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„Provinzliebe“ auf Bautzens Straßen

Fünf Künstler und fünf Läden als Ausstellungsfläche – schon ist ein Kunstspaziergang durch die Stadt fertig. In Kirschau heißt es dagegen „WerkZeuge(n)“.

Die Bautzener Illustratorin Melanie Gürtler gehört zu den Beteiligten des Steinhaus-Projekts „Provinzliebe“. Ihre Arbeiten sind in der Buchhandlung Kretschmar zu sehen.
Die Bautzener Illustratorin Melanie Gürtler gehört zu den Beteiligten des Steinhaus-Projekts „Provinzliebe“. Ihre Arbeiten sind in der Buchhandlung Kretschmar zu sehen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. „Emi Brillenbiene“ schaut mit ihren großen Gläsern vor den Augen fröhlich vom Papier. Die kesse Fleißige stammt aus der Feder der Bautzener Illustratorin Melanie Gürtler. Ein kleiner Ausschnitt ihrer Arbeiten ist jetzt in der Buchhandlung Kretschmar im Rahmen des Steinhaus-Projektes „Provinzliebe - Illustration. Graphic Design. Digitales Zeichnen“ zu sehen. Insgesamt zeigt die Gemeinschaftsausstellung fünf Künstler, die in der Oberlausitz ihre (neue) Heimat gefunden haben, zurückgekehrt sind oder sich ihrem Herkunftsort verbunden fühlen.

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Was passiert aber, wenn fünf Kreative aufeinandertreffen? Die Betrachter dürfen sich an einer großen Vielfalt der künstlerischen Handschriften wie auch der Ausstellungsorte freuen. Davon gibt es gleich mehrere in der Bautzener Innenstadt, die zu einem graphischen Spaziergang, einem sogenannten „graphic walk“ einladen. Neben dem Buchladen in der Steinstraße präsentiert sich Brim.Borium im Tagwerk auf der Tuchmacherstraße mit „Kunst im Schaufenster“. Die Bilder der autodidaktischen Illustratorin aus Dresden erzählen Geschichten mit Hilfe der Graphic Novels, was so viel bedeutet wie Comic-Romane .

In das Restaurant „Grünschnabel“ ziehen dagegen die Zeichnungen von Henry Töpfer zum Thema „#kaffeeliebe“ ein. Der jetzige Görlitzer hat lange am Steinhaus Bautzen gearbeitet und ist seit sieben Jahren freiberuflicher Mediengestalter. Auch Dimitar Stoykow kommt mit seinen Arbeiten von der Neiße an die Spree und präsentiert seine Werke gegenüber in der Fleischerei Wenk. Franziska Panitz stellt ihre Design- und Graphikgestaltungen im Laden "Grüne Ecke" aus. Die Künstlerin mit ostsächsischen Wurzeln gestaltet unter anderem Bücher, Poster und Postkarten.

Kunst über Ländergrenzen hinweg

Über die Ländergrenzen hinweg schaut dagegen die neue Ausstellung „WerkZeuge(n)“ in der Art Factory Flox in Kirschau. 16 Künstler aus fünf Ländern präsentieren ihre Arbeiten bis 21. November auf 400 Quadratmetern. „Wir setzen bewusst auf die Doppeldeutigkeit des Begriffes. Ein Werkzeug ist ein Objekt, mit dessen Hilfe die Funktionen des Körpers erweitert werden, um auf diese Weise ein unmittelbares Ziel zu erreichen. Zeuge ist in diesem Moment der jeweilige Künstler, der mit selbstgewählten und ästhetisch überzeugenden Einzelstücken von Werkzeugen in einen künstlerischen Dialog mit seiner eigenen Arbeit tritt“, sagt Ausstellungskurator Holger Wendland.

Die künstlerische Auseinandersetzung wird in Installationen, Objekten, Drucken und Malereien in der Schau umgesetzt. Zu den ausstellenden Künstlern gehören unter anderem auch Mitglieder der Kirschauer Kunstinitiative Friese, wie Tom Glöss, Katrin König, Uwe E. Nimmrichter, Sandro Porcu, Detlef Schweiger, Holger Wendland und Jo Zipfel.

Die Ausstellungsmacher präsentieren auch künstlerische Fotografien der alten Werkhallen des VEB Vegro, die wie Installationsbilder von längst vergessenen Momenten anmuten. Damit entsteht ein direkter Bezug zum Ausstellungsort. Die Art Factory Flox befindet sich im ehemaligen Bemusterungskontor des VEB Vegro.

„Provinzliebe“ bis 11. November in fünf Läden der Bautzener Innenstadt
www.steinhaus-bautzen.de

„WerkZeuge(n)“ bis 21. November, jeweils Sonntag von 14 bis 18 Uhr in der Friesestraße 31 in Kirschau
www.im-friese.de

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