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Bautzen: Hakenkreuz auf der Haut

Nach den Auseinandersetzungen vom Montag war die Polizei auch Dienstagabend auf dem Kornmarkt präsent – und will es in den nächsten Tage bleiben.

Bei einer Auseinandersetzung im Bautzener Stadtzentrum sind am Montagabend fünf Menschen verletzt worden.
Bei einer Auseinandersetzung im Bautzener Stadtzentrum sind am Montagabend fünf Menschen verletzt worden. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen.  Erhöhte Präsenz hat die Polizei auch am Dienstag  auf dem Bautzener Kornmarkt gezeigt. Am Montag hatte es hier im Anschluss an eine Veranstaltung Ausschreitungen gegeben. Der Einsatz dauerte bis nach Mitternacht.

Bei dem Einsatz am Dienstagabend stellten die Beamten eine 21-Jährige fest, die ein auf ihren Körper gemaltes Hakenkreuz zur Schau stellte, so Pressesprecherin Katharina Korch von der Polizeidirektion Görlitz.   Eine Strafanzeige und ein Platzverweis für die Deutsche folgten.

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Wenig später wollten die Beamten die Identität eines 27 Jahre alten Mannes feststellen. Als dieser sich weigerte seine Personalien preiszugeben, durchsuchten ihn die Polizisten. Dabei leistete der Deutsche zunächst passiv und später aktiv Widerstand gegen die Maßnahme. Die Polizisten schrieben eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Auch in den kommenden Tagen will die Polizei im Bereich Kornmarkt/Wendische Straße sichtbar präsent sein, um die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten.  Ausschreitungen wie im September 2016 sollen so verhindert werden. 

Iraker schwer verletzt

Am Montagabend waren in Bautzen mehrere Personen bei einer Auseinandersetzung verletzt worden, teilte Katharina Korch mit. „Auf dem Kornmarkt sind gegen 22 Uhr offenbar zwei Gruppen aneinandergeraten.“ Eine Polizeistreife sei am Wendischen Graben von zwei Männern auf den Vorfall hingewiesen worden.

Laut der Sprecherin hätten tatverdächtige Deutsche einen 27-jährigen Iraker angegriffen. Dieser wurde schwer verletzt und musste zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Beamten seien dazwischen gegangen, hätten die beiden Gruppen getrennt und dabei Pfefferspray gegen die deutschen Angreifer benutzt.

"Personenüberschneidungen" zwischen Demo und Angriff

Im Vorfeld soll der Verletzte laut Polizei einen 19-jährigen Deutschen auf dem Kornmarkt mit einer Flasche angegriffen haben. Ebenso soll in diesem Zusammenhang auch eine 21-jährige Deutsche leicht verletzt worden sein. Im weiteren Verlauf  habe ein 31-jähriger Libyer einen 25 Jahre alten Iraner angegriffen, der dabei leicht verletzt wurde. Auch hier habe die Polizei Pfefferspray eingesetzt. Im Zuge des Einsatzes sei auch eine Polizeibeamtin leicht verletzt worden.

Die genauen Umstände der Auseinandersetzung sind laut Katharina Korch noch nicht abschließend geklärt. „Die Beamten haben die Identitäten verschiedener Personen festgestellt und Beweise gesichert. Die weiteren Ermittlungen übernimmt der Staatsschutz.“ 

Ob es einen direkten Zusammenhang mit der Demonstration auf dem Kornmarkt gibt, konnte die Polizeisprecherin nicht sagen. Dort hatten am frühen Montagabend rund 100 Menschen gegen Rechtsextremismus protestiert. Sie bestätigte aber, dass es „Personenüberschneidungen“ zwischen Teilnehmern oder Anwesenden der Demo und den Beteiligten der Auseinandersetzung mit den fünf Verletzten gab.

Rechte Musik am Rande der Kundgebung

Die Kundgebung war zuvor weitgehend friedlich verlaufen. Jedoch berichtet die Polizei am Dienstag von mehreren Störungen. So habe eine 21-jährige Deutsche am Rande der Veranstaltung Musik einer Rechtsrockband abgespielt und einen Flyer der Versammlung verbrannt. Ob es sich bei den Liedern um verbotene handelte, sei Bestandteil der Ermittlungen.

Darüber hinaus sei es zwischen einer Gruppe von bis zu 40 Menschen, die offensichtlich aus dem rechten politischen Spektrum stammten, und den Teilnehmern der Versammlung zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen. Dabei soll eine 52-jährige Deutsche einen 28-Jährigen beleidigt haben. Die Polizei trennte daraufhin beide Lager  voneinander, um die Lage zu beruhigen. 

Nun wird laut Polizeidirektion wegen des Verdachts des Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, der Beleidigung und des Verstoßes gegen die Polizeiverordnung der Stadt Bautzen ermittelt.

Der Beitrag wurde am 16. September 2020, 16.45 Uhr, aktualisiert.

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