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Weiter Rätsel um Sparkassen-Diebe

Vor einem Jahr begann eine Einbruchserie bei der Kreissparkasse Bautzen. Das Geldinstitut zog Konsequenzen - und die Ermittler verfolgen jetzt neue Ansätze.

Ein Polizeiauto stand am 1. November 2019 vor der Filiale der Kreissparkasse im Bautzener Allendeviertel. Auch in diese Geschäftsstelle war eingebrochen worden.
Ein Polizeiauto stand am 1. November 2019 vor der Filiale der Kreissparkasse im Bautzener Allendeviertel. Auch in diese Geschäftsstelle war eingebrochen worden. © Archivfoto: Steffen Unger

Bautzen.  Der Reformationstag 2019, ein Donnerstag, ging dem Mittag entgegen, als ein Sparkassenkunde am Geldautomaten der Wilthener Filiale Bares abheben wollte. Doch gleich beim Betreten des Hauses fiel ihm auf: Hier stimmt etwas nicht. Die alarmierte Polizei war schnell vor Ort.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand von Polizei oder Kreissparkasse wusste: Wilthen war nur eine von sechs Filialen, die rund um den Feiertag unerwünschten Besuch hatten. Der oder die Täter verwüsteten auch die Geschäftsstellen in Bautzen-Gesundbrunnen und im Allendeviertel, in Bischofswerda sowie in Neukirch und Sohland.

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Es wurde kein einziger Cent gestohlen

In fast allen  Fällen wurden die Einbrüche bemerkt, als die Mitarbeiter am Freitagmorgen, dem Tag nach dem Feiertag, die Geschäftsräume betraten. „Die Unbekannten sind überall gewaltsam eingebrochen und haben die Räume durchwühlt“, sagte anschließend ein Polizeisprecher.

Schnell stand fest: Geld hatten die Einbrecher nicht erbeutet - es fehlte nicht ein Cent, teilte die Sparkasse mit. Auch waren keine Geldautomaten aufgebrochen worden, dafür aber Schränke, Schreibtische - und mehrere Schließfächer, die Kunden für die Aufbewahrung ihrer Sparkassenbücher gemietet hatten.

Mehrere Sparkassenbücher verschwanden

In der Nacht zum 29. November brachen Unbekannte dann in die Filialen in Cunewalde, Demitz-Thumitz und erneut Wilthen ein. Diesmal hielten sie sich nicht erst lange mit Schränken auf, sondern wandten sich gleich den Schließfächern zu. Außerdem gab es am Wochenende darauf einen gescheiterten Einbruchsversuch in die Filiale Königswartha. Am 26. Januar 2020 wurde in die Großpostwitzer Geschäftsstelle eingebrochen.

Die angerichteten Schäden summieren sich auf rund 16.500 Euro, berichtet Sparkassen-Sprecherin Elke Bauch. "Gravierender waren die Folgen für die Schließfächer für Sparkassenbücher. Die Schließfächer wurden aufgehebelt und größtenteils zerstört, Inhalte teilweise gestohlen." Auf diese Schließfächer hat nur der Kunde allein Zugriff. "Es dürfen ausschließlich Sparkassenbücher aufbewahrt werden", betont die Sprecherin. Nach den Einbrüchen waren zwar die meisten Sparkassenbücher noch vorhanden, ein Teil aber war gestohlen.

Schließfächer sind abgebaut worden

"Keinem Kunden ist durch den Diebstahl seines Sparkassenbuches ein Schaden entstanden", erklärt Elke Bauch. "Alle Guthaben auf den gestohlenen Sparkassenbüchern wurden den Kunden ausgezahlt." Wie viel, wusste die Sparkasse aus ihrem Datenverarbeitungssystem.

Mit den gestohlenen Sparbüchern konnten der oder die Täter nichts anfangen; um Geld abzuheben, muss immer auch der Personalausweis gezeigt werden. Aber die Unbekannten nahmen mit, was eigentlich nicht in die Schließfächer gehört: Bargeld und andere Wertsachen. Hierfür gab es keinen Ersatz von der Sparkasse, den Bestohlenen blieb nur die Anzeige bei der Polizei.

Um den Dieben keinen Anreiz für weitere Einbrüche zu geben, entschied sich die Kreissparkasse im Dezember für den Abbau der Sparkassen-Schließfächer. Alle 800 Mietverträge wurden gekündigt.

Sparkasse verfeinert Sicherheitskonzepte

Nicht erst seit der Einbruchsserie verfeinert die Kreissparkasse ihre Sicherheitskonzepte ständig. Einzelheiten verrät die Sprecherin aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht.

Ein Jahr nach den ersten Einbrüchen wurde noch kein Täter gefasst. Aber "die Ermittlungen dauern weiter an", versichert Anja Leuschner, Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz. Es werde nach wie vor an der Auswertung der hinterlassenen Spuren gearbeitet. Und offenbar gibt es neue Ermittlungsansätze - denn diese, so die Polizeisprecherin, würden derzeit geprüft. 

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