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Kirchendiebe erneut auf Tour

Kruzifix und weitere sakrale Gegenstände hatte die Polizei erst am Dienstag der Rosenthaler Kirche zurückgegeben. Doch schon am Mittwoch fehlten sie wieder.

Aus der Rosenthaler Kirche wurden gleich zwei Mal hintereinander sakrale Gegenstände im Wert von etwa 1.000 Euro gestohlen.
Aus der Rosenthaler Kirche wurden gleich zwei Mal hintereinander sakrale Gegenstände im Wert von etwa 1.000 Euro gestohlen. © www.wolfgang-wittchen.de

Bautzen/Kamenz. Nur einen Tag nach ihrer Taxi-Tour zu mehreren Tatorten waren drei der vier Tatverdächtigen am Mittwoch erneut im Landkreis Bautzen auf Beutezug. Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilt, hatte zunächst einer der Männer am Vormittag aus einem Supermarkt an der Hauptstraße in Königswartha Getränke und drei Telefonkarten im Wert von 60 Euro entwendet.

Am Nachmittag rief ein Bewohner des Klosters in Panschwitz-Kuckau die Polizei, weil auf seine Aufforderung hin drei Personen das Gelände nicht verlassen wollten. Die Polizisten trafen drei Tatverdächtige an, die keine korrekten Angaben zu ihrer Person machten. Um ihre Identität festzustellen, durchsuchten die Beamten die Männer und fanden neben Ausweisdokumenten und drei Telefonkarten dieselben sakralen Gegenstände, die erst am Dienstag aus der Rosenthaler Kirche gestohlen und kurz darauf durch die Polizei zurückgegeben worden waren. Eine Rückfrage dort bestätigte, dass erneut Kruzifix, Weihrauchschale und Glockenträger fehlten.

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Diese sakralen Gegenstände im Wert von geschätzt 1.000 Euro wurden bei den Tatverdächtigen gefunden.
Diese sakralen Gegenstände im Wert von geschätzt 1.000 Euro wurden bei den Tatverdächtigen gefunden. © Polizeidirektion Görlitz

Offensichtlich hatten also wieder dieselben Täter wie am Dienstag zugeschlagen. Und wieder hatten sie für ihre Fahrten ein Taxi genutzt - und am Ende nicht bezahlt.

Die Beamten fertigten Anzeigen wegen des Verdachts des Kirchendiebstahls, des Hausfriedensbruchs, der Beförderungserschleichung sowie des Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung. Denn die Männer trugen - wie schon bei ihrer Tour am Dienstag - weder Mund-Nasen-Schutz noch hatten sie einen triftigen Grund für das Verlassen ihrer Häuslichkeit.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass die Täter am Supermarkt, an der Rosenthaler Kirche sowie beim Kloster Zettel mit verfassungsfeindlichen Symbolen hinterlassen hatten. Auch in diesen Fällen erfolgte eine entsprechende Anzeige.

Die Polizisten brachten die deutschen Tatverdächtigen ins Polizeirevier nach Kamenz. Dort wurden sie erkennungsdienstlich behandelt und einem Arzt vorgestellt. Ein Rettungswagen brachte den 25- sowie den 39-Jährigen zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus. Der 36-Jährige wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Taxifahrer fuhr Tatverdächtige zur Polizei

Am Dienstag waren die drei laut Polizeiangaben zusammen mit einem 45-Jährigen unterwegs gewesen, sie ließen sich per Taxi zunächst zum Rathaus in Königswartha fahren. Der 39-Jährige ging hinein und bedrohte dort einen Mitarbeiter mit einem großen Schlüssel. Der Gemeindeangestellte verwies ihn des Gebäudes. Dem kam der Mann erst nach Eintreffen der Polizisten nach.

Anschließend ließen sich die vier nach Rosenthal chauffieren, wo sie sich in die Kirche begaben, während der Taxifahrer draußen wartete. Danach fuhren die vier Männer weiter mit dem Taxi nach Bautzen. Weil sie für die Fahrten nicht zahlen wollten, fuhr der Taxi-Fahrer mit ihnen zum Polizeirevier, um Anzeige wegen des Verdachts der Leistungserschleichung zu erstatten.

Als Polizisten die Tatverdächtigen kontrollierten, fanden sie bei ihnen die Gegenstände aus der Rosenthaler Kirche im Wert von geschätzt 1.000 Euro. Die Beamten schrieben eine Anzeige wegen des Verdachts des besonders schweren Diebstahls.

Später hatte sich der 39-Jährige aus dem Quartett noch in Bautzen in ein Geschäft begeben, wo ein Angestellter beobachtete, wie er mehrere Duftkugeln einsteckte und den Laden verlassen wollte, ohne die Ware zu bezahlen. So erntete der Mann auch noch eine Anzeige wegen des Verdachts des Ladendiebstahls. (SZ)

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