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Zwei neue Pizzerien in Bautzen

Trotz Corona herrscht Bewegung in der Gastro-Szene: Zwei neue Adressen gehen an den Start. Und zwei Wirte treten Gerüchten entgegen, dass sie schließen.

Jens Lange eröffnet in wenigen Tagen eine Domino's Pizza-Filiale in der Bautzener Steinstraße.
Jens Lange eröffnet in wenigen Tagen eine Domino's Pizza-Filiale in der Bautzener Steinstraße. © Steffen Unger

Bautzen. Noch sind die Monitore schwarz, mit Schutzfolie überklebt. Auch der Tresen ist noch mit Folie und Pappe umwickelt, und Stühle warten in einem Pappkarton auf ihren Einsatz. „Das sind jetzt aber auch die letzten Dinge, die noch zu tun sind“, sagt Jens Lange. „Am Dienstag, dem 18. Mai, geht es los.“ Der 49-Jährige steht in der Steinstraße 19 a in Bautzen – und der große Ofen im Hintergrund und ein Schild außen vor der Tür deuten schon darauf hin, was genau hier bald losgeht. Hier werden bald massenweise Pizzen gebacken und Nudeln gekocht: Jens Lange eröffnet als Franchise-Partner ein Lokal der amerikanischen Kette Domino’s Pizza.

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Im Pizza-Geschäft ist Jens Lange nicht neu: Seit 2004 betreibt er eines – einst „Hallo Pizza“, nun Domino’s - in Zittau, seit 2015 auch in Görlitz. Die Idee, das Lokal in Bautzen zu eröffnen, habe er schon lange gehabt. Dann kam Corona – und mit der Pandemie die Schließung der Gastronomie. Für Jens Lange ist das aber kein Dagegen, sondern eher ein Grund für die Eröffnung. „Wir bieten kontaktlose Lieferung und Abholung“, sagt er; das gehöre ja schon so gut wie zum Konzept von Domino’s. Und in seinen zwei anderen Lokalen habe er ja gesehen, wie die Zahl der Pizza-Bestellungen angesichts des Lockdowns rasant in die Höhe stieg.

Gemütliches Ambiente muss noch etwas warten

Eigentlich anders geplant hatte es dagegen Hans-Joachim Selzer, der ebenfalls trotz Pandemie etwas Neues gestartet hat. Sein Lokal „Il Gondoliere“ liegt wenige Minuten Fußweg vom Domino’s entfernt, auf der Reichenstraße. Und auch bei ihm gibt es Pizza und Pasta. Auch er hatte die Idee schon länger. „Ich war gutgläubig, nach der ersten Welle habe ich das Konzept entworfen“, sagt er. „Mir ging es aber eigentlich darum, ein Lokal mit gemütlichem Ambiente einzurichten.“

Nicht auf der schnell gemachten Pizza liege sein Fokus, sondern auf „Pizza, die auf Stein gebacken ist“, erklärt er. „Bei uns wird alles handgemacht. Wir nutzen frische Kräuter aus dem Topf – und gerne auch Gemüse aus der Region.“ Und es steht nicht nur Pizza auf seiner Speisekarte, sondern auch Schweinelende, Kalbsschnitzel, Lachs- oder Thunfischsteak zum Beispiel.

Sobald Außengastronomie erlaubt ist, will Hans-Joachim Selzer vor seinem neuen Restaurant in der Reichenstraße Stühle und Tische aufstellen. Bis dahin fokussiert er sich auf Außer-Haus-Angebote.
Sobald Außengastronomie erlaubt ist, will Hans-Joachim Selzer vor seinem neuen Restaurant in der Reichenstraße Stühle und Tische aufstellen. Bis dahin fokussiert er sich auf Außer-Haus-Angebote. © Steffen Unger

Das Ziel, ein gemütliches Restaurant einzurichten, verfolgt Hans-Joachim Selzer noch immer. Aber angesichts des Lockdowns hat er eben noch etwas Zeit für den Feinschliff – zum Beispiel für die Bilder, die er noch aufhängen will. „Angesichts der Pandemie haben wir etwas umgeplant“, sagt er. „Unsere Pizza, Pasta und Salate gibt es jetzt eben to go. Und wir bieten einen Lieferservice an.“

Nicht nur Hans-Joachim Selzer musste angesichts der Pandemie umdenken. Auch die vielen bestehenden Gaststätten in Bautzen mussten es. Seit Monaten dürfen sie ihre Gäste im Lokal nicht bewirten, und das ist nicht das erste Mal so. Kein Wunder also, dass sich viele Bautzener um die Restaurants in ihrer Stadt sorgen. So haben sich auch Schließungsgerüchte breitgemacht. So wurden Frank Haase vom Haseneck und Andreas Otto vom Karasek schon mehrfach darauf angesprochen, dass jemand gehört habe, ihre Lokale würden schließen.

Wirt von Haseneck und Karasek: Wir schließen nicht

Entsprechend energisch reagieren die beiden. „Nein, das stimmt nicht“, sagt Frank Haase. „Die Leute brauchen sich keine Sorgen zu machen. Das stimmt nicht“, erklärt auch Andreas Otto. Frank Haase berichtet sogar von regem Zulauf. „Für den Muttertag waren wir ausgebucht“, sagt er. „Wir verkaufen außer Haus, wir haben Hilfen vom Staat bekommen. Uns geht es gut.“ Er hat aber auch eine Vermutung, warum das Gerücht entstanden ist: „Ich suche einen Nachfolger, weil ich irgendwann in Rente gehen will“, sagt er. Das sei zwar noch ein paar Jahre hin. „Aber so etwas ist ja ein Prozess, das kann man ja eine Weile zusammen machen.“

Und auch Andreas Otto sagt, dass es dem Karasek so weit gut geht: „Wir bekommen ja Hilfen.“ Sicher – schön sei die Schließung nicht. Vor allem für diejenigen, die in Kurzarbeit sind. Aber er ist überzeugt: „Wir werden das überleben.“

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