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Bautzen

„Ich erlebe alles durch die Linse“

Mit 14 kaufte Dietmar Buttig seine erste Kamera. Jetzt siegte er beim SZ-Fotowettbewerb; mit einer Bautzen-Ansicht, die sich jeder ins Haus holen kann.

Dietmar Buttig fotografiert, seitdem er 14 Jahre alt ist. Jetzt hat er mit einer Stadtansicht von Bautzen den SZ-Fotowettbewerb um das schönste Bautzen-Motiv gewonnen.
Dietmar Buttig fotografiert, seitdem er 14 Jahre alt ist. Jetzt hat er mit einer Stadtansicht von Bautzen den SZ-Fotowettbewerb um das schönste Bautzen-Motiv gewonnen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Eigentlich sei er nicht der Typ für so etwas, sagt Dietmar Buttig - und meint den Fotowettbewerb, zu dem die Bautzener Redaktion der Sächsischen Zeitung Ende April aufrief. „Ich weiß selbst nicht mehr genau, wie ich darauf gekommen bin mitzumachen. Ich arbeite immer lieber im Hintergrund." Oder eben hinter der Kamera. Mit einem Blick über die Dächer von Bautzen, den es als hochwertigen Foto-Kunstdruck jetzt im DDV-Lokal-Onlineshop zu kaufen gibt, hat er den Fotowettbewerb gewonnen. Entstanden ist die Aufnahme vom Reichenturm aus. „Obwohl ich Bautzen eher selten fotografiere“, bemerkt der 66-Jährige.

In seiner „Fotolese“ von 2020, einem selbst gestalteten Fotobuch, sind vor allem Naturaufnahmen zu sehen; Fotografien aus dem Heide- und Teichland, Nahaufnahmen von verschiedenen Vögeln und Insekten. "Ich entdecke immer wieder Tiere, die ich vorher noch nicht gesehen habe, wie zuletzt einen Nachtreiher", sagt der Bautzener.

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Viel von einem alten Nachbarn gelernt

Seine erste Kamera hat Dietmar Buttig sich von seinem Jugendweihe-Geld gekauft: eine Praktika Nova 1. „Ich hatte überlegt, dass Fotografie vielleicht was für mich sein könnte“, erinnert er sich. Seine Mutter erzählte ihm von einem Rentner in der Nachbarschaft, der fotografierte. „Er hat mich dann gewissermaßen angelernt, mir gezeigt, wie man die Motive einfängt und wann man welche Technik gebrauchen kann.“ Auch ein Teleobjektiv habe sein Lehrer ihm überlassen.

Mit diesem Ausblick vom Bautzener Reichenturm gewann Dietmar Buttig den SZ-Fotowettbewerb.
Mit diesem Ausblick vom Bautzener Reichenturm gewann Dietmar Buttig den SZ-Fotowettbewerb. © Dietmar Buttig

Seitdem habe die Fotografie als Hobby ihn immer begleitet. 1983 kam er zum Fotoklub Zittau, wo er bis heute Mitglied ist. Dort habe er bei Kreisfotoschauen immer wieder Auszeichnungen für seine Arbeit bekommen. Weil er vor allem fleißig gewesen sei, wie er sagt. „Ich habe das immer sehr ernst genommen und es nie dem Zufall überlassen.“ In Lehrgängen und Seminaren für Amateurfotografen habe er sein Können weiter geschult. Sogar eine eigene Dunkelkammer habe er sich damals in seiner Wohnung in Zittau eingerichtet.

Mit Diavorträgen über Reisen berichtet

In den 1990er-Jahren habe er immer wieder öffentliche Dia-Vorträge gehalten – von seinen unzähligen Reisen, die er unternommen hat. „Wir haben einige Bergwanderungen gemacht, in der damaligen ČSSR, durch die Karpaten in Rumänien oder in Bulgarien.“ Spätere Reisen führten ihn unter anderem nach Südafrika, Neuseeland, Norwegen und in die USA. Mal mit Zelt, mal ohne. Aber immer selbst organisiert. „Mit einer Reisegruppe hätte ich das nicht ausgehalten. Wenn ich ein tolles Motiv entdecke, möchte ich anhalten und es fotografieren können“, erzählt er lachend. Außerdem könne man so Land und Leute besser kennenlernen.

Bei seinen Reisen habe er auch mal Menschen fotografiert, sagt er. Das mache er sonst weniger. „Die Leute sind anderswo aufgeschlossener, da ergibt sich sowas leichter.“ Inzwischen hat er nicht mehr so viel Lust, in die Ferne zu reisen. „Was bringt es mir, wenn ich von Neuseeland erzählen kann, während ich meine eigene Umgebung nicht kenne?“

Durch Fotografieren die Umgebung kennenlernen

Seit 2004 fotografiert Dietmar Buttig ausschließlich digital. „Was ich heute an zwei oder drei Tagen fotografiere, dass habe ich früher in drei Wochen an Dia-Fotos gemacht", sagt er. "Da hatte man vielleicht zehn Filme mit jeweils 36 Bildern. Man hat sich gut überlegt, was man fotografieren möchte.“ Dass man die Fotos heute am Computer bearbeiten kann, empfindet er als einen großen Vorteil. Mit Foto-Software mache er kleinere Korrekturen an den Fotos, „aber nicht zu viel“, wie er betont.

Immer wieder arbeite er an speziellen Foto-Projekten. Zum Beispiel an der ehemaligen Husarenkaserne in Bautzen, auf deren Gelände er bis zum Renteneintritt im letzten Jahr als Referent der Landesdirektion Sachsen gearbeitet hat: „Dort wuchsen in einem Kasten fünf junge Turmfalken auf.“ Ein weiteres Projekt, an dem er arbeite, sei eine Reihe der Kirchen in der Oberlausitz. Während seines Studiums in Dresden habe er sein Interesse für Architektur entwickelt, erzählt der Diplom-Ingenieur für Arbeitsschutz.

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Die Bautzener Stadtansicht von Dietmar Buttig sowie die zweitplatzierten Motive des SZ-Fotowettbewerbs kann man jetzt im DDV-Lokal in verschiedenen Größen und Ausführungen erwerben.

Lydia Romano wohnt zwar nicht mehr in der Oberlausitz, sondern in Bayern, kommt aber regelmäßig auf Besuch in die Heimat und fotografiert dann auch gern. Mit Bautzens "magischen Türmen" war sie beim Fotowettbewerb erfolgreich.
Lydia Romano wohnt zwar nicht mehr in der Oberlausitz, sondern in Bayern, kommt aber regelmäßig auf Besuch in die Heimat und fotografiert dann auch gern. Mit Bautzens "magischen Türmen" war sie beim Fotowettbewerb erfolgreich. © Lydia Romano
Bernd Hoffmann ist gebürtiger Bautzener und wohnt in Kubschütz. Zur Blauen Stunde hat er diese Bautzener Stadtansicht eingefangen. Auch sein Motiv gibt es jetzt im DDV-Lokal-Onlineshop.
Bernd Hoffmann ist gebürtiger Bautzener und wohnt in Kubschütz. Zur Blauen Stunde hat er diese Bautzener Stadtansicht eingefangen. Auch sein Motiv gibt es jetzt im DDV-Lokal-Onlineshop. © Bernd Hoffmann

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