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Polizei sucht Gesundbrunnen-Brandstifter

Unbekannte steckten am Wochenende einen Sperrmüllhaufen an, am benachbarten Vereinshaus entstanden 5.000 Euro Schaden. Jetzt läuft Hilfe an.

Am Sonnabendabend brannte Sperrmüll vor einem Vereinshaus in Bautzen-Gesundbrunnen. Das Feuer beschädigte auch die Hauswand.
Am Sonnabendabend brannte Sperrmüll vor einem Vereinshaus in Bautzen-Gesundbrunnen. Das Feuer beschädigte auch die Hauswand. © lausitznews.de

Bautzen. Am vergangenen Sonnabend musste die Bautzener Feuerwehr den wohl kürzesten Einsatzweg ihrer Geschichte zurücklegen: Keine 300 Meter von der Feuerwache entfernt, brannte vor einem Vereinshaus an der Max-Planck-Straße ein Berg Sperrmüll. Das Feuer griff schnell auf die Fassade über, aber das gesamte Gebäude erfassen konnte es nicht - die sofort herbei geeilten Feuerwehrleute verhinderten Schlimmeres.

Als die Kameraden gegen 22.35 Uhr eintrafen, waren der oder die Brandstifter verschwunden. Denn von Brandstiftung geht die Polizei aus. Sie beziffert den entstandenen Sachschaden auf etwa 5.000 Euro. Anwohner haben zur Tatzeit auch eine Person in der Nähe des Vereinshauses gesehen und dies gemeldet. Doch Pressesprecher Kai Siebenäuger von der Polizeidirektion Görlitz antwortet am Dienstag auf die Frage nach Tatverdächtigen zurückhaltend: "Die Ermittlungen dauern an."

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Anwohner sahen verdächtige Person - Polizei ermittelt

Auf eine andere Frage äußert sich der Sprecher klar und eindeutig: Eine Serie von Bränden gab es in jüngster Zeit in Bautzen nicht, auch nicht am Sonnabendabend. Das Feuer an der Max-Planck-Straße war das einzige in der Kreisstadt an diesem Abend. Die Stadtverwaltung bestätigt das. Laut Stadtsprecher Markus Gießler gab es in diesem Jahr in Bautzen bisher drei Sperrmüll-Brände. Ende 2020 und im Januar 2021 brannten öfter Mülltonnen. "Aktuell ist kein erhöhtes Einsatzaufkommen im Rahmen von brennenden Sperrmüllhaufen/ Mülltonnen festzustellen", sagt Gießler.

Am Vereinshaus von Frei(e) Zeit Aktiv sieht die Fassade jetzt schlimm aus, wie auch der restliche Sperrmüll, den das Feuer nicht mehr vernichten konnte. Hier liegen Holzpaletten, die Reste von Spanplattenmöbeln, ein großes Spiele-Brett und mehrere verstaubte Marionettenpuppen, die ihre beste Zeit längst hinter sich haben. Alles Dinge, die der Bautzener Verein Frei(e) Zeit Aktiv in der vergangenen Woche ausrangiert hatte.

Drei Tage nach dem Brand sieht es am Vereinshaus immer noch schlimm aus, aber der Vermieter will die Fassade sanieren lassen.
Drei Tage nach dem Brand sieht es am Vereinshaus immer noch schlimm aus, aber der Vermieter will die Fassade sanieren lassen. © SZ/Uwe Soeder

Der Verein möchte vor allem Kindern und Jugendlichen sinnvolle Freizeitangebote unterbreiten. Dazu gehören beispielsweise Kurse im Töpfern oder in Holzgestaltung sowie ein Koch-Café. Und es gibt auch offene Treffs für alle, die mal mit jemandem reden und andere Leute kennenlernen wollen.

Vereinsvorsitzende Hannelore Jokuff freut sich, dass "nach Corona unser Vereinsleben jetzt wieder Fahrt aufnimmt". Und Frei(e) Zeit Aktiv gibt nun auch einem weiteren Verein ein neues Zuhause: In dem Flachbau bekommt der Boxclub Bautzen sein Domizil. "Dafür haben wir in der vergangenen Woche einen Raum freigeräumt", berichtet Hannelore Jokuff. "Den Sperrmüll haben wir draußen abgelegt. Das wurde uns zum Verhängnis."

Vermieter will Fassade instand setzen

Eigentlich sollten die ausrangierten Gegenstände am Montag vom Entsorgungsunternehmen Veolia abgeholt werden. Doch nach dem Feuer galt es zuerst mit Veolia etwas anderes zu klären: die Erneuerung der Fassade. Das Unternehmen ist nämlich zugleich Besitzer und Vermieter des Flachbaus, der in den 90er Jahren als Getränkemarkt diente und in dem jetzt Frei(e) Zeit Aktiv und künftig auch der Boxclub Bautzen ihren Sitz haben. Inzwischen steht fest: "Veolia wird die Fassade wieder instand setzen", freut sich Hannelore Jokuff.

Das Vereinsleben läuft wieder an, die beschädigte Fassade kommt in Ordnung - aber abhaken kann die Vorsitzende von Frei(e) Zeit Aktiv diesen Sonntagabend nicht so einfach. Denn noch immer sind der oder laufen die Brandstifter unbekannt.

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