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Oberlausitz bleibt vom Bahnstreik verschont

Ab Donnerstag streikt erneut die Lokführer-Gewerkschaft. Die Züge zwischen Dresden und der Oberlausitz sind davon nicht betroffen. Ausfälle gibt es trotzdem.

Ein Zug der Länderbahn verlässt den Bautzener Bahnhof in Richtung Dresden. Das Unternehmen ist vom aktuellen Streik der Lokführergewerkschaft nicht betroffen.
Ein Zug der Länderbahn verlässt den Bautzener Bahnhof in Richtung Dresden. Das Unternehmen ist vom aktuellen Streik der Lokführergewerkschaft nicht betroffen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Seit Mittwoch, 17 Uhr, streiken die Lokführer von Güterzügen. Um 2 Uhr in der Nacht steigt auch der Personenverkehr in den Arbeitskampf zwischen Deutscher Bahn AG (DB) und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ein. Erst am 7. September will die Gewerkschaft ihren Ausstand beenden.

Die gute Nachricht für Bahnreisende in Bautzen, Görlitz und Zittau: Auf den Personenverkehr in der Oberlausitz hat der Streik der GDL absehbar keine Auswirkungen. Der Grund: Züge der DB fahren hier nur ganz im Norden, auf der Strecke Dresden-Hoyerswerda. Auf den Strecken Dresden-Görlitz-Zgorzelec, Dresden-Zittau-Liberec und Liberec-Seifhennersdorf fährt die Länderbahn. Die Strecken Dresden-Kamenz und Dresden-Königsbrück werden von der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) bedient. Zwischen Cottbus, Görlitz und Zittau pendelt die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg), ebenso zwischen Görlitz und Hoyerswerda.

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Ausfälle auch bei der Länderbahn

Ein Sprecher der Länderbahn sagte am Mittwochnachmittag, das Unternehmen rechne nicht damit, dass der Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn hier zu Einschränkungen führen könnte. Das wäre nur dann der Fall, wenn das für die Infrastruktur an den Strecken zuständige Personal der DB ebenfalls in den Streik eintreten sollte. Aber das hat die GDL weder so angekündigt, noch war das bei bisherigen Streiks der Fall. "Es ist noch nie vorgekommen, dass die Fahrdienstleiter oder Stellwerker der DB uns bestreikt hätten", erklärte der Länderbahn-Sprecher.

Wenn dennoch in diesen Tagen bei der Länderbahn Züge ausfallen oder durch Busse ersetzt werden, hat das nichts mit dem GDL-Streik zu tun. Sondern mit Personalmangel bei der Länderbahn selbst, hervorgerufen durch einen hohen Krankenstand in der Urlaubszeit. Seit einigen Wochen gilt deshalb bei dem Unternehmen ein ausgedünnter Fahrplan, der auch noch bis zum 12. September beibehalten werden soll. Im Hintergrund arbeitet die Länderbahn zwar an einer früheren Lösung, aber noch ist nichts spruchreif.

Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten

Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) rechnet ebenfalls nicht mit Auswirkungen des Arbeitskampfes auf den Bahnverkehr zwischen Dresden, Königsbrück und Kamenz. "Wir gehen davon aus, dass alle MRB-Züge nach Regelfahrplan verkehren und Fahrgäste weiterhin in gewohnten Taktungen im Streckennetz der MRB reisen werden", so ein Sprecher. Wenn ab 13. September dennoch zwischen Radeberg und Kamenz einige Züge durch im Schienenersatzverkehr fahren, hat auch das nichts mit dem GDL-Streik zu tun. Sondern mit Bauarbeiten an der Strecke, welche die Mitteldeutsche Regiobahn jetzt angekündigt hat.

Güterzüge dürfen Personenverkehr nicht behindern

Ob am Mittwochabend oder in den nächsten Tagen irgendwo in der Oberlausitz Güterzüge stehen bleiben, weil ihre Lokführer streiken, ist bisher nicht absehbar. Von der GDL gab es dazu auf Anfrage von Sächsische.de bisher keine Aussage. Und selbst wenn Güterzüge parken sollten, dürften sie das nicht einfach irgendwo auf freier Strecke. Der Personenverkehr dürfte dadurch nicht beeinträchtigt werden.

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Die Deutsche Bahn will während der Streiktage sicherstellen, dass im Fernverkehr rund ein Viertel der Züge des normalen Fahrplans angeboten wird. Im Regional- und S-Bahnverkehr peilt das bundeseigene Unternehmen ein Angebot von etwa 40 Prozent an. Sollte beispielsweise einer der wenigen verbliebenen Fernzüge aus Richtung Leipzig, Chemnitz oder Berlin mit Verspätung in Dresden ankommen, könnte sich auch die Abfahrtszeit der Anschlusszüge in Richtung Oberlausitz verzögern. Aber das ist auch ohne Streik schon der Fall.

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