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Bautzner Senf: Tarifpartner verhandeln

Arbeitgeber und Gewerkschaft sitzen jetzt am Verhandlungstisch. Sollte es keine Einigung geben, wollen die Beschäftigten weiter kämpfen.

Bekommen die Mitarbeiter von Bautz'ner Senf bald mehr Lohn? Eine Entscheidung fällt möglicherweise noch am heutigen Montag.
Bekommen die Mitarbeiter von Bautz'ner Senf bald mehr Lohn? Eine Entscheidung fällt möglicherweise noch am heutigen Montag. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Die Verhandlungen über eine Lohnerhöhung für die Mitarbeiter von Bautz'ner Senf werden am heutigen Montagnachmittag fortgesetzt. Olaf Klenke, Verhandlungsführer für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Ost (NGG), hält eine zügige Einigung für möglich. „Ich glaube nicht, dass wir ewig verhandeln werden.“ 

Die Develey Senf und Feinkost GmbH, zu der Bautz'ner Senf gehört, sieht die Differenzen im Zeitplan offenbar als überwindbar an. Man wolle bis März 2023 eine Lohnerhöhung von 310 Euro umsetzen. „Die NGG Ost dagegen fordert, den Lohn ein halbes Jahr früher, bis September 2022, auf 310 Euro zu erhöhen“, teilt das Unternehmen aus dem bayerischen Unterhaching mit. „Der Unterschied liegt also im Wesentlichen bei einigen wenigen Monaten. Dies hätte sich – auch ganz ohne Streikwoche – sicherlich am Verhandlungstisch lösen lassen.“

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Mitarbeiter streiken, bis Einigung erzielt ist

Sollte es zu keiner Einigung kommen, dürfte der Streik der Senf-Mitarbeiter aus der vergangenen Woche allerdings fortgesetzt werden. Das bestätigte Gewerkschafter Olaf Klenke gegenüber Sächsische.de kurz vor Verhandlungsbeginn. „Eigentlich muss heute eine Lösung her.“ Weitere Termine seien nicht angesetzt. „Die Mitarbeiter streiken heute ebenfalls und werden das so lange tun, bis eine Einigung erzielt ist.“

Der NGG geht es darum, für alle Mitarbeiter einen Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde durchzusetzen. Mit der Lohnerhöhung von 310 Euro wäre das auch für die unterste Lohngruppe erreicht. Die Firma Develey bezieht sich in ihrer Mitteilung auf die „Eckentgeltgruppe“. Damit würde die Lohnerhöhung nicht allen Mitarbeitern zu Gute kommen, erklärt Olaf Klenke.

Gewerkschaft fordert Lohnangleichung

Neben einer Lohnerhöhung geht es der NGG um die Lohnangleichung zwischen Ost und West. Bei der Develey-Tochter Löwensenf in Düsseldorf würden Facharbeiter bis zu 941 Euro mehr bekommen als in Bautzen. Im Develey-Werk im bayerischen Dingolfing seien es bis zu 694 Euro mehr.

Das Unternehmen Develey habe die Wünsche der Tarifkommission in seinem Angebot berücksichtigt, heißt es in der aktuellen Mitteilung. „Die bestehenden Unterschiede sind in der deutschen Tariflandschaft begründet: Tarifverträge in den einzelnen Bundesländern und weiter zwischen den Regionen sind unterschiedlich“, heißt es dort.

Diese Unterschiede seien der jeweiligen wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort geschuldet, und sie würden die jeweiligen Lebenshaltungskosten berücksichtigen. „Unser Ziel ist es, die Entlohnung an die wirtschaftliche Entwicklung anzupassen und zugleich das Werk Bautzen zukunftsfähig zu halten.“ 

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