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Neue Ideen fürs Bautzener Krone-Areal

Parkhaus, Büros, Veranstaltungssaal: Eine Studie zeigt, wie es mit dem Gelände rund um die Stadthalle weitergehen könnte.

So könnte das Gelände an der Stadthalle Krone in Bautzen einmal aussehen. Eine Studie schlägt den Bau eines Parkhauses (links) auf dem jetzigen Parkplatz und eines Gewerbegebäudes (rechts) vor - verbunden durch einen überdachten Gang.
So könnte das Gelände an der Stadthalle Krone in Bautzen einmal aussehen. Eine Studie schlägt den Bau eines Parkhauses (links) auf dem jetzigen Parkplatz und eines Gewerbegebäudes (rechts) vor - verbunden durch einen überdachten Gang. © Visualisierung: Ehrlich Architekten GbR

Bautzen. Jahrelang ist um die Bautzener Stadthalle Krone gerungen worden. Immer wieder wird darüber diskutiert, was einmal aus dem Gebäude und den anliegenden Flächen werden soll: Soll die Stadthalle als Veranstaltungsort genutzt werden? Als Standbein für die die Bautzener Berufsakademie? Sollte dort mehr Platz zum Parken geschaffen werden oder gar Wohnraum entstehen? Wie das Areal entwickelt werden könnte, dazu hat die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB) vom Architekturbüro Ehrlich eine Studie erstellen lassen.

Wie könnte sich das Gelände laut Studie entwickeln?

Die Visualisierungen, die das Architekturbüro Ehrlich angefertigt hat, zeigen gleich mehrere Gebäude, die auf dem Krone-Areal entstehen könnten. Gleich vorweg: Wohnungen sind nicht darunter. Stattdessen könnte aber auf dem Krone-Parkplatz ein Parkhaus errichtet werden. Etwa 250 Autos könnten darin Platz finden. Auf dem jetzigen Parkplatz gibt es Kapazitäten für etwa 200 Autos. Zur Stadthalle könnte es einen Durchgang geben.

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Neben dem Parkhaus könnte, von der Töpferstraße aus, eine Rampe in Richtung Veranstaltungshalle errichtet werden. „Die Anlieferung war bislang immer ein Problempunkt bei der Krone“, erklärt Kirsten Schönherr, Chefin der BWB. Getränke, Bühnenbild, Musikinstrumente, Exponate für Ausstellungen – all das könnte über diese Rampe in die Krone gelangen.

So könnte sich das Krone-Gelände entwickeln. Das weiße Dach gehört zur Stadthalle; vorn links ist das vorgeschlagene Parkhaus zu sehen, vorn rechts ein Gewerbegebäude.
So könnte sich das Krone-Gelände entwickeln. Das weiße Dach gehört zur Stadthalle; vorn links ist das vorgeschlagene Parkhaus zu sehen, vorn rechts ein Gewerbegebäude. © Visualisierung: Ehrlich Architekten GbR
Auch Konferenzräume könnten entstehen.
Auch Konferenzräume könnten entstehen. © Visualisierung: Ehrlich Architekten GbR
Auch an der Krone könnte es einen Anbau geben.
Auch an der Krone könnte es einen Anbau geben. © Visualisierung: Ehrlich Architek

Es könnten aber noch mehr Gebäude Platz auf der Fläche finden. So sieht die Studie – gegenüber von dem Parkhaus – ein Gewerbegebäude mit 32.000 Quadratmeter Gewerbefläche vor. Ob für Ladengeschäfte oder für Büros, ist laut Schönherr offen. Außerdem enthält die Studie einen Überbau; eine Art Brücke zwischen Parkhaus und Gewerbegebäude. Auch an der Krone könnte es noch einen Anbau geben, beispielsweise für Konferenzräume.

Ist das Krone-Areal als Wohnstandort raus?

