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Bautzen

Ein neues Kraftwerk für Bautzen

Die Anlage entsteht neben dem Energiezentrum der Energie- und Wasserwerke. Sie erzeugt Wärme und Strom – und entlastet die Umwelt.

Jens Schaller, Projektleiter der Enso, zeigt an einem Plan, wie das neue Kraftwerk in Bautzen aussehen soll.
Jens Schaller, Projektleiter der Enso, zeigt an einem Plan, wie das neue Kraftwerk in Bautzen aussehen soll. © SZ/Uwe Soeder

Von Anne Semlin

Bautzen. Bautzen bekommt ein neues Blockheizkraftwerk. Die Enso Energie Sachsen Ost AG errichtet die Anlage auf dem Gelände der Energie- und Wasserwerke Bautzen - direkt neben dem Energiezentrum der EWB in der Müntzerstraße. Das Kraftwerk kostet zehn Millionen Euro und soll für eine umweltfreundlichere Fernwärme-Versorgung in der Stadt sorgen. Frank Brinkmann, Vorstand der Enso, freut sich über die Zusammenarbeit mit der EWB. „Dieses Projekt ist ein Signal für die Region und ein Schritt zur Erreichung der Klimaziele“, betont er.

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Ein Blockheizkraftwerk hat Bautzen schon. Durch die neue Anlage soll die Energieeffizienz erhöht und CO2 eingespart werden. Bauleiter Jens Schaller erklärt die Funktionsweise und Vorteile des Blockheizkraftwerkes: Die Anlagen erzeugen nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Wärme und Strom. Für die Erzeugung von Strom wird Erdgas verbrannt. Die dabei entstehende Wärme kann fast vollständig als Fernwärme genutzt werden. Dadurch wird das Erdgas als Brennstoff besonders effizient verwendet. „Die beiden Anlagen erzeugen Strom und Wärme genau dann, wenn sie gebraucht werden und sorgen für eine optimale Energieerzeugung“, sagt Schaller. Und auch die Auflagen für Abgaswerte werden eingehalten.

Wärme für 2.500 Häuser

Der erzeugte Strom des neuen Kraftwerks wird ins Enso-Netz eingespeist, die Wärme fließt in das Bautzener Fernwärmenetz. So können etwa 10.000 Haushalte mit Strom und 2.500 Häuser mit Wärme versorgt werden. Andrea Ohm, Geschäftsführung der EWB, betont: „Die Preise ändern sich durch den Neubau nicht.“ Zurzeit kann die EWB etwa die Hälfte des Wärmebedarfes mit einem schon vorhandenen Blockheizkraftwerk decken. Wenn in den Wintermonaten mehr Wärme benötigt wird, kommt diese bisher aus Gaskesseln. Die funktionieren auch mit Erdgas, sind aber weniger energieeffizient.

Mit dem neuen Blockheizkraftwerk erhöht sich der Anteil aus Kraft-Wärme-Kopplung erzeugter Energie auf 80 Prozent. Die Gaskessel sollen dann nur noch an extrem kalten Tagen zum Einsatz kommen. Dadurch können 4.100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Besonders kommt dies Bauherren und Eigentümern entgegen. Sie sind durch das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich verpflichtet, einen Anteil der Wärme für ihre Immobilie aus erneuerbaren Energien oder aus Anlagen zu decken, die mit dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten.

Inbetriebnahme im nächsten Sommer

Im Dezember werden die beiden Anlagen für das neue Blockheizkraftwerk geliefert, im Sommer 2021 soll es dann in Betrieb gehen. Überwacht wird das Kraftwerk von Dresden-Reick aus.

Die Enso betreibt in etlichen Städten und Gemeinden moderne Anlagen zur Wärmeerzeugung – meist in Verbindung mit einer Stromproduktion in Blockheizkraftwerken. Standorte sind zum Beispiel Kirschau, Radeberg, Königswartha und Altenberg.

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