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Oberkaina: Hier ist Platz für Eigenheime

In dem Bautzener Stadtteil ist gerade ein Edeka-Markt entstanden. Daneben können bald elf Familien bauen. Das Areal hat viele Vorteile - aber auch einen Nachteil.

Josef Kraemer (l.) von der Firma Centurio Projekt erschließt gerade elf Grundstücke im Bautzener Stadtteil Oberkaina, Bauberater Uwe Miska will diese ab Ende Dezember vermarkten.
Josef Kraemer (l.) von der Firma Centurio Projekt erschließt gerade elf Grundstücke im Bautzener Stadtteil Oberkaina, Bauberater Uwe Miska will diese ab Ende Dezember vermarkten. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Rohre liegen gestapelt auf dem Boden, Container stehen am Straßenrand, Baufahrzeuge gehen brummend ihrer Arbeit nach: Während die Bauarbeiten am neuen Edeka-Markt im Bautzener Ortsteil Oberkaina gerade abgeschlossen sind, rücken gegenüber nun die Arbeiter an. Josef Kraemer und Uwe Miska stehen vor der von Sträuchern und Gras bewachsenen Fläche, die sich zwischen der Neusalzaer Straße und der Straße am Strehlaer Wasser erstreckt, und beobachten das Treiben. „Hier entsteht eine Einfamilienhaus-Siedlung“, sagt Josef Kraemer, „insgesamt elf Grundstücke.“

Josef Kraemer übernimmt dabei mit seiner Firma Centurio Projekt KG, die ihren Hauptsitz in Bonn und ein Büro in Dresden hat, die Erschließung der Grundstücke. Soll heißen: Das Areal wird von Wildwuchs befreit, eine Straße entsteht, Trinkwasser-, Strom-, Internet- und Abwasserleitungen werden verlegt. Straßenlaternen werden aufgestellt. Einen Gasanschluss wird es aber nicht geben – darum müssen sich die späteren Häuslebauer selbst kümmern.

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Überhaupt haben bei allem weiteren die Käufer der Grundstücke freie Hand: Bauen dürfen sie selber, spezielle Vorgaben gibt es nicht. „Hier besteht eine offene Bauweise. Ob jemand also einen Bungalow oder eine Stadtvilla bauen möchte – beides ist möglich“, erklärt Uwe Miska. Nur: Mehr als zwei Geschosse dürfen es nicht werden. Uwe Miska bietet dabei als Bauberater seine Unterstützung an. „Josef Kraemer und ich, wir kennen uns seit 1995, wir haben schon oft zusammengearbeitet“, erklärt Uwe Miska.

500 bis 900 Quadratmeter große Grundstücke geplant

Insgesamt 8.000 Quadratmeter groß ist die Fläche, um die es geht. Die einzelnen Grundstücke sollen zwischen 500 und 900 Quadratmeter groß werden. Was sie kosten sollen, will Kraemer noch nicht verraten.

Ende Dezember will Uwe Miska mit der Vermarktung beginnen. Dass die Grundstücke zügig verkauft werden, davon sind Josef Kraemer und Uwe Miska überzeugt. Denn Grundstücke sind in Bautzen gefragt – sie sind Mangelware, erzählen die beiden. „Zurzeit sind das die einzigen neu erschlossenen Baugrundstücke im Stadtgebiet Bautzen“, sagt Miska mit Schulterzucken. „Und schon jetzt haben wir erste Anfragen.“

Auch in der Vergangenheit hatten Bauprojekte in Oberkaina gezeigt, dass die Lage gefragt ist. Mitte der 1990er-Jahre hatte ein Investor Teile des heutigen Wohngebiets gekauft. Er ließ die Fläche erschließen, verkaufte einzelne Baugrundstücke. Kurz darauf kaufte die Stadt die hinteren Teile der Fläche zurück. In mehreren Abschnitten entstand dort der Eigenheimstandort.

Supermarkt und Spielplätze in der Nähe

Dass sich die Lage für ein Baugebiet für Einfamilienhäuser anbietet, davon sind auch Josef Kraemer und Uwe Miska überzeugt. „Ich habe mal überlegt, hier etwas mit Pflege zu machen“, sagt Josef Kraemer, „aber dafür sind wir hier zu weit draußen.“ Nun steht der neue Edeka-Markt mit 1.110 Quadratmetern Verkaufsfläche gegenüber, es soll eine Fleischtheke und eine Bäckerei geben. Die neuen Marktbetreiber Robert und Jennifer Schulze wollen Ende des Monats öffnen. Auch Spielplätze gibt es in der Nähe. Die Ortsrandlage, die Straßenanbindung – all das spreche für Einfamilienhäuser, erklärt Kraemer. Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Um Lärmbelästigung von der Neusalzaer Straße, also der B 96, zu vermeiden, lässt Kraemer eine Schallschutzmauer errichten.

Damit könnte die Sorge einiger Anwohner erst einmal genommen sein: Vor zwei Jahren hatte Kraemer das Areal schon einmal von Wildwuchs befreien lassen; probehalber, um zu sehen, was so möglich ist. Damals hatten sich Anwohner gesorgt, auf dem ausgewiesenen Mischgebiet könnte vielleicht ein Gewerbegebiet entstehen – und damit Lärm.

Stadt sucht Investoren für weiteres Wohngebiet

Das Projekt im Bautzener Ortsteil Oberkaina – es ist nicht das erste für Kraemer. Schon früher habe er in Oberkaina gebaut, ebenfalls in Rammenau, in Gaußig, in Dresden, aber auch in Bonn sei er schon an Projekten beteiligt gewesen, erzählt der 82-Jährige. Und auch für die Zukunft hat Kraemer schon Pläne, wieder in Bautzen. Denn auch hinter dem neuen Edeka-Markt in Oberkaina gibt es noch eine brachliegende Fläche, auch die gehört Centurio. Um drei Grundstücke geht es da. „Die sind schon erschlossen“, sagt Josef Kraemer. Sein Ziel: „Mitte nächsten Jahres soll dort gebaut werden.“ Nur was? „Das ist noch unklar. Vielleicht Mehrfamilien-, vielleicht Einfamilienhäuser. Maximal drei Geschosse jedenfalls“, sagt Kraemer.

Auch die Bautzener Stadtverwaltung bestätigt, dass es sich bei der Fläche in Oberkaina um die einzigen erschlossenen Baugrundstücke handelt, die in Bautzen gerade auf dem Markt sind. Derzeit sucht die Stadt aber auch andernorts nach Wegen. Sie möchte weiteren Baugrund schaffen, auch um einem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken. In Rattwitz, so die Idee der Verwaltung, könnte ein Wohngebiet entstehen – sogar ein richtig großes. Das Ziel sei, dort Platz für 150 Eigenheime mit Grundstücksgrößen zwischen 500 und 800 Quadratmetern zu schaffen. Dafür sucht die Stadtverwaltung gerade einen Partner. 

Auch an anderen Stellen in der Stadt könnten langfristig Flächen für Häuslebauer entstehen. So will der Investor der Husarenkaserne die Grundstücke zwischen den vorhandenen Gebäuden an Häuslebauer verkaufen. Auch der Investor des alten Schlachthofgeländes wollte Platz für Eigenheime schaffen – seine Pläne liegen allerdings gerade auf Eis.

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