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Kommt bald das letzte Stück vom Bahnradweg?

Von Löbau bis Halbendorf führt die Strecke bereits, doch zwei entscheidende Kilometer fehlen. Das will die Gemeinde Großpostwitz jetzt ändern.

Großpostwitz' Bürgermeister Markus Michauk ist zuversichtlich, dass der Lückenschluss auf dem Bahnradweg in den kommenden Jahren umgesetzt werden kann. Bestandteil des Vorhabens ist die Instandsetzung der Klimperbrücke.
Großpostwitz' Bürgermeister Markus Michauk ist zuversichtlich, dass der Lückenschluss auf dem Bahnradweg in den kommenden Jahren umgesetzt werden kann. Bestandteil des Vorhabens ist die Instandsetzung der Klimperbrücke. © SZ/Uwe Soeder

Großpostwitz. Wo vor über 20 Jahren der letzte Zug über die Gleise rollte, erobert sich die Natur heute ihr Territorium zurück: Ein grünes Blätterdach spannt sich über die Bahntrasse, an die nur noch der typische Schotter erinnert. Mächtige Eichen umrahmen die sogenannte Klimperbrücke. Man befindet sich hier an der Grenze zwischen der Gemeinde Großpostwitz und der Stadt Schirgiswalde-Kirschau, zwischen der Staatsstraße S 116 und der Bederwitzer Straße.

Das alte Bahngleis ist seit Jahren Gegenstand von Wünschen. "Seit Cunewalde 2008 den Gleisabschnitt von Cunewalde bis Großpostwitz erworben hat, gibt es die Idee, den Radweg von Halbendorf bis nach Großpostwitz zu verlängern. Unser Gemeinderat hat sich klar dafür ausgesprochen", sagt Großpostwitz' Bürgermeister Markus Michauk (OLG). Unter anderem, weil keine Finanzierung für den letzten Teilabschnitt zustande kam, endet der Radweg, der von Löbau über Cunewalde führt, seit Sommer 2015 in Halbendorf.

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Zwei Kilometer fehlen noch

Nun kommt wieder Bewegung in das Vorhaben. Seit rund einem Jahr werden auf dem etwa zwei Kilometer langen Abschnitt, der mit rund 1.400 Metern auf dem Stadtgebiet von Schirgiswalde-Kirschau und mit etwa 600 Metern auf dem Gemeindegebiet von Großpostwitz liegt, Bäume kartiert, das Brutverhalten von Vögeln und das Vorkommen einheimischer Tierarten beobachtet. Das ist in Vorbereitung der Bauarbeiten notwendig. Michauk erklärt: "Etwa im Bereich der Klimperbrücke wird es schwierig, die Baustelle einzurichten. Dort müssen wir einen Zugang über die Äcker finden und darauf achten, keine Brutzeiten zu stören."

Die denkmalgeschützte Klimperbrücke über die Spree ist das aufwendigste und kostenintensivste Vorhaben bei dem geplanten Lückenschluss. Sie muss vermutlich angehoben und statisch ertüchtig werden. Anders als auf der Darstellung müssen nicht alle alten Eic
Die denkmalgeschützte Klimperbrücke über die Spree ist das aufwendigste und kostenintensivste Vorhaben bei dem geplanten Lückenschluss. Sie muss vermutlich angehoben und statisch ertüchtig werden. Anders als auf der Darstellung müssen nicht alle alten Eic © Gemeindeverwaltung

Damit sind die Aufgaben, die auf Großpostwitz als federführende Gemeinde zukommen,  nicht erledigt. Zunächst gelte es, Cunewalde den betreffenden Streckenabschnitt abzukaufen. Darüber hinaus hat Schirgiswalde-Kirschau zwar Unterstützung zugesagt, kann sich aber aufgrund einer Haushaltssperre derzeit nicht an den Planungskosten von rund 50.000 Euro beteiligen, wie Sven Gabriel (FDP), Bürgermeister der Stadt, auf Nachfrage von Sächsische.de mitteilt. Auch eine verlässliche Finanzierung ist derzeit noch nicht in Sicht. "Die Straßenbaufördermittel sind überzeichnet, wie so viele hoffen wir jetzt auf Mittel zur Strukturstärkung", sagt Michauk.

Trotz der Herausforderungen stellt Michauk klar: "Wir gehen das Risiko ein und bezahlen die Planung. Wir wollen, dass der Radweg kommt." Der Bürgermeister nennt drei Gründe für den Vorstoß: Der touristische Aspekt spiele natürlich eine Rolle. Zuallererst aber gehe es um die Einwohner: "Wir schaffen eine sinnvolle Nachnutzung für eine alte Bahntrasse, die als Schulwegvariante funktioniert und Freizeitwert hat." Mit Verweis auf den nahegelegenen Radweg entlang der Bundesstraße 96 sagt er: "Diese Strecke ist die weitere und hat deutlich mehr Steigungen. Der Weg über die Bahntrasse ist landschaftlich reizvoller."

Derzeit endet der Bahnradweg aus Löbau kommend in Halbendorf. Den Lückenschluss bis nach Großpostwitz will die Gemeinde jetzt angehen. Dort würde die Fahrradstrecke auf den Spreeradweg treffen.
Derzeit endet der Bahnradweg aus Löbau kommend in Halbendorf. Den Lückenschluss bis nach Großpostwitz will die Gemeinde jetzt angehen. Dort würde die Fahrradstrecke auf den Spreeradweg treffen. © SZ-Grafik

Was das Vorhaben kosten wird, kann Michauk bislang nicht sagen. Aber einen ehrgeizigen Zeitplan nennt er: "Ende Oktober könnte die Planung für die Streckeninstandsetzung stehen, diese könnte im November mit jener zur Ertüchtigung der denkmalgeschützten Klinkerbrücke zusammengeführt werden." Anschließend gehe die Planung zur behördlichen Prüfung. Im Januar könne bestenfalls der Förderantrag gestellt werden. 

"Wenn ich irgendwo Geld finde, könnte ich das Vorhaben nächstes Jahr anfassen", sagt Michauk, der mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr rechnet. Und auch für die Zeit danach hat er eine Idee im Kopf: "Ein Radweg, der bis zum Großpostwitzer Bahnhof geht, wäre doch keine schlechte Sache."

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