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Berufsschulreform: Linke fordert Runden Tisch

Laut der Reformpläne könnte der Kreis Bautzen unter anderem die Bäckerausbildung verlieren. Jetzt macht ein weiterer Antrag im Landtag Hoffnung.

Anthony Ludewig lässt sich derzeit in Bautzen zum Bäcker ausbilden. Geht es nach dem Freistaat, soll es diese Ausbildung künftig hier nicht mehr geben.
Anthony Ludewig lässt sich derzeit in Bautzen zum Bäcker ausbilden. Geht es nach dem Freistaat, soll es diese Ausbildung künftig hier nicht mehr geben. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag hat einen Antrag zur geplanten Berufsschulreform in Sachsen eingebracht. Die Fraktion fordert, das Aufstellungsverfahren zum Schulnetzplan für die Berufsschulen auszusetzen. Außerdem will die Fraktion, dass ein Runder Tisch eingerichtet wird. Schulträger, Elternvertreter, Schülerinnen und Schüler, Ausbildungsvertreter und viele mehr sollten dort zusammenkommen, fordert die Landtagsfraktion. So soll ein gemeinsamer Lösungsvorschlag erarbeitet werden. In der Zwischenzeit sollten keine Entscheidungen in Bezug auf die künftigen Berufsschulstandorte fallen, wünscht die Fraktion.

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Wann sich der Landtag mit dem Antrag befassen wird und wie das sächsische Kultusministerium zu dem Vorschlag steht, dazu machte das Ministerium auf Anfrage keine Angaben. Auch ist es noch unsicher, wie mit den Einwänden gegen die Berufsschulreform umgegangen wird. Derzeit prüfe das Ministerium die Begründungen für die Einwände und wolle dann entscheiden, ob es sich darüber hinwegsetzen kann.

Zwei Landkreise haben den Plänen widersprochen

Hintergrund ist, dass der Kreis Bautzen dem Freistaat sein Einvernehmen zu der Reform versagt hatte. Beschlossen hatte das der Kreistag. Auch Mittelsachsen hatte das getan. Der Freistaat ist aber eigentlich gesetzlich dazu verpflichtet, zu den Plänen ein Einvernehmen mit Landkreisen und kreisfreien Städten herzustellen.

Neben der Linksfraktion hatte auch die AfD-Landtagsfraktion bereits einen Antrag zum Thema eingereicht. Sie hatte gefordert, das Thema für ein Jahr auszusetzen.

Durch die Berufsschulreform will der Freistaat Ausbildungsangebote bündeln und Standorte sichern. Der Landkreis Bautzen kritisiert die Reform jedoch stark. Denn werden die Pläne so, wie sie derzeit bestehen, umgesetzt, verliert der Landkreis die Bäcker-Ausbildung und die Friseurausbildung. Auch die Ausbildungen zum Koch, zur Fachkraft im Gastgewerbe und zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau wären dann nicht mehr im Kreis Bautzen möglich. Gestärkt werden sollen hingegen die Berufsbereiche Metalltechnik, Elektrotechnik sowie Wirtschaft und Verwaltung.

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