht der Unterricht für die anderen in der Klasse weiter? Oder müssen alle nach Hause gehen? Weil es dazu viele Fragen gibt, hat sich die Amtsärztin des Landkreises Bautzen, Dr. Jana Gärtner, jetzt mit einem Brief an Schulen und Eltern gewandt. Sie erklärt, wie sich Schüler und Lehrer zu verhalten haben. Die neue Arbeitsweise gelte ab sofort. Ihr Ziel sei es, „die Zusammenarbeit zu optimieren“.

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Was passiert, wenn der Selbsttest positiv ausfällt?

Die Amtsärztin weist darauf hin, dass zuallererst immer die Eltern der betroffenen Schüler sowie die Lehrkraft zu informieren sind. Wenn ein Selbsttest ein positives Ergebnis aufweist, gilt der oder die Getestete als Verdachtsperson. Diejenigen müssen sich selbst isolieren, teilt die Amtsärztin mit. Sie müssten dann einen Arzt oder das Gesundheitsamt aufsuchen – und einen PCR-Test machen lassen, um das Ergebnis des Selbsttests zu überprüfen.

Muss die ganze Klasse in Quarantäne?

Das Gesundheitsamt empfiehlt, die betroffene Klasse für vier Tage zu Hause zu beschulen. Werden die Schüler in gemischten Gruppen unterrichtet, wie beispielsweise in den Klassenstufen 11 und 12 am Gymnasium, sollte im Zweifel die gesamte Klassenstufe zu Hause beschult werden. In dieser Zeit nimmt das Gesundheitsamt die Ermittlungsarbeit auf. Parallel empfiehlt es, für die Schüler der gesamten Klasse zusätzliche Schnelltests durchzuführen; zum Beispiel im Gesundheitsamt.

Die Schülerinnen und Schüler, die als enge Kontaktpersonen der erkrankten Kinder ermittelt werden, werden in Quarantäne versetzt.

Was passiert beim Verdacht auf eine Virusmutation?

Generell behält sich das Gesundheitsamt vor, schärfere Maßnahmen zu ergreifen, wenn es den Verdacht einer Infektion mit einer Virusmutante gibt. So werden, wenn ein Schüler oder Lehrer sich nachweislich mit einer gefährlichen Virusvariante infiziert hat, nicht nur enge Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt – sondern die ganze Klasse oder der ganze Jahrgang. Ob der Verdacht einer Infektion mit einer Mutante besteht, wird durch ein Labor im Rahmen des PCR-Tests festgestellt.

Im Übrigen will das Gesundheitsamt auch dann die gesamte Klasse oder den gesamten Jahrgang in Quarantäne versetzen – so teilt die Amtsärztin in ihrem Schreiben mit –, wenn bekannt wird, dass die Hygienemaßnahmen nicht korrekt eingehalten worden sind. Also: Wenn Masken nicht getragen oder Abstandsregeln nicht eingehalten wurden. „Bisher sind uns zwar keine wesentlichen Probleme bekannt“, heißt es vonseiten des Landratsamtes. „In einzelnen Fällen musste aber festgestellt werden, dass die Maskenpflicht noch besser umgesetzt werden könnte.“

Was tun gegen die Ansteckungsgefahr?

Die Amtsärztin empfiehlt zu vermeiden, dass Schulklassen vermischt werden. Außerdem gelte es, auf „konsequentes Tragen von Masken für Lehrpersonal und Schüler“ zu achten. Die Amtsärztin empfiehlt zudem, einheitliche feste Sitzplätze für die Schülerinnen und Schüler durchzusetzen – und zwar für alle Fächer.

Was gilt bei Corona-Fällen in Kitas?

Auch an die Eltern von Kita-Kindern und an die Kindertageseinrichtungen hat sich die Amtsärztin mit einem Brief gewandt. Wenn sich ein Kind, das eine Kindereinrichtung besucht, infiziert hat, nimmt auch hier das Gesundheitsamt die Kontaktermittlungen auf. „Wir versuchen dabei stets ein differenziertes Vorgehen umzusetzen, um die Anzahl der Quarantänen so gering wie möglich zu halten“, schreibt die Amtsärztin.

Müssen auch die Eltern in Quarantäne?

Nein, erklärt die Amtsärztin. „Eltern und auch Geschwisterkinder, die nicht Bestandteil der betroffenen Klasse oder Gruppe sind, sind keine Kontaktpersonen des positiv getesteten Kindes oder Lehrers beziehungsweise Erziehers und sind damit nicht in Quarantäne zu setzen.“ Anders wäre es natürlich, wenn das eigene Kind die positiv getestete Person ist. Falls es aber wegen der Quarantäne des Kindes Betreuungsprobleme gibt, empfiehlt das Gesundheitsamt, sich an die Landesdirektion Sachsen zu wenden – um sich über die Möglichkeiten des Lohnersatzes zu informieren.

Die Briefe der Amtsärztin sind auf der Homepage des Landratsamtes abrufbar, und zwar hier zu den Schulen und hier zu den Kitas.

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