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Bautzen: So geht es mit der Krone weiter

Nachdem der Förderverein den Mietvertrag zum Jahresende gekündigt hatte, war unklar, was mit der Stadthalle passiert. Jetzt gibt es eine Lösung.

Bald soll es in der Bautzener Stadthalle Krone wieder Betrieb geben. Dafür wurde jetzt eine Lösung gefunden.
Bald soll es in der Bautzener Stadthalle Krone wieder Betrieb geben. Dafür wurde jetzt eine Lösung gefunden. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Aufatmen für alle Krone-Fans in Bautzen: In der Stadthalle geht es weiter. Die Krone wird künftig von der Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB), der das Gebäude gehört, betrieben. Das hat BWB-Geschäftsführerin Kirsten Schönherr mitgeteilt. Der Aufsichtsrat habe dem zugestimmt.

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Lange hatte es geheißen, die BWB selbst könne die Krone nicht vermieten – zumindest nicht für einzelne Abende. Das sei aus steuerrechtlichen Gründen nicht möglich. Möglich an sich ist das aber schon – es kostet die BWB nur eben mehr. Und für diese Mehrkosten gab es jetzt vom Aufsichtsrat grünes Licht.

Externer Dienstleister soll Aufgaben übernehmen

Das Ziel der BWB ist es laut Schönherr, einen Großteil der Aufgaben an externe Dienstleister auszulagern und die Halle für Veranstaltungen an diese zu vermieten. Um Mietanfragen und Termine wolle sich die BWB selbst kümmern, ebenso die Mietverträge abschließen und beispielsweise an Caterer vermitteln.

„Für Aufgaben wie die Schlüsselübergabe, die Installation der Technik, die Bestuhlung – für die wollen wir dann einen externen Dienstleister beauftragen“, erklärt Kirsten Schönherr. Auch die Betreuung der Veranstaltung an sich – also der Einlass, die Sicherheit, die Abendkasse und die Reinigung – soll von einem Dienstleister übernommen werden. Derzeit befinde sich die BWB dazu in Gesprächen mit einigen Anbietern: „Erste Angebote sind eingegangen“, berichtet Kirsten Schönherr. In ein oder zwei Monaten soll die Entscheidung stehen.

Auch private Feiern in der Krone sollen möglich sein

„Wir freuen uns schon sehr darauf, dass es bald wieder losgeht“, sagt Kirsten Schönherr. Viele Anfragen für Veranstaltungen habe es bereits gegeben, erzählt sie. So sollen – wenn Corona es zulässt – die Jugendweihen wieder in der Bautzener Stadthalle gefeiert werden. Konzerte seien geplant, Diskotheken-Betreiber hätten Interesse bekundet, auch eine Operettengala könnte in der Krone stattfinden.

Und: Ein älterer Herr habe bereits angekündigt, in der Krone seinen Geburtstag feiern zu wollen. Denn auch solche privaten Feiern sollen künftig möglich sein, sagt Kirsten Schönherr.

Erst einmal bleiben die Türen der Krone aber zu

Dennoch bleibt die Pforte zunächst noch verschlossen. Bis Ende April, also noch drei Monate, will die BWB die Krone ganz ruhen lassen. Auch der Kreistag und der Stadtrat dürfen in dieser Zeit nicht in der Halle tagen, teilt Kirsten Schönherr mit. Sie begründet das mit der Corona-Pandemie und damit, dass ohnehin derzeit keine Veranstaltungen stattfinden können. Ab einem offiziellen Neustart mit neuem Mieter würden aber Zuschüsse durch die Stadt fällig.

Was Kirsten Schönherr dann erklärt, klingt kompliziert. Es geht vor allem um das Thema Steuern. Eigentlich müsste die BWB für die Veranstaltungen bestimmte Mindestmieten verlangen, erklärt Schönherr. Preise, die ihr zufolge aber absolut nicht marktgerecht seien. Also verlange sie niedrigere Preise – für die Differenz müsse aber die Stadt Bautzen in Form eines Zuschusses aufkommen. Anders dürfe die BWB das nicht. Und dieser Zuschuss würde monatlich fällig – unabhängig davon, ob nur eine Veranstaltung – wie eben eine Kreistags- oder Stadtratssitzung – oder mehrere stattfinden.

Förderverein hatte den Mietvertrag gekündigt

Wie bereits zuvor der Krone-Förderverein hofft also auch die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft auf Geld von der Stadt. Der Förderverein hatte einen Zuschuss für die Miete des Gebäudes bekommen. Insgesamt 50.000 Euro hatte der Stadtrat im Zuge der Haushaltsdebatte dafür bewilligt.

Dennoch war der Verein in eine finanzielle Schieflage geraten. Zum einen betrug die Miete für das Gebäude 70.000 Euro – die Differenz von 20.000 Euro zum Zuschuss der Stadt musste der Förderverein selbst einspielen. Zum anderen stimmt der Bautzener Stadtrat im Zuge der Haushaltsdebatte jedes Jahr neu über den Zuschuss ab. Dem Förderverein wurde das zu unsicher.

BWB hofft auf längerfristigen Zuschuss

Im September hatte der Verein den Mietvertrag für die Krone deshalb gekündigt. Er gab damals an, keine andere Wahl zu sehen. Unter anderem weil die Betreibung der Krone kostendeckend nicht möglich sei. So könne sich der Verein das nicht leisten. Seitdem war unklar, wie es nun mit der Krone weitergeht.

Kirsten Schönherr möchte sich jetzt dafür einsetzen, dass der Stadtrat den Zuschuss für die Krone gleich für drei Jahre bewilligt, um die Unsicherheit zu umgehen.

Die BWB hatte im vergangenen Jahr für mehr als 200.000 Euro die Krone herrichten lassen. Das Geld floss vor allem in einen besseren Brandschutz und in moderne Veranstaltungstechnik.

Der Beitrag wurde am 26. Januar, 19.20 Uhr, aktualisiert.

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