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Wegen Corona: Sommerfest statt Weihnachtsfeier

In vielen Betrieben im Kreis Bautzen sind kleine Feiern im Advent Tradition. Die fallen in diesem Jahr aus, aber zahlreiche Chefs lassen sich etwas anderes einfallen.

Der Weihnachtsmann ist arbeitslos, sein Kostüm bleibt in diesem Jahr in der Ecke. Denn Firmen- und andere Weihnachtsfeiern finden nicht statt. Viele Chefs lassen sich für ihre Mitarbeiter trotzdem etwas einfallen.
Der Weihnachtsmann ist arbeitslos, sein Kostüm bleibt in diesem Jahr in der Ecke. Denn Firmen- und andere Weihnachtsfeiern finden nicht statt. Viele Chefs lassen sich für ihre Mitarbeiter trotzdem etwas einfallen. © dpa

Bautzen. Alle Jahre wieder gibt es in vielen Unternehmen ein Ritual: In der Adventszeit treffen sich die Mitarbeiter mal außerhalb der Werkhallen oder Büros, genießen etwas Köstliches, schauen zusammen auf das scheidende Jahr zurück und ins kommende voraus. Und oft gibt es vom Chef noch eine Überraschung.

Doch in diesem ernsten Jahr ist vieles anders - aber nicht alles, wie eine Umfrage von Sächsische.de bei Unternehmen im Landkreis Bautzen ergab.

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Automobilzulieferer zahlt Corona-Bonus

Der Autozulieferer Deutsche Accumotive in Kamenz organisiert keine Weihnachtsfeiern, erklärt Madeleine Herdlitschka von der Pressestelle der Mercedes-Benz AG. "Auf eine kleine, weihnachtliche Aufmerksamkeit können sich die Mitarbeiter jedoch sehr wohl freuen." Wie diese Aufmerksamkeit aussieht, möchte die Sprecherin vorab nicht verraten. Etwas anderes verkündet sie aber gern öffentlich: Der Vorstand der Aktiengesellschaft hat in Abstimmung mit dem Gesamtbetriebsrat beschlossen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland einen einmaligen Corona-Bonus von bis zu 1.000 Euro auszuzahlen.

Bei den DRS Rohrwerken in Bautzen soll es im kommenden Jahr ein Sommerfest geben, kündigt Geschäftsführer Andreas Seibel an - "wenn hoffentlich vieles wieder in geordneten Bahnen läuft". Statt in Weihnachtsgeschenke investierte das Unternehmen in den vergangenen Wochen viel Geld in den Schutz der Mitarbeiter. Seibel nennt als Beispiele kostenlose Mund-Nasen-Masken mit Firmenlogo sowie den Kauf von Laptops fürs Arbeiten im Home-Office.

Der benachbarte Rohrveredler Ionisos hatte nach Aussage von Geschäftsführer Henry Mitschak "eine wirklich schöne Feier geplant, das geht nun aber nicht". Stattdessen bekommen die Mitarbeiter nun Geschenkgutscheine über 100 Euro und Süßigkeiten. "Unsere Mitarbeiter haben sich das verdient", findet Mitschak.

Sachsenmilch legt Überraschung in die Tüte

Auch bei der Maschinenbaufabrik Trumpf Sachsen in Neukirch fällt die gemeinsame Weihnachtsfeier aus, informiert Geschäftsführer Arnim Brüchle. "Das geplante Budget werden wir zurückstellen und sobald es wieder möglich ist, eine große Veranstaltung mit unseren Mitarbeitenden durchführen."

Fast 3.000 Menschen arbeiten am Sachsenmilch-Standort in Leppersdorf. Da sieht es die Unternehmensführung als Erfolg an, dass die Gesundheit der Mitarbeiter geschützt und die Produktion durchgehend aufrecht erhalten werden konnte. An Weihnachtsfeiern oder Ähnliches sei nicht zu denken, sagt Carolin Linseis von der Zentrale der Muttergesellschaft Müllermilch im bayerischen Freising. Trotzdem möchten die Chefs den Beschäftigten Danke sagen: "Nicht nur mit Worten, sondern auch in Form einer kleinen Überraschung, die in der Weihnachts-Produkttüte für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter in diesem Jahr zusätzlich enthalten sein wird." Welche Überraschung das ist, verrät die Sprecherin vorab natürlich nicht.

Marc G. Baier führt die Geschäfte des Kunststoffwerkes Neuteichnitz in Bautzen und hatte "eine Zeit lang noch gedacht, wir könnten eine kleine Weihnachtsfeier im Freien machen. Aber auch das wird nun nicht erfolgen." Für das Unternehmen geht ein schwieriges Jahr zu Ende, deshalb "schätzen wir uns erst einmal glücklich, dass wir das Weihnachtsgeld wie in der Vergangenheit bezahlen konnten. Zusätzlich planen wir eine Corona-Prämie für die gewerblichen Mitarbeiter, die Einbußen aus der Kurzarbeit hatten."

Anlagenbauer verschiebt Weihnachtsfeier auf 2021

Beim Fahrzeugfabrik-Ausrüster ATN Hölzel in Oppach "gibt es jetzt eine kleine Aufmerksamkeit zum Nikolaus", berichtet Unternehmenssprecher Ronny Gutte. "Die Weihnachtsfeier als solche wird ins kommende Jahr verschoben. Es wurden auch andere Optionen geprüft, jedoch war es der Geschäftsleitung wichtig, dass wir, wie auch in den vergangenen Jahren, eine gemeinsame Feier mit allen Mitarbeitern veranstalten. 2020 hat viele Kontakte auf ein Minimum reduziert, da soll diese gemeinsame Feier unter einem passenden Motto dann die Weihnachtsfeier ersetzen."

Beim ATN-Nachbarn Oppacher Mineralquellen wurde die jährliche Weihnachtsfeier schon vor Wochen abgesagt, so Sprecher Norbert Rogge. Ob es 2021 einen Ersatz gibt, lasse sich im Moment noch nicht sagen. "Wir müssen die aktuelle Entwicklung abwarten."

Bei der Radeberger Exportbierbrauerei gibt es "im Vorfeld der Advents- und Feiertage immer viel zu tun, sodass wir vor Weihnachten generell zu keiner gemeinsamen Veranstaltung einladen", berichtet Sprecherin Jana Kreuziger. Statt einer Weihnachtsfeier gab es bei Radeberger immer im Januar ein geselliges Zusammentreffen - dies sei zu einer eigenen Tradition der Brauerei geworden. Wegen Corona sieht die Unternehmensführung diesmal jedoch keine Chance, für Januar eine gemeinsame Feier zu planen.

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