Vom Tisch ist mit der Studie noch nichts. „Es handelt sich dabei erstmal nur um eine Studie, eben um eine Idee“, erklärt Kristen Schönherr. Sie habe dem Architekturbüro keine konkrete Aufgabenstellung gegeben – sondern beauftragt, zu schauen, was generell möglich sein könnte. Dennoch: „Ich empfinde die Fläche nicht als ideal für einen Wohnstandort“, sagt sie. Die Parkplätze seien an jenem Ort wichtig, ist sie überzeugt. „Die Parkplätze am Kornmarkt werden gebraucht für die Leute, die von der B 6 kommen“, so Schönherr. „Die an der Krone für die Leute aus Richtung Löbau.“

Die Fläche vor der Krone ist als Parkplatz wichtig, ist Kirsten Schönherr von der BWB überzeugt.
Die Fläche vor der Krone ist als Parkplatz wichtig, ist Kirsten Schönherr von der BWB überzeugt. © SZ/Uwe Soeder

Warum so dringend Parkplätze? „Bautzen ist eine Pendlerstadt. Und der Pendlerparkplatz an der Schliebenstraße ist überfüllt.“ Insbesondere die Leute aus dem Bautzener Umland hätten ohne Auto kaum eine Chance, in die Stadt zu kommen. Viele wohnten zu weit weg von der Bahn. Es sei aber wichtig, die Innenstadt zu beleben – und den Leuten eine Möglichkeit zu geben, herzukommen.

Wäre denn statt dem Gewerbegebäude Wohnraum möglich? „Der Lärm, die Abgase nebenan – ich denke nicht“, sagt Kirsten Schönherr. Für die Wohnraum-Problematik hält die BWB-Chefin andere Lösungen für sinnvoller. Am Ende gelte es aber, solche Fragen zu diskutieren.

In welchem Zeitrahmen sind Veränderungen vorgesehen?

„Das ist nichts, was für morgen auf der Tagesordnung steht“, ordnet Kirsten Schönherr ein. Es sei eher eine Zukunftsvision für das Areal. „Es gilt jetzt erst einmal, den dreijährigen Krone-Probebetrieb abzuwarten“, sagt sie. Dann könne über das Thema diskutiert werden.

Was würde die Umsetzung der Pläne kosten?

Würden die Pläne umgesetzt, würde das einen ganzen Batzen Geld kosten. Von grob geschätzt 15 Millionen Euro geht die BWB alleine für die Ideen für die Krone und ihre Anbauten aus. „Das ließe sich vielleicht über Fördermittel finanzieren“, sagt Schönherr. Noch größer wäre der Batzen, den der Bau des Gewerbe- und des Parkgebäudes kosten könnte. Und den die BWB im Zweifel selber stemmen müsste. Kirsten Schönherr beziffert die Summe auf 18 Millionen Euro. „Das müsste sich rentieren.“

Wie geht es mit der Krone als Veranstaltungsort weiter?

Bis auf dem Areal gebaut wird, dauert es also noch. Bis Bands auftreten, könnte es aber – sofern Corona es zulässt – etwas schneller gehen. Die BWB hält an dem Plan des Probebetriebs fest. Damit das gelingt, wollen einige Stadträte jetzt einen Antrag einreichen. Federführend ist Dirk Lübke (fraktionslos). Das Ziel: Eine Tochter der BWB zu gründen, also quasi einen städtischen Enkel, wenn man so will.

„Wir können die Krone aus steuerrechtlichen Gründen nicht für einzelne Veranstaltungen vermieten“, erklärt Kirsten Schönherr. Denn bei langfristigen Wohn- und Gewerberaumvermietungen muss die BWB keine Gewerbesteuer zahlen. Im Fall der Veranstaltungen in der Krone sähe das aber anders aus. „Dann müsste die BWB Gewerbesteuern zahlen. Und zwar nicht nur auf die Veranstaltungen, sondern auf den kompletten Gewinn der BWB.“ Das sei keine Option.

Dirk Lübke findet, dass aber auch noch andere Gründe für die Gründung einer Tochter der BWB sprechen. „Je nachdem, wie man das aufzieht, könnte eine solche Stadtbaugesellschaft auch in anderen Fällen als kurzfristiger Vermieter auftreten“, sagt er. So zum Beispiel als Vermieter von Studenten- und Gästewohnungen oder auch als Betreiber von Parkplätzen – wie jenem vor der Krone oder einem künftigen Parkhaus.

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