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Bautzen: Kurzzeitpflege nimmt nur noch Corona-Fälle

Die Einrichtung am Stadtwall kümmert sich um Patienten, die trotz abgeschlossener Behandlung positive Tests haben. Ihre Unterbringung wird immer schwieriger.

Die Einrichtung am Stadtwall in Bautzen wird auch weiterhin eine Kurzzeitpflege sein, aber vorerst nur für Bewohner, die positiv auf Corona getestet wurden.
Die Einrichtung am Stadtwall in Bautzen wird auch weiterhin eine Kurzzeitpflege sein, aber vorerst nur für Bewohner, die positiv auf Corona getestet wurden. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Kurzzeitpflege am Stadtwall in Bautzen nimmt vorübergehend ausschließlich Bewohner auf, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet sind. Das bestätigt Sascha Bock, Geschäftsführer der Oberlausitz Pflegeheim & Kurzzeitpflege Gesellschaft aus Bischofswerda, von der die Einrichtung betreiben wird. „Es ging ursprünglich um einen Fall. Das war für uns der Auslöser, diese Entscheidung zu treffen, denn es ist sehr wahrscheinlich das dies nicht der letzte sein wird.“

Derzeit sei man dabei, die bislang gut ausgelastete Kurzzeitpflege für den Wechsel vorzubereiten. Die Angehörigen habe man informiert, erklärt Sascha Bock. „Bewohner ohne Corona von Bewohnern mit Corona zu trennen, so dass keine weiteren Ansteckungen möglich sind, wäre ein enormer logistischer und vor allem personeller Aufwand.“ Das sei nicht zu leisten. „Es ist eine Reaktion auf das aktuelle Infektionsgeschehen.“

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Mehr als 20 Plätze stehen bereit

Wie viele positiv getestete Bewohner die Kurzzeitpflege aufnehmen wird, sei noch nicht abzusehen. Mehr als 20 Plätze stünden zur Verfügung, sagt Geschäftsführer Sascha Bock. „Aus den Krankenhäusern werden mehr Patienten entlassen, die noch positiv getestet sind. Das sind vorwiegend Senioren, die auch ohne Corona zu uns kommen würden.“ Dabei dürfte es sich überwiegend um hoch betagte Menschen handeln, fügt Sascha Bock hinzu.

Deren Behandlung in den Kliniken in Bautzen und Bischofswerda sei aber abgeschlossen, versichert Reiner E. Rogowski, der nicht nur Geschäftsführer der angrenzenden Oberlausitz-Kliniken, sondern auch der Oberlausitz Pflegeheim & Kurzzeitpflege Gesellschaft ist. „Hier werden keine Patienten behandelt. Es sind Bewohner einer Kurzzeitpflegeeinrichtung. Wir planen dies zunächst mal für einen Zeitraum bis Ende Januar 2021.“

Laut Rogowski werde es immer schwieriger, Patienten, die nicht nach Hause entlassen werden können, gut und sicher unterzubringen. „Besonders schwierig ist es, wenn Patienten Covid-positiv waren oder noch sind, aber eben nicht so, dass eine Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit besteht.“

Es handele sich also um Bewohner, die nicht akut erkrankt und überwiegend auch nicht infektiös seien. „Unser Problem ist, dass andere Einrichtungen ,so zurückhaltend‘ bei der Aufnahme der Pflegebedürftigen sind“, erklärt der Klinik-Chef.

Ärztliche Versorgung ist abgesichert

Neben Pflegeheimen seien in Einzelfällen auch Familienangehörige nicht bereit, diese Menschen aufzunehmen. Eine Betreuung im heimischen Umfeld durch Angehörige oder Pflegedienste sei dann nicht möglich.

Die Aufnahme solcher Bewohner in die Kurzzeitpflege am Stadtwall könnte voraussichtlich Mitte der Woche beginnen, sagt Sascha Bock. Man stimme sich darüber mit der Klinik ab. „Die ärztliche Versorgung ist abgesichert.“ Ob die Kurzzeitpflege im Februar 2021 wieder zu ihrem regulären Betrieb zurückkehre, sei für Sascha Bock noch nicht klar. „Wie lange das dauern wird, lässt sich schwer voraussehen. Der Winter liegt noch vor uns.“

Um die neuen Bewohner kümmern sich weiterhin die Mitarbeiter der Kurzzeitpflege, bestätigt Sascha Bock. Alle werden in Einzelzimmern untergebracht und blieben nur so lange, bis sie nicht mehr positiv getestet seien. Da der Bewohnerwechsel noch nicht abgeschlossen und einige Plätze frei seien, würden manche Mitarbeiter derzeit Mehrstunden abbauen. Wer zu einer Risikogruppe gehört, werde hier nach Möglichkeit gar nicht erst eingesetzt.

Kurzzeitpflege - wie am Stadtwall in Bautzen - kann von pflegebedürftigen Personen etwa in Anspruch genommen werden, wenn häusliche Pflege nach einer stationären Behandlung noch nicht gewährleistet oder die Zeit bis zum Einzug in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung zu überbrücken ist.

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