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Kein Sparkassen-Geld für den Kreis Bautzen

Zum ersten Mal erhält der Landkreis in diesem Jahr keine Ausschüttung von der Kreissparkasse. Woran das liegt.

In diesem Jahr bekommt das Bautzener Landratsamt erstmals keinen Geldsegen von der Kreissparkasse.
In diesem Jahr bekommt das Bautzener Landratsamt erstmals keinen Geldsegen von der Kreissparkasse. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Kreissparkasse Bautzen schüttet in diesem Jahr erstmals kein Geld an den Landkreis aus. Darüber informierte jetzt Landrat Michael Harig (CDU) den Kreistag.

In den vergangenen Jahren erhielt der Landkreis vom Gewinn seiner Sparkasse in der Regel eine halbe Million Euro, in guten Jahren auch mal eine Million. Zuletzt gab es vor zwei Jahren 500.000 Euro vom Jahresgewinn 2018. Die Jahresbilanz 2019, um die es aktuell geht, lässt keine Ausschüttung mehr zu, sagt Harig. Dies habe nichts mit Corona zu tun - die Pandemie kam ja erst 2020.

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Mit den regelmäßigen Zahlungen war die Kreissparkasse Bautzen eine der letzten Sparkassen in Deutschland, die überhaupt noch eine Ausschüttung an ihren Träger leistete. Von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, die im Westen des Landkreises Bautzen mehrere Filialen betreibt, erhielt der Kreis schon seit mehr als zehn Jahren keine Ausschüttung mehr.

Inzwischen haben alle Sparkassen bundesweit den Geldhahn zugedreht, informierte Harig, der im Herbst als Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes kandidieren möchte. Als Grund für die ausbleibende Ausschüttung nannte der Landrat die ungünstige Gewinnprognose der Kreissparkasse.

Wegen der Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank könnten die Geldinstitute derzeit wenig Geld mit der Vergabe von Krediten erwirtschaften. Deshalb seien sei angehalten, die sinkenden Gewinne in ihre eigenen Rücklagen zu stecken, statt sie auszuschütten. Dieser Betrag belief sich im Geschäftsjahr 2019 bei der Kreissparkasse Bautzen auf etwa 1,4 Millionen Euro.

"Wir haben auch gar nicht mit einer Ausschüttung von der Kreissparkasse gerechnet", erklärte Harig in der jüngsten Sitzung des Kreistages. Damit hatte sich die Kreisverwaltung kurz zuvor selbst korrigiert, denn ursprünglich waren im Haushalt des 500.000 Euro von der Sparkasse vorgesehen. Das geht aus der entsprechenden Beschlussvorlage für den Kreistag hervor.

In der Vergangenheit steckte der Landkreis das Geld von der Sparkasse immer in die Finanzierung seiner laufenden Ausgaben. (SZ/tbe)

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