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Hochwasserschutz für Bautzen: So geht's jetzt weiter

Viermal wurde die Seidau in den letzten elf Jahren überflutet. Damit das nicht immer wieder passiert, wurde jetzt ein wichtiges Bauvorhaben auf den Weg gebracht.

Beim Hochwasser im Juli dieses Jahres drang Wasser in den Keller eines Hauses des Pflegeheims in der Seidau ein. Damit das nicht wieder passiert, soll jetzt ein Hochwasserrückhaltebecken gebaut werden.
Beim Hochwasser im Juli dieses Jahres drang Wasser in den Keller eines Hauses des Pflegeheims in der Seidau ein. Damit das nicht wieder passiert, soll jetzt ein Hochwasserrückhaltebecken gebaut werden. © Archivfoto: Jörg Stephan

Bautzen. Erst in diesem Sommer ist es wieder passiert: Die Bautzener Seidau wurde überflutet. Heftige Regengüsse hatten an einem Wochenende im Juli die Gewässerpegel ansteigen lassen und vor allem Gemeinden im Oberland überflutet. Aber auch die Seidau hatte es erneut getroffen. Das Wasser war unter anderem in den Keller des dortigen Pflegeheims eingedrungen. Viermal, so hatte die Geschäftsführerin berichtet, war das Heim allein in den letzten elf Jahren von Hochwasser betroffen.

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Dass etwas geschehen muss, damit das nicht immer wieder passiert, ist der Stadtverwaltung schon lange bekannt. Seit dem Hochwasser am Jordanbach im Jahr 2010 verfolgt sie den Plan, etwas für den Schutz der Seidau vor Hochwasser zu tun. Am Mittwoch nun hat der Stadtrat den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens beschlossen. Damit soll die Seidau künftig besser vor den Wassermassen geschützt werden.

Baumaßnahme kostet 1,8 Millionen Euro

Entstehen soll das Rückhaltebecken in der Ortslage Rattwitz im oberen Teil des Jordanbaches. Dazu soll der alte, stillgelegte Bahndamm genutzt werden. Das Wasser soll schon dort zurückgehalten werden, weil der Flusslauf später in Richtung Seidau sehr eng ist – und es dort wenig Bereiche gibt, wo das Wasser kontrolliert abfließen kann.

Damit aus dem alten Bahndamm ein Rückhaltebecken wird, soll er durch Spundwände abgesichert werden. So soll er dem Wasserdruck standhalten können. In das Becken soll das Wasser durch einen Einlauf gelangen, außerdem entsteht ein Auslauf. Falls mehr Wasser ankommt, als das Becken fassen kann, würde es über eine Überlaufstelle abfließen. Außerdem soll ein Entwässerungsgraben gezogen werden.

Die Baupläne sind keine kleine Sache: Rund 1,8 Millionen Euro soll das Ganze kosten. Dennoch war sich der Stadtrat einig – und stimmte einstimmig für die Baupläne.

Bis das Becken allerdings die ersten Regentropfen auffängt, wird noch eine Weile Zeit vergehen. Erst, wenn der Haushalt der Stadt für das kommende Jahr beschlossen ist, kann die Stadtverwaltung die Bauleistungen ausschreiben. Die Verwaltung rechnet deshalb mit einem Baubeginn im vierten Quartal des kommenden Jahres. Mitte 2023 soll das Becken dann fertig sein.

13 Jahre bis zum fertigen Becken

„Endlich darf ich mal von einer Hochwasserschutzmaßnahme berichten, bei der wir kurz vor der Umsetzung stehen“, verkündete Bautzens Bauamtsleiter Manuel Hentschel den Stadträten mit freudigem Unterton. Denn dass das alles lange dauert, ist der Stadt bewusst: Vom Hochwasser im Jahr 2010 bis zum fertigen Rückhaltebecken werden schlussendlich etwa 13 Jahre vergangen sein.

Die Stadt begründet das damit, dass die Planung komplex gewesen sei. Mit dem Bau werde in die Natur eingegriffen, Privateigentum sei betroffen. Viele Behörden mussten eingebunden, Gespräche mit Eigentümern geführt werden. Diese Schritte sind nun abgeschlossen – und der Weg frei für, so erklärt es Baubürgermeisterin Juliane Naumann, „eine der wichtigsten Hochwassermaßnahmen der Stadt“.

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