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Bautzener Schüler holen Preise bei "Jugend musiziert"

Drei Musiker der Kreismusikschule Bautzen schafften es beim Wettbewerb bis auf Bundesebene. Und das trotz besonderer Umstände.

Charlotte Hermann, Theodor Hentges und Emil Weißig (v.l.) von der Kreismusikschule Bautzen haben beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" vordere Plätze belegt.
Charlotte Hermann, Theodor Hentges und Emil Weißig (v.l.) von der Kreismusikschule Bautzen haben beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" vordere Plätze belegt. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. 40 Aufnahmen hat Charlotte Hermann gemacht – so lange hat es gedauert, bis es „die richtige“ war. „Ich hatte immer wieder etwas daran auszusetzen, wollte es noch besser machen“, erzählt die 17-jährige Gitarristin. Denn der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, an dem sie teilgenommen hat, fand – wie sollte es anders sein – in diesem Jahr online statt. Doch offenbar hat sie sich für die richtige Video-Aufnahme entschieden: Die Jury gab ihr 20 von 25 möglichen Punkten, und so landete Charlotte Herrmann in ihrer Altersgruppe auf dem dritten Platz.

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Insgesamt haben sich 26 Schüler der Kreismusikschule am Wettbewerb beteiligt. Im März schickten sie das erste Mal Videos an die Jury – zum Landeswettbewerb Sachsen. Etliche Schüler aus dem Landkreis Bautzen schnitten mit gutem oder sehr gutem Erfolg ab. Drei schafften es mit „hervorragendem Erfolg“ in die nächste Runde – zum Bundeswettbewerb.

Auf dem Weg zum Berufsmusiker

Hier konnten sich am Pfingstwochenende neben Charlotte Hermann auch der Posaunist Theodor Hentges und Gitarrist Emil Weißig gegen die über 2.250 Konkurrenten durchsetzen. Und auch sie waren, den veränderten Bedingungen zum Trotz, sehr erfolgreich: Der 15-jährige Theodor erreichte in seiner Altersgruppe Platz eins – und das als jüngster seiner Gruppe.

Emil erspielte sich auf seiner Gitarre einen zweiten Platz. „Es hätte natürlich besser sein können“, sagt der Zwölfjährige. Er habe sich wegen des Wettbewerbs aber nicht viel Stress gemacht, wie er betont. Die Musik ist für ihn, genau wie für Charlotte, ein Hobby. Das sieht bei Theodor anders aus: „Ich will Berufsmusiker werden“, sagt er mit Bestimmtheit.

Nicht nur der Wettbewerb selbst, auch die Vorbereitung dafür, sah in diesem Jahr anders aus. Unterricht gab es nur online. Die Schüler schickten den Lehrern Einspielungen der Stücke und bekamen darauf Feedback, oder sie trafen sich per Videochat. Kurz vor der Einsendefrist durften sich die Wettbewerbsteilnehmer dann unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen auch in Präsenz mit ihren Lehrern treffen.

Ergebnisse wurden online mitgeteilt

Und dann begannen die Aufnahmen: Jeder der drei jungen Musiker spielte, je nach vorgegebenem Zeitfenster, drei bis vier Musikstücke aus unterschiedlichen Epochen ein und schickte die Aufnahmen anschließend an die Jury. „Nur die Videos einzusenden, das ist natürlich ein ganz anderes Gefühl, als live vor der Jury aufzutreten“, sagt Charlotte Hermann. „Es ist eine andere Anspannung, wenn man vor Ort ist.“ Zwischen vielen weiteren aufgeregten Musikern, mit denen man sich zwischendurch auch austauschen kann.

Die Ergebnisse wurden ebenfalls online mitgeteilt – entweder auf der Webseite oder im Livestream des Wettbewerbs. „Man realisiert das dann gar nicht so richtig. Aber meine Lehrerin hat mir nachher nochmal zu verstehen gegeben, dass der dritte Platz doch ziemlich gut ist“, sagt Emil Weißig.

Letztes Jahr war der Wettbewerb corona-bedingt ausgefallen. Und so sind sich die drei Musiker trotz der besonderen Umstände einig: „Lieber so ein Wettbewerb als gar keiner.“

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Über die digitale Anschlagtafel der Kreismusikschule Bautzen können sich Eltern derzeit jeden Mittwoch 19 bis 20 Uhr von den Fachlehrern rund um den Unterricht an der Musikschule beraten lassen.

Der Beitrag wurde am 07.06.2021 um 10.40 Uhr geändert. In der älteren Version waren die erreichten Preise von Emil Weißig und Charlotte Hermann fälschlicherweise vertauscht worden. Dieser Fehler wurde korrigiert.

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