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Eine Tournee durch Bautzen im Lockdown

Ein Bautzener Musiker hat Songs in Sehenswürdigkeiten der Stadt eingespielt. Mit dem Ergebnis überrascht er nun sein Publikum.

Musiker Lex Henrikson lädt dazu ein, mit ihm gemeinsam besondere Orte Bautzens entdecken.
Musiker Lex Henrikson lädt dazu ein, mit ihm gemeinsam besondere Orte Bautzens entdecken. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Sanfte Gitarrenklänge, dann ein paar lockere Bluesrhythmen, die über den Platz an der Alten Wasserkunst in Bautzen ziehen. Lex Henrikson, dessen bürgerlicher Name Alexander Schmidt ist, will sich mit seiner Musik nicht in eine Schublade stecken lassen. Er beschreibt seinen Sound als eine Mischung aus Country, Rock, Pop und Blues. „Ich knüpfe gern an Altbekanntes an und hauche ihm neues Leben ein“, sagt der Musiker.

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Altehrwürdiges mit Neuem verbinden: Das schafft Lex Henrikson auch mit seiner neuen Videoreihe "Bautzen. Orte. Lieder." In den letzten Wochen ist er durch mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte gereist und hat seine Musik an bekannten und weniger bekannten Orten Bautzens aufgenommen. „Das war toll! Es sind viele Orte dabei, die ich als gebürtiger Bautzener vorher noch gar nicht kannte, wo man auch gar nicht so einfach hinkommt.“

Idee entstand während des Lockdowns

Das erste Video, aufgenommen in der Alten Wasserkunst, ging letzten Freitag online. Welche als Nächstes kommen, verrät der 28-Jährige noch nicht. Bis Ende August soll jeden Freitag, 18 Uhr, ein neues Video auf Youtube zu sehen sein. „Es soll eine kleine Überraschung werden.“ Über Social Media gibt er vorher ein paar Tipps zum jeweiligen Ort und lädt zum Rätseln ein.

Die Idee dazu kam ihm während des Lockdowns. „Es ging ja nichts anderes, da habe ich mit dem Fotografen und Filmer Oliver Kern angefangen, Musikvideos zu produzieren.“ Anfangs im eigenen Studio. „Dann wollten wir gern mal ein paar coole Locations ausprobieren und dachten: Wir haben hier doch eine tolle Stadt mit schönen Orten direkt vor der Haustür!“ Viele davon waren jedoch wegen des Lockdowns für Besucher gesperrt. „Wir wollten gerade in der pandemiebedingten Kulturdürre etwas schaffen, das auch der Stadt und den hiesigen Institutionen hilft.“

Cover-Songs, aber auch eigene Titel eingespielt

Über Freunde und Bekannte kam der Kontakt zu den jeweiligen „Hausherren“ zustande. Und dann begannen die Dreharbeiten. „Es war viel Ausprobieren – wie können wir das Licht hier gut einstellen, wie lässt sich der Klang gut einfangen.“ Eingespielt hat er sowohl Cover-Songs wie von den Rolling Stones, Ed Sheeran oder U2 – „eben Sachen, die mir selbst gefallen“ – als auch eigene Songs. Die in ungewöhnlicher Kulisse zu spielen, sorgte für eine besondere Atmosphäre, sagt Lex Henrikson.

Erst im Vorjahr, kurz vor der ersten Corona-Welle, hat er sein Debüt-Album „Maverick“ herausgebracht, dessen Titel er mit „Eigenbrötler“ übersetzen würde. „Das war schon schwierig. Es ist meine erste Veröffentlichung, und ich wusste nicht, wie ich sie nun bewerben soll, ohne Auftritte.“ Auch seine Arbeit als Lehrer in seiner Musikschule konnte er erst vor Kurzem wieder aufnehmen. Da war die Produktion der Musikvideos eine willkommene Möglichkeit, um weiterzumachen.

Erst seit 2018 ist Lex Henrikson mit seinem Soloprojekt unterwegs. Vorher saß er in verschiedenen Bands hinter dem Schlagzeug. „Dann waren wir zwei Wochen nur mit dem Rucksack in Sibirien unterwegs. Da habe ich oft in den Dörfern gespielt und gesungen und gemerkt, dass ich mit meiner Stimme Leute bewegen kann.“

Es ist das, was er mit seiner Musik erreichen möchte: „Dass ich Menschen glücklich mache und etwas Gutes in die Welt bringe. Ich hoffe, dass mir das auch mit der Video-Reihe gelingt.“

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