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Spreebrücke: Gutachten steht jetzt im Internet

Laut einer neuen Studie soll die Brücke mehr Touristen nach Bautzen holen. Im Stadtrat wurde sie nicht vorgestellt - aber ab sofort kann sie jeder einsehen.

Könnte eine neue Brücke über die Spree zusätzliche Touristen nach Bautzen holen? Darüber soll ein Gutachten Aufschluss geben. Jetzt können Interessenten es sich im Internet ansehen.
Könnte eine neue Brücke über die Spree zusätzliche Touristen nach Bautzen holen? Darüber soll ein Gutachten Aufschluss geben. Jetzt können Interessenten es sich im Internet ansehen. © Visualisierung: Ehrlich Architekten GbR

Bautzen. Das neue Tourismusgutachten der Stadt Bautzen ist jetzt für jedermann online einsehbar. Darauf weist die Stadtverwaltung hin. Es beschäftigt sich mit den Auswirkungen, die der Bau einer neuen Brücke über die Spree haben könnte.

Um die „Vision Spreetor“ greifbarer zu machen, hatte die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr Führungen durch den Burgwasserturm und das Langhaus organisiert. Parallel dazu wurde ein Gutachten in Auftrag geben. Diese „Studie zur Ermittlung der touristischen Wertschöpfung durch den Bau einer Fußgängerbrücke für die Stadt Bautzen“ liegt nun der Stadt vor und ist ab sofort auf der Internetseite der Stadt Bautzen abrufbar.

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Von einer Vorstellung des Gutachtens in der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch hatte die Stadt abgesehen.

Die Studie liefere Erkenntnisse über das Tourismus-Potenzial der Stadt, hatte die Verwaltung Anfang März mitgeteilt. „Sie zeigt, dass durchaus bis zu 300.000 Touristen mehr in die Stadt geholt werden könnten“, hieß es in der Mitteilung. „Die neue Spreequerung als Attraktion und Belebungsfaktor für die westliche Altstadt ist dabei ein zentraler Punkt.“

Gutachten soll demnächst veröffentlicht werden

Angedacht war, das Gutachten „voraussichtlich im März-Stadtrat“ zu präsentieren, so die Stadtverwaltung damals. Wie sie später auf Anfrage von Sächsische.de mitteilte, klappte das nicht, weil das Unternehmen, das die Studie durchgeführt hat, an dem Tag keine Kapazitäten für die Präsentation hatte.

Stattdessen sei das Gutachten im Beirat für Stadtentwicklung vorgestellt worden. Zu der nicht-öffentlichen Sitzung seien alle Stadträte eingeladen worden. „Nunmehr werden letzte Feinheiten angepasst, und wir wollen gerne das Gutachten – um alle Missverständnisse auszuräumen – veröffentlichen“, hatte Markus Gießler, der kommissarische Pressesprecher der Stadt, schon vor einigen Tagen gesagt und angekündigt, dass das "relativ zeitnah geschehen“ werde. Nun ist es soweit.

Stadträte zweifeln Touristen-Prognose an

Bereits im Vorfeld hatte es Kritik an der Prognose gegeben. Wie die Zahl genau ermittelt worden ist, hatte die Stadtverwaltung nicht mitgeteilt. Einige Stadtratsfraktionen erachten die Zahl von 300.000 zusätzlichen Touristen für zu hoch gegriffen.

Wie die Verwaltung erklärte, soll es sich bei den Touristen um Tagesgäste handeln. Wie viele davon jährlich nach Bautzen kommen, dazu gibt es laut Stadt keine Statistik. Für die Oberlausitz hat die Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) aber mitgeteilt, dass man als Faustformel die Zahl der Übernachtungen mit acht multiplizieren könne, um die Zahl der Tagestouristen zu schätzen. Nach dieser Rechnung wären das für die Stadt Bautzen im Jahr 2019 etwa 1,5 Millionen Tagesgäste gewesen. 300.000 zusätzliche Gäste würden also ein Plus von 20 Prozent bedeuten.

Der Beitrag wurde am 1. April um 13.50 Uhr aktualisiert.

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