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Radibor: Zerstörtes Wegkreuz steht wieder

Vor einem Jahr wurde das Betkreuz zwischen Radibor und Großdubrau geschändet. Frisch restauriert erinnert es nun wieder an ein verschwundenes Dorf.

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Das Betkreuz zum Gedenken an das verwüstete Dorf Hronow wurde mithilfe der Stiftung für das sorbische Volk instand gesetzt und wieder aufgestellt.
Das Betkreuz zum Gedenken an das verwüstete Dorf Hronow wurde mithilfe der Stiftung für das sorbische Volk instand gesetzt und wieder aufgestellt. © Uwe Menschner

Radibor. Das im September 2020 geschändete Wegkreuz zum Gedenken an das frühere sorbische Dorf Hronow steht wieder. Wie die Gemeinde Radibor mitteilt, wurde es mit Unterstützung der Stiftung für das sorbische Volk restauriert und wieder aufgestellt.

In der Nacht vom 2. auf den 3. September des vorigen Jahres war der steinerne Sockel umgestürzt und das daran befestigte vergoldete Kreuz entwendet worden. Den Wert des Kreuzes bezifferte die Polizei damals auf 3.000 Euro, den Sachschaden an dem Betkreuz auf zirka 1.000 Euro. Das Denkmal war erst kurz vor der Tat saniert worden.

Hronow, in verschiedenen Quellen auch als Ronow bezeichnet, war ein aus nur drei Gehöften und einer Wassermühle bestehendes kleines Dorf. Der Legende nach wurde es im 14. Jahrhundert von plündernden Banden ausgeraubt und zerstört. An das verschwundene Dorf erinnern mehrere Denkmäler.

Das jetzt wieder errichtete Betkreuz stammt aus dem Jahr 1910 und wurde im Zuge der Kämpfe zum Ende des zweiten Weltkrieges 1945 umgestürzt. Zwei Bewohner des nahe gelegenen Ortes Camina ließen es zwei Jahrzehnte später wieder aufstellen. Ebenso wie drei weitere an Hronow erinnernde Denkmäler wurde das Betkreuz 2018 auf Initiative des Radiborer Chores „Meja“ restauriert. Bereits damals leistete die Stiftung für das sorbische Volk Unterstützung. (ume)