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Oberlausitz: Arbeitsmarkt trotzt Corona

Die Infektionszahlen sind im November deutlich gestiegen, die Arbeitslosenzahl ging leicht zurück. Aber in einem Punkt wirkt sich die Pandemie aus.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im November in der Oberlausitz leicht gesunken. Allerdings meldeten Unternehmen und Behörden weniger freie Stellen als im Oktober.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im November in der Oberlausitz leicht gesunken. Allerdings meldeten Unternehmen und Behörden weniger freie Stellen als im Oktober. © dpa

Bautzen. Während die Zahl der Corona-Infektionen im November in den Landkreisen Bautzen und Görlitz in die Höhe schnellte, blieb der regionale Arbeitsmarkt stabil. Es gab keine Entlassungen im größeren Ausmaß, geht aus den aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur Bautzen hervor. Auch die erneute Zwangspause für Gaststätten, Hotels und Freizeiteinrichtungen wirkt sich nicht nennenswert auf die Arbeitslosenzahlen aus. Die Unternehmen parken ihre Beschäftigten statt dessen in Kurzarbeit.

Im November waren im Agenturbezirk Bautzen insgesamt 17.756 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 127 weniger als Ende Oktober, aber 1.662 mehr als vor einem Jahr.

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Kurzarbeit geht seit April zurück

Im vergangenen Monat wurden 553 Anzeigen auf Kurzarbeit für insgesamt 4.637 Arbeitnehmer geprüft. Wie viele Personen tatsächlich kurz gearbeitet haben, lässt sich erst nach drei Monaten feststellen, wenn die Unternehmen oder Behörden die erforderliche Abrechnungsliste eingereicht haben.

Von März bis Oktober 2020 wurden im Agenturbezirk Bautzen insgesamt 6.851 Anzeigen über Kurzarbeit gestellt und geprüft - für insgesamt 76.501 Arbeitnehmer. Wie viele Menschen dann wirklich verkürzt gearbeitet haben, lässt sich derzeit nur bis Juli nachvollziehen. Demnach war der Monat mit der höchsten Kurzarbeit der April, als für 33.180 Beschäftigte in 4.107 Unternehmen Kurzarbeitergeld gezahlt wurde. Im Mai gab es 28.902 Kurzarbeiter, im Juni 21.173, im Juli 14.803.

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In einem Punkt wirkte sich Corona allerdings auf den regionalen Arbeitsmarkt aus: Das Angebot an freien Stellen ging zurück. Arbeitgeber meldeten im November insgesamt 885 freie Stellen, 109 weniger als im Oktober und 57 weniger als vor zwölf Monaten. Gegenüber dem Vormonat stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften im Bereich der Wasserversorgung, der öffentlichen Verwaltung sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Dagegen ging die Nachfrage nach Arbeitskräften vor allem in der Zeitarbeit, im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen und im Gastgewerbe zurück.

Trotz des Rückgangs bleibt Zeitarbeit die Branche mit den meisten Stellenangeboten. Hier sind aktuell 1.665 Jobs zu haben, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe wie Maschinen- oder Fahrzeugbau mit 749 freien Stellen sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 473 Angeboten. Insgesamt können die Vermittler der Arbeitsagentur derzeit auf 4.898 freie Stellen zurückgreifen. Das ist ein Minus von 26 gegenüber dem Vormonat, aber ein Plus von 190 Stellen im Vergleich zu November 2019.

Fachkräfte mit Behinderung verdienen eine Chance

Die Bautzener Agenturchefin Kathrin Groschwald nutzte die Präsentation der November-Zahlen, um Arbeitgeber mit freien Jobs auf eine bestimmte Personengruppe hinzuweisen: "In Zeiten steigender Nachfrage nach Fachkräften lohnt sich der Blick auf Menschen mit Behinderung umso mehr. Gerade wegen ihrer Handicaps sind diese oft überdurchschnittlich motiviert und gut qualifiziert." Arbeitgeber sollten unbedingt prüfen, wo Beschäftigungen für Menschen mit Behinderung möglich sind oder neu geschaffen werden können. Hier bieten sich viele Chancen“, wirbt Kathrin Groschwald.

Unter den 17.756 Arbeitslosen, die in den Landkreisen Bautzen und Görlitz gemeldet sind, befinden sich 1.277 schwerbehinderte Menschen. Drei Viertel von ihnen haben eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert. "Somit sind sie überwiegend gut ausgebildet", betont Kathrin Groschwald. Unter allen Arbeitslosen haben knapp 70 Prozent einen Berufsabschluss.

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