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Bautzen

Domowina hat neue Geschäftsführerin gewählt

Der Dachverband der Lausitzer Sorben hat eine neue Geschäftsführerin gewählt. Damit ist ab 2022 erstmals eine Frau in diesem Amt.

Am Freitagabend hat der der Bundesvorstand der Domowina eine neue Geschäftsführerin gewählt. SIe übernimmt das Amt mit Jahresbeginn 2022.
Am Freitagabend hat der der Bundesvorstand der Domowina eine neue Geschäftsführerin gewählt. SIe übernimmt das Amt mit Jahresbeginn 2022. © Symbolfoto: dpa

Bautzen. Die Domowina hat ab Beginn nächsten Jahres eine neue Geschäftsführerin. Das teilt Presseprecher Marcel Brauman in einer Medieninformation mit. Judith Scholze wird das Amt von Marko Kowar übernehmen, der sich zum Jahresende in den Ruhestand begibt. Der Bundesvorstand des Dachverbands der Lausitzer Sorben hat die 42-jährige Diplom-Psychologin auf der Sitzung am Freitagabend in geheimer Abstimmung in das Amt an der Spitze der Geschäftsstelle der Domowina gewählt. "Judith Scholze ist die erste Frau, die in der Geschichte der Domowina diese Funktion ausübt", so Marcel Brauman.

Judith Scholze übernimmt ab 2022 das Amt als Geschäftsführerin der Domowina.
Judith Scholze übernimmt ab 2022 das Amt als Geschäftsführerin der Domowina. © Domowina

Die verheiratete Mutter eines einjährigen Sohns ist seit 2013 Leiterin des Minderheitensekretariats, das die Interessen der vier autochthonen nationalen Minderheiten und Volksgruppen in Deutschland vertritt. Zuvor hat Judith Scholze nicht nur beruflich verschiedene verantwortliche Funktionen ausgeübt, wie zum Beispiel für die „Jugend europäischer Völker“, der Organisation der Jugend nationaler Minderheiten. Auch ehrenamtlich in der Domowina war sie aktiv: unter anderem zehn Jahre als Mitglied des Präsidiums (2011-2021) und als stellvertretende Vorsitzende (2013-2017). "Es ist mir eine große Freude, im Team zusammen mit anderen zum Wohl nationaler Minderheiten, besonders der Lausitzer Sorben, zu arbeiten", so die neue Geschäftsführerin.

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Will Verbundenheit der sorbischen Institutionen stärken

Derzeit wohnt Judith Scholze in Berlin und kehrt nun in die Lausitz zurück. In ihrer neuen Funktion wolle sie das „Motto Verbundenheit gern in den Mittelpunkt der Tätigkeit unserer Regionalverbände und Fachvereine stellen.” Dabei sei ihr die Gleichwertigkeit des Ober- und Niedersorbischen sehr wichtig. Auch die intensivere Verbundenheit der sorbischen Institutionen liege ihr am Herzen.

Judith Scholze zur Seite steht der stellvertretende Geschäftsführer der Domowina in Cottbus, Marcus Koinzer. Seinen Vertrag haben die Mitglieder des Bundesvorstandes auf ihrer Sitzung am Freitagabend um weitere sieben Jahre verlängert.

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Dawid Statnik, der Vorsitzende der Domowina und damit Vorgesetzter der Geschäftsführerin, erklärt zur Personalentscheidung des Bundesvorstandes: „Ich gratuliere Judith Scholze und freue mich über das klare Votum für sie. Das belegt das große Vertrauen, das sie sich mit ihrem langjährigen Engagement zum Wohl des sorbischen Volkes und aller autochthonen nationalen Minderheiten in Deutschland erarbeitet hat." (SZ)

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