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Sichere Fahrrad-Boxen - eine Idee für Bautzen?

Fahrräder lassen sich an vielen Stellen in der Stadt anschließen. Doch Radler wünschen sich bessere Lösungen.

Auf dem Hauptmarkt in Bautzen gibt es Stellplätze, um Fahrräder anzuschließen. Noch sicherer wären abschließbare Fahrrad-Boxen.
Auf dem Hauptmarkt in Bautzen gibt es Stellplätze, um Fahrräder anzuschließen. Noch sicherer wären abschließbare Fahrrad-Boxen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Beate Hänsel aus Göda kommt gern zum Einkaufen und Bummeln in die Bautzener Innenstadt. Und am liebsten würde sie das mit ihrem E-Bike tun. „Ich würde mein Fahrrad gern sicher abstellen“, sagt sie. Aber das sei derzeit nicht möglich. Beate Hänsel will ihr E-Bike nicht nur irgendwo anschließen, sondern so sicher parken, dass es nicht gestohlen wird. „Mein Rad hat viel Geld gekostet, und ich habe ja noch den Helm und den Akku dabei. Beides brauche ich beim Einkaufen nicht.“ Erst am vergangenen Montagvormittag haben Unbekannte laut Polizei ein E-Bike im Wert von 2.500 Euro in der Bautzener Goschwitzstraße gestohlen.

Die Stadtverwaltung verweist auf 15 Fahrrad-Stellplätze im Brunnenhof hinter der Tourist-Information. Zudem sei daran gedacht, weitere Plätze einzurichten, wenn der Schlieben-Parkplatz erweitert wird. „Wir wollen Bautzen für Radfahrer natürlich attraktiv gestalten“, heißt es aus der Verwaltung. Zwar gibt es eine Fahrradgarage, aber die Stadt teilt weiter mit, „dass sich das Interesse daran eher in Grenzen hält.“ Diese Garage befindet sich am Spreeradweg unterhalb der Alten Wasserkunst, aber hier seien „Nachfrage und Auslastung eher gering“.

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Hinweise auf Fahrradgarage fehlen

Das könnte daran liegen, dass dieser sichere Stellplatz nirgends verzeichnet sei und es keine anderen Hinweise darauf gebe, meint Kathrin Walther, Inhaberin des Hotels und Restaurants „Alte Gerberei“. Bis vor zwei Jahren habe sie noch die Schlüssel für diese Fahrradgarage verwaltet. „Der Standort ist nicht schlecht, aber die Idee ist nicht ausgereift. Günstiger wäre es mit einem Schließfachsystem, wo Nutzer Geld einwerfen.“

Am Spreeradweg unterhalb der Alten Wasserkunst steht diese Fahrradgarage, die vor allem für Radtouristen Sinn macht, aber weder ausgeschildert noch praktisch in der Handhabung ist.
Am Spreeradweg unterhalb der Alten Wasserkunst steht diese Fahrradgarage, die vor allem für Radtouristen Sinn macht, aber weder ausgeschildert noch praktisch in der Handhabung ist. © SZ/Uwe Soeder

Dass sich Radfahrer erst einen Schlüssel holen und den später wieder abgeben müssen, sei nicht optimal. Im Anschluss an die "Alte Gerberei" hat die Spree-Pension die Schlüssel übernommen, diese aber laut Inhaber Thomas Frenzel vor einiger Zeit an die Stadt zurückgegeben.

Beate Hänsel aus Göda kann sich eine Lösung vorstellen, wie sie gerade in Chemnitz erprobt wird. Dort haben zwei Männer einen ehemaligen Schiffscontainer in ein Fahrrad-Parkhaus mit 16 Plätzen umgebaut, wie ein Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks zeigt. Zugang und Bezahlung funktionieren per EC-Karte. Für jedes Fahrrad gibt es eine Box.

Fahrrad-Parkhaus in der Innenstadt gewünscht

Das wäre auch in Bautzen möglich, findet Beate Hänsel. „So was müsste in der Innenstadt stehen. Für eine Stunde könnte man 50 Cent verlangen. Oder die erste Stunde ist kostenlos und erst danach muss man bezahlen. Die Außenflächen des Containers könnten für Werbung vermietet werden.“ Damit könnte die Stadt belebt und zugleich etwas entlastet werden, weil weniger Parkplätze für Autos benötigt würden.

Am Bautzener Bahnhof gibt es zwar keine Fahrradboxen, aber dafür einen überdachten und eingezäunten Stellplatz für 68 Fahrräder. Und der wird demnächst sicherer, erklärt Christoph Mehnert, stellvertretender Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon), der den Bau in Auftrag gegeben hatte. Denn noch fehlt die Tür zum Abschließen. „Ich bin guter Dinge, dass die Anlage im Oktober fertig wird“, so Mehnert.

Stellplatz am Bahnhof wird sicherer

Dann sei der gesamte Stellplatz über eine Schließautomatik gesichert. Wer sein Rad hier abstellen will, bucht im Internet einen Platz, bezahlt diesen gleich und erhält dafür einen Code zum Öffnen und Schließen der Tür. „Ein Tag kostet einen Euro“, sagt Christoph Mehnert. Je länger die Nutzer ihre Räder abstellen wollen, desto günstiger werde es. „Für einen Monat bezahlt man zwölf, für ein halbes Jahr 60 und für ein Jahr 90 Euro.“ Eine Befragung vor zwei Jahren habe ergeben, dass Radfahrer einen Euro pro Tag für so ein Angebot ausgeben würden. Daran habe sich der Zvon bei der Preisgestaltung orientiert.

Christoph Mehnert vom Verkehrsverbund Zvon ist überzeugt, dass der Stellplatz für 68 Fahrräder am Bautzener Bahnhof auch bald abschließbar sein wird.
Christoph Mehnert vom Verkehrsverbund Zvon ist überzeugt, dass der Stellplatz für 68 Fahrräder am Bautzener Bahnhof auch bald abschließbar sein wird. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Martin Ritscher, Sprecher der Bautzener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs, fände solche Fahrradboxen in der Innenstadt super. „Wer hier aktuell einen sicheren Stellplatz braucht, muss zwei bis drei teure Schlösser mitnehmen.“ Er bezweifelt aber, dass jemand bereit wäre, den Bau solcher Anlagen zu finanzieren. Dass der städtische Haushalt solche Gelder hergebe, glaube er nicht. Die potenziellen Nutzer dagegen wären sicher bereit, Kosten in Kauf zu nehmen. „Man bräuchte ein Zugangssystem, bei dem die Radfahrer direkt bezahlen können.“

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