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Betrug in letzter Sekunde erkannt

Zwei Frauen sollten jeweils um Zehntausende Euro gebracht werden. Die Täter gingen raffiniert vor.

In Oßling und Cunewalde haben zwei Frauen einen Betrug um jeweils Zehntausende Euro in letzter Sekunde erkannt. Die Polizei warnt vor solchen Betrugsmaschen.
In Oßling und Cunewalde haben zwei Frauen einen Betrug um jeweils Zehntausende Euro in letzter Sekunde erkannt. Die Polizei warnt vor solchen Betrugsmaschen. © Symbolbild: Rene Meinig

Oßling/Cunewalde. Zwei Frauen aus der Oberlausitz haben in den letzten Tagen betrügerische Anrufe erhalten. Vermeintliche polnische Polizisten forderten unter einem Vorwand hohe Summen, die in Polen übergeben werden sollten. Darüber informiert Polizeisprecherin Franziska Schulenburg. Buchstäblich in letzter Sekunde erkannten die Opfer, dass die Geschichten nur erfunden waren.

Fall Nummer eins ereignete sich am vergangenen Donnerstag. Einer 79-Jährigen aus Oßling wurde am Telefon mitgeteilt, ihre Tochter habe einen Verkehrsunfall verursacht und einen polnischen Staatsbürger lebensgefährlich verletzt. Sie könne eine Inhaftierung ihrer Angehörigen durch eine Kaution von 70.000 Euro abwenden, so die vermeintliche Verkehrspolizistin.

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Seniorinnen fuhren zur Übergabe nach Polen

Die Seniorin kratzte all ihre Reserven zusammen. Vor ihrem Haus wartete bereits ein Fahrzeug, das sie nach Breslau bringen sollte. Während der Fahrt bekam die Rentnerin Zweifel. Der „Taxifahrer“ telefonierte oft. Als die Seniorin das Wort Enkeltrick fallen ließ, übergab er ihr das Telefon. Am anderen Ende die „Polizistin“, die darüber sehr erbost war. Jedoch ließ der Mann sie an einem Parkplatz außerhalb von Breslau aussteigen, und er fuhr davon. Samt Geld konnte sie wieder nach Hause fahren.

Mit genau der gleichen Geschichte wurde am Montag eine 53-jährige Cunewalderin konfrontiert. Deren Tochter habe einen polnischen Radfahrer totgefahren. Der vermeintliche Polizist ließ die Summe auf 23.000 Euro herunterhandeln. Sie hob das Geld bei der Bank ab und fuhr anschließend selbstständig mit einem Taxi nach Görlitz.

Täter wenden psychologische Tricks an

Ständig rief der vermeintliche Polizist an, hielt die Frau in der Leitung und gab neue Instruktionen. Die Cunewalderin sollte vom Görlitzer Stadtpark nach Polen laufen, er würde dort warten und mit ihr das Geld zu Gericht bringen. Die Frau wurde misstrauisch. Schließlich rief sie ihre Tochter an, die unversehrt zu Hause war. Daraufhin lief sie samt Geld zurück nach Deutschland und informierte die Polizei.

In beiden Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen des versuchten Betruges. Die unbekannten Täter sind geschult und wenden psychologische Tricks an, um ihre Opfer einzuschüchtern, in der Leitung zu halten und Kontaktaufnahmen mit anderen zu verhindern. Die beiden Frauen bewiesen einen klaren Kopf und stellten das Verhalten und Gesagte der Anrufer in Frage. So zogen sie rechtzeitig die Notbremse und entgingen einem hohen Vermögensschaden.

Polizei warnt vor solchen Betrugsmaschen

Die Polizei warnt vor den verschiedenen Betrugsmaschen. Polizeisprecherin Anja Schulenburg rät eindringlich: „Gehen Sie auf keine derartigen Geldforderungen oder angebliche Gewinnversprechen ein. Seien Sie wachsam und rückversichern Sie sich bei Ihren Familienmitgliedern oder Freunden.“ (SZ)

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