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Bautzen: Kritik an Spreebrücke nicht erwünscht?

Im Ortenburghof wurde jetzt über den Stand des Projektes informiert. Doch eine Initiative, die das Vorhaben kritisch sieht, durfte sich dort nicht vorstellen.

In Bautzen könnte eine neue Brücke vom Protschenberg über die Spree zur Ortenburg führen. Das Projekt ist umstritten.
In Bautzen könnte eine neue Brücke vom Protschenberg über die Spree zur Ortenburg führen. Das Projekt ist umstritten. © Visualisierung: Ehrlich Architek

Bautzen. Die Initiativgruppe „Für den Erhalt der historischen Stadtansicht von Bautzen“ konnte sich am vergangenen Sonntag in Bautzen nicht mit einem eigenen Informationsstand im Hof der Ortenburg präsentieren. Das bestätigt Robert Lorenz auf Anfrage von Sächsische.de. „Wir wollten den Leuten unsere Standpunkte erklären und Fragen zu dem Projekt Spreebrücke aufschreiben, die man eventuell später im Internet hätte veröffentlichen können.“

Die Initiative nennt in ihrer Kritik an einer möglichen Spreebrücke drei zentrale Punkte. Erstens werde die Altstadt-Ansicht vom Protschenberg aus ramponiert. Zweitens würden Versprechungen gemacht, die nicht erfüllt werden könnten, sagt Robert Lorenz. „Der Handel soll gerettet, das Parkplatzproblem in der Altstadt gelöst und Besucher sollen angelockt werden. Das ist alles nicht belegbar.“ Und drittens gebe es keine durchdachte Wegeführung von der Burg aus.

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Theater begründet Absage mit Platzmangel

Die Initiative hatte nach eigener Aussage im Rahmen der öffentlichen Präsentation der aktuellen Planung am vergangenen Sonntag im Hof der Ortenburg einen Infostand mit einem Tisch und zwei Bänken geplant. Mitte vergangener Woche sei dann aber die Absage gekommen. Zu den Veranstaltern zählten die Stadt Bautzen, das mit der Machbarkeitsstudie beauftragte Architekturbüro Ehrlich, die Firma Hentschke Bau als Planungsbüro sowie das Deutsch-Sorbische Volkstheater, das die Absage bestätigt.

Laut Sprecherin Gabriele Suschke sei die Veranstaltung auf dem gesamten Platz konzipiert und für das Brückenprojekt geplant gewesen. „An der angefragten Stelle war der Informationsstand und der entsprechende Platz für Besucher der Baufirma. Da nicht absehbar war, wie viele Besucher an den jeweiligen Ständen stehen und Abstände gelten, war der Platz entsprechend bemessen.“ Das Theater habe als Pächter des Ortenburghofs das Hausrecht inne und bitte um Verständnis für diese Entscheidung.

Am 13. September konnten sich Interessierte auf der Ortenburg über die aktuellen Pläne für eine Spreebrücke informieren. Es gab Biertischgarnituren und drei Standorte mit Stehtischen für Diskussionen mit den Verantwortlichen wie hier mit Architekt Carsten
Am 13. September konnten sich Interessierte auf der Ortenburg über die aktuellen Pläne für eine Spreebrücke informieren. Es gab Biertischgarnituren und drei Standorte mit Stehtischen für Diskussionen mit den Verantwortlichen wie hier mit Architekt Carsten © SZ/Uwe Soeder

Diese Begründung ist für Robert Lorenz sehr zweifelhaft. „Es war merkwürdig, auf die Burg zu kommen und zu sehen, dass hier genug Platz für uns gewesen wäre.“ Die Initiative hätte ihren Stand ja auch an anderer Stelle aufbauen können. So entstehe der Eindruck, dass es keinen Raum für Pro und Contra gebe und dass sich die Veranstalter nicht mit Gegenpositionen auseinandersetzen wöllten. „Wir wollten die Möglichkeit geben, offen zu diskutieren“, so Robert Lorenz.

Bei der sogenannten „Vision Spreetor" geht es darum, eine neue Spreequerung vom Protschenberg zur Ortenburg zu bauen und das dortige Langhaus sowie den Burgwasserturm zu sanieren. 

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