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Bautzen: Neues Klassikfest - Spenden statt Eintritt

Sechs Konzerte sind ab Mittwoch rund um Bautzen zu erleben – verbunden mit einer einzigartigen Idee.

Harfenistin Serafina Jaffé ist gemeinsam mit ihrem Vater Ramón Jaffé künstlerische Leiterin des neuen Kammermusikfestes Oberlausitz.
Harfenistin Serafina Jaffé ist gemeinsam mit ihrem Vater Ramón Jaffé künstlerische Leiterin des neuen Kammermusikfestes Oberlausitz. © Editha Uhrmacher

Bautzen. Spontane Ideen sind oft die Besten. Das beweist eine kleine Begebenheit aus dem Frühjahr 2019. Nach ihrem Konzert in Baruth standen der Cellist Ramón Jaffé und seine Tochter und Harfenistin Serafina mit einigen Musikbegeisterten zusammen. Noch ganz beseelt von den Eindrücken vor Ort ließen sich beide schnell überzeugen, ein neues Festival auf die Beine zu stellen.

17 Monate später werden nun Musiker aus zehn Nationen die Region zum Klingen bringen: beim ersten Kammermusikfest Oberlausitz. Zwischen dem 16. und dem 19. September sind sechs Konzerte in Schlössern und einer Kirche geplant. Die musikalische Leitung haben die begeisterten Musiker selbst übernommen.

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Festival-Intendant ist Hagen Lippe-Weißenfeld. Auch er erinnert sich noch gut an den Abend in Baruth. Für das Publikum gab es ein hochkarätiges Konzert bei freiem Eintritt. Dafür stand am Kirchenausgang eine Spendenbox für die Kirchenglocken. „Der Abend hat gezeigt, dass eine besondere Dynamik entsteht, wenn Menschen gemeinsam eine Vision verfolgen – und dass Musik als Universalsprache alle miteinander verbindet“, sagt der Kulturmanager.

Familiäre Wurzeln in der Oberlausitz

Mit der Oberlausitz verbinden ihn besondere Familienbande. Seinem Ur-Großvater Clemens Prinz zur Lippe-Weißenfeld (1860-1920) gehörte das Rittergut Baruth. Regelmäßig macht der 45-Jährige deshalb Abstecher in die Heimat der Vorfahren – und will dabei immer etwas in Bewegung bringen. „Die Oberlausitz steckt voller kultureller Potenziale, die wir zukünftig gemeinsam weiterentwickeln wollen. Das Festival ist dafür ein erster Schritt“, sagt er.

Dabei verfolgt das Musikfest nach seinen Worten ein deutschlandweit einmaliges Konzept: Alle Konzerte haben freien Eintritt. Stattdessen bitten die Festival-Macher um Spenden für Vorhaben an den Auftrittsorten. Musikalische Stationen legen die Musiker in der Kirche Baruth und den Schlössern Oberlichtenau, Gröditz, Kuppritz und Milkel ein. 

„Ob es eine dringend notwendige Orgelsanierung in einer Kirche oder eine überfällige Reparatur eines Schlossdachs ist, alle Konzertbesucher helfen mit ihren Spenden aktiv mit, identitätsstiftende Kulturgüter zu erhalten“, sagt Hagen Lippe-Weißenfeld.

Neue Begegnungen unter Musikern

Ohnehin ist ihm die Verbindung in die Region sehr wichtig: „Dieses Festival ist inzwischen eine Herzensangelegenheit zahlreicher Oberlausitzer, die deshalb an jedem Festivalort ein Vorbereitungsteam gebildet haben“, sagt der Intendant. Gleichzeitig haben die musikalischen Festivalleiter sich um ein hochkarätiges Programm gekümmert. Dabei setzen sie nicht auf bestehende Ensemble. Stattdessen wollen sie neue Begegnungen unter Musikern schaffen.

Zu den musikalische Gästen gehören neben den künstlerischen Köpfen des Festivals der Violinist Arkadi Marasch, die Pianistinnen Monica Gutman und Mao Ito, Vladimír Bukač an der Viola sowie Heidemarie Wiesner am Klavier. Die gebürtige Bautzenerin ist in Baruth aufgewachsen und durch ihre Reihe „Das besondere Konzert zur Jahreswende“ bekannt.

Ebenfalls kein Unbekannter ist Johannes Krahl an der Orgel. Beim Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb hat sich der damals 18-Jährige aus Dobranitz gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt. Inzwischen studiert er Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Auch Josua Velten ist an der Orgel zu erleben.

Zudem legt die Meisterklasse von Ramón Jaffé einen Zwischenstopp in der Oberlausitz ein. Der renommierte Cellist ist seit vielen Jahren Dozent an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Seine Tochter Serafina Jaffé hat bereits in jungen Jahren zahlreiche Preise als Harfenistin gewonnen.

Live-Übertragung der Konzerte

Zum Festivalprogramm gehören außerdem Führungen durch die Firma „Orgelbau Herrmann Eule“ in Bautzen und ein Sonderkonzert für Kinder in der Musikschule. Wegen der Corona-Auflagen sind die Plätze an den Veranstaltungsorten begrenzt. Auf den Musikgenuss muss man trotzdem nicht verzichten: „Wir werden das Eröffnungskonzert in Baruth am 16. September und das Abschlusskonzert in Milkel am 19. September auf große Leinwände live in Zelte übertragen“, sagt Hagen Lippe-Weißenfeld. 

Um die Reichweite zu erhöhen, werden beide Konzerte aufgezeichnet und können später auf Youtube angeschaut werden. So kann das Kammermusikfestival Oberlausitz noch lange nachklingen.

Programm

  • 16.9., 15 Uhr, Musikschule Bautzen, Sonderkonzert für Kinder
  • 16.9., 19 Uhr, Kirche Baruth, „Eine musikalische Zeitreise“ (Bach, Rachmaninow, Mendelssohn u. a.)
  • 17.9., 15.30 Uhr, Führungen Eule Orgel Bautzen, Anmeldung: Telefon (035932) 30661 oder [email protected]
  • 17.9., 19 Uhr, Schloss Oberlichtenau, Hauskonzert mit Serafina Jaffé (Harfe) Ramón Jaffé (Cello)
  • 18.9., 19 Uhr, Schloss Gröditz, „Freude schöner Götterfunken – Happy Birthday Ludwig van Beethoven“
  • 19.9., 15 Uhr, Schloss Kuppritz, Werke von Beethoven, Bach, Prokofjev
  • 19.9., 19 Uhr, Schloss Milkel, „Delikatessen der Kammermusik“

www.kammermusifest-oberlausitz.de

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