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PLUS Bautzen

Mehr Busse zwischen Bautzen und Löbau

Wer sonnabends mit dem Bus zwischen beiden Städten unterwegs sein will, muss den Rufbus bestellen. Das ändert sich bald - aus gutem Grund.

Zwischen Bautzen und Löbau sollen bald mehr Busse fahren, speziell am Wochenende.
Zwischen Bautzen und Löbau sollen bald mehr Busse fahren, speziell am Wochenende. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Montags bis freitags pendeln bis zu zehn Linienbusse zwischen Bautzen und Löbau über Hochkirch. Wer aber aus dieser Gemeinde oder anderen Orten entlang der Strecke sonnabends etwa zum Einkaufen in die nächste Stadt will und nicht das Auto nehmen mag oder kann, muss den Rufbus bestellen. Der kommt dann bis zu viermal am Tag.

Das Angebot wird besser angenommen, als es die Verkehrsplaner im Bautzener Landratsamt geahnt hatten. Das hat nun Folgen für den Fahrplan: "Wenn Rufbus-Angebote regelmäßig genutzt werden, wird durch das Straßenverkehrsamt in Abstimmung mit dem Verkehrsunternehmen geprüft, ob diese Fahrten künftig als reguläre Fahrten in die Fahrpläne aufgenommen werden können. Dies wird für Fahrten der Linie 100 (Bautzen-Löbau und zurück) ab 1. Januar 2022 erfolgen."

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Rufbus viel besser genutzt als gedacht

So steht es in einer Vorlage, die am Montagabend auf der Sitzung des Bautzener Kreistages viel Zustimmung von den Abgeordneten erhielt. Es ging in dem Papier aber nicht nur um die Linie Bautzen - Löbau. Beispielsweise würden auch Rufbusse zwischen Bautzen und Königswartha sowie zwischen Kamenz und Ralbitz rege genutzt. Nur noch nicht rege genug, um einen festen Platz im Fahrplan zu erhalten.

Das Landratsamt hatte eingeschätzt, dass im vergangenen Jahr beim Rufbus-Verkehr im Landkreis insgesamt 25.000 Kilometer zusammenkommen könnten. Tatsächlich waren es aber etwa 110.000 Kilometer - also gut viermal so viel wie erwartet.

Was Fahrgäste und Busunternehmen freut, brachte für die Finanzverwalter im Landratsamt nun ein paar zusätzliche Rechenaufgaben. Denn für mehr gefahrene Kilometer bekommen die Busunternehmen in der Region auch mehr Geld vom Landkreis. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Fahrscheinen decken nämlich die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr bei Weitem nicht.

Busfahrer bekommen seit 2019 mehr Geld

Ergebnis der Rechnung: Der Landkreis bezuschusst den Busverkehr im vergangenen Jahr mit zusätzlich 622.000 Euro. Das liegt aber nicht allein an den gut genutzten Rufbussen. Es gibt dafür noch drei weitere Gründe.

Der bedeutendste: der Tarifabschluss, den die Gewerkschaft Verdi vor zwei Jahren für die Busfahrer in Sachsen aushandelte. Dem neuen Tarifvertrag, nach dem Busfahrer deutlich mehr verdienen als zuvor, waren Streiks auch in Bautzen vorausgegangen.

Ein weiterer Grund für die Mehrausgabe sind auch Verbesserungen im Busverkehr seit 2019. So halten Busse jetzt vor Betrieben, die vorher keinen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr hatten - wie TDDK in Straßgräbchen, Sachsenmilch in Leppersdorf, Accumotive in Kamenz und das Gewerbegebiet Ottendorf-Okrilla.

Weitere Plus- und Taktbusse ab nächstem Jahr

Eine Ursache für die erhöhten Kosten sind auch die Plus- und Taktbusse, die auf immer mehr Linien im Landkreis fahren. Sie verbinden zentrale Orte und Bahnhöfe schneller miteinander, fahren dafür aber nicht mehr durch jedes Dorf links und rechts der Strecke. Damit Fahrgäste aber mit dem Bus auch dorthin kommen, bestellt der Landkreis Zubringer für das Nebennetz. Das Geld für diese Zubringer-Busse zahlt allein der Landkreis. Für die Plus- und Taktbusse gibt es einen Zuschuss vom Freistaat Sachsen.

Ab Januar werden zwischen zentralen Orten und Bahnhöfen noch mehr schnelle Busse unterwegs sein - und damit auch mehr Zubringer links und rechts der Hauptstrecken. Vize-Landrätin Birgit Weber (parteilos) schwor die Kreisräte am Montag deshalb schon mal darauf ein, dass der Landkreis auch in den nächsten Jahren mehr Geld für den Busverkehr ausgeben wird.

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